Business & Beyond „Deal“ ist Wirtschaftswort des Jahres 2025: Wie Trump die globale Politik verändert

„Deal“ ist Wirtschaftswort des Jahres 2025: Wie Trump die globale Politik verändert

„Deal“ ist das Wirtschaftswort des Jahres 2025. Der Begriff symbolisiert den Wandel von formellen Verträgen zu pragmatischen Abschlüssen – ein Trend mit weitreichenden Folgen für die globale Wirtschaftspolitik.

Das Wirtschaftswort des Jahres 2025 steht fest: „Deal“ hat sich gegen 59 Mitbewerber durchgesetzt. Der Begriff markiert eine fundamentale Veränderung in der internationalen Wirtschaftspolitik. Was früher als formeller Vertrag zwischen Staaten abgeschlossen wurde, läuft heute unter dem pragmatischeren Label „Deal“ – eine Entwicklung, die maßgeblich durch Donald Trump geprägt wurde, wie aus der Begründung der Jury hervorgeht.

Glokalisierung auf Platz zwei

Auf dem zweiten Rang landete „Glokalisierung“. Das Kofferwort aus „Globalisierung“ und „Lokalisierung“ steht für die wachsende Verlagerung von Produktion und Wertschöpfung deutscher Unternehmen in Kernmärkte, statt wie früher Güter und Waren zu exportieren“ so die Jury.

Der Begriff reflektiert einen strategischen Wandel in der deutschen Wirtschaft, der durch geopolitische Spannungen und Lieferkettenprobleme beschleunigt wurde.

Radikale Wirtschaftspolitik im Fokus

Den dritten Platz belegt „Kettensägen-Politik“ – ein Begriff, der ursprünglich die radikalen Wirtschaftsreformen des argentinischen Präsidenten Milei beschrieb, mittlerweile aber auch in Deutschland Verwendung findet. So wird der Ausdruck hierzulande sowohl positiv als auch negativ für drastische Ansätze der Staatsmodernisierung verwendet.

Die weiteren Top-Platzierungen spiegeln aktuelle Wirtschaftstrends wider: „KI-Agenten“ (Platz 4) verdeutlicht die fortschreitende Automatisierung durch künstliche Intelligenz. „Digitale Souveränität“ (Platz 7) thematisiert Europas Streben nach technologischer Unabhängigkeit. Mit „Verbrenneraus-Aus“ (Platz 10) schafft es auch ein Begriff in die Top-Liste, der die Diskussion um nachhaltige Mobilität reflektiert.

Kontinuität und Wandel

Die Auszeichnung „Wirtschaftswort des Jahres“ wird seit 2020 vergeben. Zu den Preisträgern der Vorjahre zählen „Deindustrialisierung“ (2024), „ChatGPT“ (2023) und „Homeoffice“ (2022). Die Auswahl erfolgt durch eine 21-köpfige Jury aus Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft und Medien – darunter prominente Namen wie Frank Thelen und Judith Rakers. Hier die komplette Jury:

Gewählt wird es von einer Jury aus namhaften Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Medien, der in diesem Jahr 21 Personen angehört haben:

  • Dr. Patrick Adenauer (Unternehmer)
  • Wolfgang Bosbach (MdB a.D.)
  • Michael Bröcker (Table Media)
  • Ansgar Graw (The European)
  • Reiner Holznagel (Präsident Steuerzahlerbund)
  • Thomas Hoppe (Die Jungen Unternehmer)
  • Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch (Ludwig-Erhard-Stiftung)
  • Dr. Georg Kofler (Unternehmer)
  • Celine Nadolny (Sachbuch-Influencerin)
  • Michael Oelmann (Die Deutsche Wirtschaft)
  • Judith Rakers (Journalistin)
  • Armin Reins (TCLA)
  • Prof. Dr. Jörg Rocholl (ESMT Berlin)
  • Jürgen Michael Schick (Ehrenpräsident des Immobilienverbands Deutschland)
  • Dr. Daniel Stelter (Publizist)
  • Oliver Stock (Business Punk)
  • Frank Thelen (Unternehmer)
  • Roland Tichy (Publizist)
  • Prof. Dr. Ulrich Walter (Astronaut)
  • Prof. Dr. Yasmin Weiß (Publizistin).

Business Punk Check

Hinter der Kür von „Deal“ zum Wirtschaftswort des Jahres verbirgt sich mehr als sprachliche Kosmetik. Der Begriff markiert einen Paradigmenwechsel in der internationalen Wirtschaftspolitik: weg von multilateralen Abkommen, hin zu bilateralen Verhandlungen. Für Unternehmen bedeutet das konkret: Sie müssen ihre Strategie an eine Welt anpassen, in der persönliche Beziehungen und pragmatische Lösungen wichtiger werden als formelle Verträge.

Die Platzierung von „Glokalisierung“ auf Rang zwei unterstreicht zudem, dass deutsche Unternehmen ihre globale Strategie neu ausrichten müssen. Wer jetzt nicht versteht, dass lokale Präsenz in Kernmärkten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird, verliert den Anschluss. Die Botschaft ist klar: Agieren statt reagieren – und zwar schnell.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie sollten Unternehmen auf den Trend zu „Deals“ statt Verträgen reagieren?
    Unternehmen sollten ihre Verhandlungsteams neu aufstellen und Mitarbeiter mit starken persönlichen Netzwerken und pragmatischem Verhandlungsgeschick fördern. Besonders wichtig: Entwickeln Sie flexible Vertragsmodelle, die schnelle Anpassungen erlauben, ohne die Rechtssicherheit zu gefährden.
  • Welche Branchen profitieren besonders von der „Glokalisierung“?
    Vor allem mittelständische Technologieunternehmen mit skalierbaren Produkten können von der Glokalisierung profitieren. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus lokalem Fertigungs-Know-how und globaler Innovationskraft. Etablieren Sie Entwicklungszentren in Ihren Kernmärkten, statt nur Vertriebsbüros.
  • Wie können deutsche Unternehmen „Kettensägen-Politik“ für sich nutzen?
    Statt radikale Wirtschaftsreformen zu fürchten, sollten Unternehmen sie als Chance begreifen. Identifizieren Sie bürokratische Hürden in Ihrem Geschäftsmodell und entwickeln Sie Alternativszenarien für verschiedene Reformszenarien. Besonders wichtig: Bauen Sie frühzeitig Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern auf.
  • Was bedeutet „Digitale Souveränität“ konkret für den Mittelstand?
    Mittelständler sollten jetzt in europäische Tech-Lösungen investieren, selbst wenn diese kurzfristig teurer erscheinen als US-amerikanische oder chinesische Alternativen. Langfristig sichern Sie sich damit Unabhängigkeit und vermeiden regulatorische Risiken. Prüfen Sie zudem EU-Förderprogramme für digitale Souveränität.

Quellen: „Techcrunch“, „Wired“, „Nutzereingabe“

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