Tech & Trends Howard Marks warnt: „KI nimmt uns mehr als den Job – sie nimmt uns den Sinn“

Howard Marks warnt: „KI nimmt uns mehr als den Job – sie nimmt uns den Sinn“

Investor Howard Marks warnt vor der dunklen Seite der KI-Revolution: Nicht der Jobverlust, sondern der Verlust von Lebenssinn könnte die größere Gefahr sein. Warum ein Grundeinkommen nicht reicht.

Die KI-Revolution frisst ihre Kinder – und nimmt ihnen dabei mehr als nur den Job. Während Tech-Giganten wie Musk und Altman ein universelles Grundeinkommen als Allheilmittel propagieren, schlägt Investment-Legende Howard Marks Alarm.

Der Milliardär und Oaktree-Gründer sieht in der KI-Transformation eine existenzielle Bedrohung, die weit über finanzielle Aspekte hinausgeht.

Die Sinnkrise hinter dem Gehaltscheck

„Ein Job gibt ihnen einen Grund, morgens aufzustehen, gibt ihrem Tag eine Struktur, gibt ihnen eine produktive Rolle in der Gesellschaft und Selbstachtung“, warnt Marks in seinem jüngsten Memo, wie „Business Insider“ berichtet.

Der Investor experimentiert selbst mit KI-Tools beim Schreiben seiner legendären Investmentbriefe – und kommt zu einem beunruhigenden Fazit: „Wie können diese Dinge ersetzt werden? Ich mache mir Sorgen, dass eine große Anzahl von Menschen, die nur noch ein Gehalt beziehen, den ganzen Tag untätig herumsitzen“, so Marks weiter.

Die Zahlen hinter der Disruption

Die Dimension der bevorstehenden Arbeitsmarkt-Disruption ist massiv.

Laut „de.finance.yahoo.com“ prognostiziert eine aktuelle IWF-Analyse, dass etwa 60 Prozent aller Jobs in entwickelten Volkswirtschaften von KI betroffen sein werden – die Hälfte positiv, die andere Hälfte negativ. Das McKinsey Global Institute geht noch weiter und sieht mehr als die Hälfte aller US-Arbeitsstunden als automatisierbar an.

Neue Skills für die KI-Ära

Welche Fähigkeiten bleiben wertvoll? Geoffrey Hinton, oft als „Pate der KI“ bezeichnet, sieht vor allem „banale geistige Arbeit“ in Gefahr.

Physische Tätigkeiten wie Klempnerarbeiten bleiben hingegen noch lange sicher, wie „Business Insider“ berichtet. OpenAI-Chefökonom Ronnie Chatterji setzt bei seinen Kindern auf kritisches Denken, emotionale Intelligenz und Flexibilität – Qualitäten, die Maschinen schwer replizieren können.

Business Punk Check

Der KI-Hype verdeckt die eigentliche Krise: Nicht der Jobverlust ist das Problem, sondern der Identitätsverlust. Während Tech-CEOs von Grundeinkommen schwärmen, ignorieren sie die psychologische Komponente. Fakt ist: Menschen definieren sich über ihre Arbeit.

Die Tech-Elite propagiert eine Lösung für ein Problem, das sie selbst nie erleben wird – während sie gleichzeitig die Technologien entwickelt, die Millionen in die Sinnkrise stürzen. Die wahre Innovation liegt nicht in der KI selbst, sondern in der Neuerfindung sinnstiftender Tätigkeiten jenseits klassischer Erwerbsarbeit. Unternehmen, die diesen Aspekt ignorieren, werden scheitern – egal wie fortschrittlich ihre Technologie ist.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Berufe sind wirklich „KI-sicher“?
    Physische Tätigkeiten mit komplexer Feinmotorik bleiben am längsten sicher – vom Klempner bis zum Chirurgen. Auch Jobs mit hoher emotionaler Intelligenz und Kreativität sind schwerer zu automatisieren. Die Kombination aus handwerklichem Können und technischem Verständnis schafft die sichersten Berufsprofile.
  • Wie können Unternehmen den Identitätsverlust ihrer Mitarbeiter verhindern?
    Statt Massenentlassungen sollten Unternehmen in Umschulungsprogramme investieren, die auf menschliche Kernkompetenzen setzen. Gleichzeitig müssen neue Arbeitsmodelle entwickelt werden, die Sinnstiftung jenseits der Produktivität ermöglichen – etwa durch Teilzeitmodelle kombiniert mit gemeinnützigem Engagement.
  • Ist das universelle Grundeinkommen wirklich zum Scheitern verurteilt?
    Nicht zwangsläufig – aber es muss um eine „Sinnkomponente“ erweitert werden. Erfolgreiche Modelle könnten Grundeinkommen mit gesellschaftlichem Engagement verknüpfen, ohne in klassische Workfare-Programme zurückzufallen. Die Herausforderung liegt in der Balance zwischen Freiheit und Struktur.
  • Welche KI-Tools sollten Führungskräfte selbst nutzen, um die Technologie besser zu verstehen?
    Führungskräfte sollten aktiv mit generativen KI-Tools experimentieren – von ChatGPT bis zu branchenspezifischen Lösungen. Nur wer die Technologie selbst nutzt, entwickelt ein Gespür für deren Potenziale und Grenzen. Besonders wertvoll: Die Kombination aus KI-Nutzung und kritischer Reflexion über deren Auswirkungen.

Quellen: „Business Insider“, „de.finance.yahoo.com“

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