Business & Beyond Südtirol: In eisigen Höhen – auf dem Weg zu bahnbrechenden Erkenntnissen

Südtirol: In eisigen Höhen – auf dem Weg zu bahnbrechenden Erkenntnissen

Kälte, Eis, Schnee. Damit kennen sich der Outdoor-Konzern Salewa, Zukunftslabore wie Terraxcube und die Bergrettung aus. Sie alle sind für die Menschen da.

Heiner Oberrauch, Gründer des Outdoor – Imperiums Oberalp, ist kein normaler Manager.

Ich bin kein Workaholic, sagt der Mann, der manchmal um 4.30 Uhr in der Früh aufsteht und Richtung Alpenhauptkamm geht, im Frühjahr zum Ortler. Zum Wandern, zum Skitourengehen. In dieser Zeit denkt er darüber nach, wie er seinen Outdoor-Konzern, zu dem unter anderem die Marke Salewa gehört, noch „enkeltauglicher“ ausbauen kann. Das Problem unserer Zeit ist das kurzfristige Denken. Oberrauch denkt deswegen in Generationen. Dabei will er vor allem ein Stimmungs- und Markenhüter sein: „Als Markenhüter will ich, dass man mit unserer Marke gut umgeht und nicht nur auf schnellen Profit aus ist. Als Stimmungshüter achte ich darauf, dass die Werte in der Gemeinschaft eingehalten werden.“

Seine wichtigste Aufgabe aber ist es, den Menschen Halt und Sicherheit geben, so Oberrauch: „Das sind für mich die wichtigsten Eigenschaften eines guten Unternehmers.“ Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass er ein guter Unternehmer ist. Ebenso wie Anton Seeber, der Chef des Seilbahnbauers Leitner, der einen Rekordumsatz nach dem anderen jagt. Dem steht Technoalpin, Weltmarktführer bei Beschneiungsanlagen, in nichts nach.

Auf dem Weg zu bahnbrechenden Erkenntnissen

Gedanklich in der Zukunft ist das Klimaforschungsunternehmen Terraxcube, das zu Eurac Reserach im Technologiepark NOI in Bozen gehört, einem privaten Forschungszentrum in Bozen. „Im Zentrum für Extremklima-Simulation erschaffen wir alle Klimabedingungen bis hin zu Extremwerten. Täglich betreten wir mit unseren Wissenschaftlern Neuland auf dem Weg zu bahnbrechenden Erkenntnissen“, erklärt Terraxcube-Manager Christian Steurer. Der Mann forscht daran, wie Lawinenopfer überleben können, lässt Drohnen bei minus 20 Grad aufsteigen, macht aus guten Bergsteigern noch bessere Bergsteiger. Die Berge sind für die Südtiroler seit jeher Herausforderung und Faszination zugleich. Deswegen haben sie Kompetenzen in alle Richtungen entwickelt, was das Thema Berg betrifft: Kleidung, Forschung, Ehrenamt.

Beispiel: Südtirols Bergrettung. Ob Pistenrettung, Flugrettung oder Höhlenrettung. In kaum einer anderen Region Europas ist das Engagement der rund 1000 freiwilligen Helfer größer. In Südtirol passt einfach jeder auf jeden auf.

Sie! Sind! Schon! Da!

Die Unternehmensgruppe HTI, der auch der Seilbahnbauer Leitner angehört, brummt. In den letzten fünf Jahren hat sich der Umsatz fast verdoppelt. Weitere verdächtige Rekordjahre stehen an. Sie können alles: Materialseilbahnen, Kabinenbahnen,
Schrägaufzüge und natürlich Schlepplifte.

Egal, wo man auf diesem Planeten auch hinkommt: Leitner ist schon da! Besser gesagt: Die High Technology Industries (HTI) schon da. So nennt sich die Unternehmensgruppe, zu der Leitner gehört. Und zwar mit allem, was dazu gehört. Schließlich ist Anton Seeber, CEO der Gruppe, mit den Bereichen Seilbahnen (Leitner), Pistenfahrzeuge (Prinoth), Beschneiungsanlagen (Demaclenko), digitalisiertem Skigebiets-Management (Skadii), Windkraftanlagen (Leitwind) und Wasserkraftanlagen (Troyer) vertreten. Und das rund um den Globus: in über 90 Ländern, mit mehr als 20 Produktionsstätten, 104 Niederlassungen sowie 142 Verkaufszentren.

Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Sterzing, die das vergangene Geschäftsjahr mit einem Gesamtumsatz von 1,4 Milliarden Euro auf Rekordniveau abgeschlossen hat, schaut weiter. HTI ist bereits fast überall auf der Welt schon vor Ort. „In Nordamerika haben wir in den vergangenen Jahren im Bereich der Winter-Technologien ein bedeutendes Wachstum erlebt, das kein Ende zu nehmen scheint“, heißt es aus dem Konzern. Und: „Auch im Bereich der städtischen Seilbahnen investieren Mittel- und Südamerika weiterhin in großem Umfang. Es muss jedoch betont werden, dass traditionelle Märkte hier im Herzen der Alpen weiterhin eine große Dynamik zeigen“, so HTIManager Maurizio Todesco.

2025 wird ein neuer Umsatzrekord erwartet

Kann das aber in Zeiten des Klimawandels so weitergehen? Auf jeden Fall, sagt Todesco. Für 2025 rechnet man „mit einem neuen Umsatzrekord“ – und auch 2026 bietet „äußerst positive Aussichten“. Hat die Gruppe in 2020 schon 880 Millionen Euro umgesetzt, so ist nun eine „Verdoppelung dieser Marke“ in Sicht. Und wie teilt sich der Umsatz genau auf? 60 Prozent entfallen auf die Seilbahnen, 30 Prozent auf Pistenfahrzeuge, fünf Prozent Beschneiungssysteme. Auch ein oder zwei schwache Winter könnten der Gruppe nichts anhaben, bauen die Sterzinger doch mittlerweile auch Bahnen in Mexiko, Montenegro und Co. Wieviel Prozent des Umsatzes entfallen auf die Skigebiete, wieviel auf den urbanen Lebensraum und Tourismus? Das hängt vom jeweiligen Jahr ab, erklärt Todesco.

Heute dominieren die Seilbahnen im Wintertourismus, doch die Großprojekte, die HTI dieses Jahr in Mexiko, in Kolumbien und in Indien anschoben hat, nehmen zu. Einzig die Frage, was sie nicht an Liften und Bahnen können, bleibt unbeantwortet. Weil? Sie können eben einfach alles …

Infos unter: www.suedtirol.biz

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