Finance & Freedom Digitale Frührente: Warum der Staat jetzt auf ETFs für Kids setzt

Digitale Frührente: Warum der Staat jetzt auf ETFs für Kids setzt

Die Bundesregierung digitalisiert die Altersvorsorge mit der Frühstart-Rente und einem neuen Altersvorsorgedepot. Kinder werden zu frühen Kapitalmarkt-Teilnehmern – mit staatlicher Anschubfinanzierung von 1.500 Euro.

Deutschland erfindet die Altersvorsorge neu – und setzt dabei auf digitale Depots statt verstaubter Policen. Ab 2026 erhalten alle Sechsjährigen ein digitales Depot, in das der Staat monatlich zehn Euro einzahlt.

Bis zur Volljährigkeit sammeln sich so knapp 1.500 Euro an, die in ETFs und andere Fonds investiert werden können. Die Bundesregierung führt parallel dazu ein modernisiertes Altersvorsorgedepot ein, das die klassische Riester-Rente ablösen soll. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, mehr Menschen an den Kapitalmarkt zu bringen – und zwar digital, kostengünstig und mit deutlich höheren Renditechancen.

Digitales Depot statt Sparschwein

Die Frühstart-Rente funktioniert als digitales Juniordepot, in das der Staat bis zur Volljährigkeit einzahlt. Laut „t-online.de“ können Eltern entscheiden, ob sie das Depot selbst eröffnen oder die Verwaltung der Bundesbank überlassen. Die Bundesbank veröffentlicht regelmäßig Informationen zur Renditeentwicklung. Eltern und Kinder können so die Performance ihrer Investments nachverfolgen – ein digitaler Finanz-Tracker für die jüngsten Anleger.

Fintech statt Riester-Dinosaurier

Parallel revolutioniert die Regierung die private Altersvorsorge für Erwachsene. Die „neue Riester-Rente“ setzt auf digitale ETF-Lösungen statt komplizierter Versicherungsprodukte. Wie „morgenpost.de“ berichtet, können die 15 Millionen bestehenden Riester-Verträge problemlos in das neue System überführt werden. Angemessene individuelle Beratung soll auch online erfolgen können – ein klares Signal für die Digitalisierung der Finanzberatung.

Finanzprodukte mit Risikoklasse „Fünf“

Die Regierung erlaubt bei den neuen Depots Investments mit höherem Risikoprofil. Das heißt, die förderfähigen Produkte der Risikoklasse ‚Fünf‘ sind wachstumsorientiert und gelten schon als spekulativ. Für sicherheitsorientierte Anleger gibt es Varianten mit Kapitalgarantien von „100 Prozent oder 80 Prozent des angesparten Kapitals“, wie „morgenpost.de“ berichtet.

Digitale Finanzbildung als Schlüssel

Die technologische Innovation der Altersvorsorge kommt mit einem entscheidenden Manko: fehlende digitale Finanzbildung. Während die Plattformen modernisiert werden, fehlt es an Bildungskonzepten, die Kindern und Erwachsenen den Umgang mit digitalen Finanzprodukten näherbringen. Die Frühstart-Rente könnte hier als Katalysator wirken, um Finanzwissen bereits in jungen Jahren zu vermitteln – vorausgesetzt, entsprechende Bildungsprogramme werden entwickelt.

Business Punk Check

Die Frühstart-Rente ist kein revolutionäres Fintech-Produkt, sondern ein digitaler Anstrich auf einem staatlichen Förderprogramm. Der wahre Game-Changer wäre ein staatlicher ETF-Fonds nach schwedischem Vorbild gewesen – mit minimalen Kosten und maximaler Transparenz. Die aktuelle Lösung überlässt die Verwaltung wieder der Finanzindustrie, die an Gebühren verdient.

Der Kostendeckel von 1,5 Prozent jährlich ist im ETF-Zeitalter immer noch zu hoch. Zudem fehlt ein durchdachtes Konzept zur digitalen Finanzbildung. Wer Sechsjährige zu Kapitalmarkt-Teilnehmern macht, muss ihnen auch beibringen, wie der digitale Finanzmarkt funktioniert. Ohne Bildungsoffensive bleibt die Frühstart-Rente ein Depot ohne User-Manual.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie digital ist die Frühstart-Rente wirklich?
    Die Frühstart-Rente ist primär ein staatlich gefördertes Depot mit digitaler Verwaltung. Laut „br.de“ können Renditeentwicklungen online verfolgt werden, aber echte Fintech-Funktionen wie automatisierte Anlagestrategien oder KI-basierte Beratung fehlen bislang.
  • Welche digitalen Tools brauchen Eltern, um das Kinderdepot optimal zu nutzen?
    Eltern benötigen mindestens eine Banking-App mit Depot-Funktion oder Zugang zum Online-Banking ihrer Bank. Zusätzlich empfiehlt sich ein Finanz-Tracker, um die langfristige Performance zu überwachen. Die Bundesbank-Lösung bietet laut „t-online.de“ regelmäßige digitale Performance-Berichte.
  • Wie hoch sind die versteckten Technologiekosten bei der neuen Altersvorsorge?
    Die Gesamtkosten sind auf 1,5 Prozent jährlich gedeckelt, was im Vergleich zu reinen ETF-Lösungen (0,2-0,5%) immer noch hoch ist. Die digitale Infrastruktur verursacht zusätzliche Kosten, die letztlich die Rendite schmälern. Reine Fintech-Lösungen arbeiten heute bereits deutlich kosteneffizienter.
  • Welche digitalen Finanzbildungs-Tools sollten parallel zur Frühstart-Rente eingeführt werden?
    Notwendig wären altersgerechte Finanz-Apps für Kinder, interaktive Lernplattformen und Simulationsspiele, die Grundlagen des Investierens vermitteln. Aktuell fehlt ein durchdachtes digitales Bildungskonzept, das die technische Infrastruktur der Frühstart-Rente ergänzt.

Quellen: „t-online.de“, „br.de“, „morgenpost.de“

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