AnlagePunk Ripple erteilt Wall Street Korb: 40-Milliarden-Startup bleibt privat

Ripple erteilt Wall Street Korb: 40-Milliarden-Startup bleibt privat

Krypto-Riese Ripple Labs verzichtet auf Börsengang trotz 40-Milliarden-Bewertung. Präsidentin Long: „Brauchen keine Börsengelder.“ Stattdessen aggressive Expansion mit Übernahmen in Milliardenhöhe.

Die Botschaft an die Wall Street könnte kaum deutlicher sein: Ripple Labs, einer der wertvollsten Blockchain-Player weltweit, will nicht an die Börse. Während andere Tech-Unternehmen nach dem IPO-Ritterschlag lechzen, zieht Präsidentin Monica Long den Stecker. Das Krypto-Schwergewicht mit seiner 40-Milliarden-Dollar-Bewertung hat schlicht keinen Bedarf an der Liquidität öffentlicher Märkte. Eine Haltung, die in der kapitalhungrigen Startup-Welt fast schon revolutionär wirkt.

Milliardendeals statt Quartalsberichte

Die Zahlen sprechen für sich: Ripple sicherte sich laut „it-boltwise.de“ im November eine Finanzspritze von 500 Millionen Dollar. Investoren-Schwergewichte wie Fortress Investment Group und Citadel Securities steckten ihr Kapital in das Blockchain-Unternehmen – zu einer Bewertung, die selbst etablierte DAX-Konzerne in den Schatten stellt.

„Wir planen weiterhin, privat zu bleiben“, erklärte Long unmissverständlich. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die SEC ihre Durchsetzungsmaßnahmen gegen Ripple eingestellt hat, was Börsengang-Spekulationen eigentlich befeuert hatte. Doch statt sich mit Quartalsberichten und Aktionärsversammlungen herumzuschlagen, nutzt das Unternehmen seine prall gefüllte Kriegskasse für strategische Zukäufe.

Aggressive Expansion statt Börsenparkett

Allein 2025 schloss Ripple vier Übernahmen mit einem Gesamtvolumen von knapp vier Milliarden Dollar ab, wie „deraktionaer.de“ berichtet. Im Einkaufswagen landeten unter anderem der Prime Broker Hidden Road, die Treasury-Plattform GTreasury und der Custody-Anbieter Palisade.

Die Strategie dahinter ist klar: Ripple will sich vom reinen Zahlungsdienstleister zum Infrastruktur-Monopolisten entwickeln. Das Herzstück dieser Strategie bildet der hauseigene Stablecoin RLUSD. Er soll das Bindegewebe zwischen traditioneller Finanzwelt und Blockchain werden. Operativ scheint die Rechnung aufzugehen: Ripple Payments wickelte bis November ein Transaktionsvolumen von über 95 Milliarden Dollar ab.

Krypto-Infrastruktur statt Wall-Street-Glamour

Zusätzlich erhielt Ripple kürzlich eine bedingte Genehmigung für eine nationale Trust-Bank-Charta von der US-amerikanischen Bankenaufsicht OCC. Diese Lizenz ermöglicht es dem Unternehmen, seine Dienstleistungen im Finanzsektor weiter auszubauen und seine Position als führender Anbieter von Blockchain-basierten Zahlungslösungen zu stärken.

Für Anleger, die in den Krypto-Riesen investieren wollen, bleibt laut „btc-echo.de“ der direkte Weg über die viertgrößte Kryptowährung XRP. Trotz eines jüngsten Kursrückgangs von etwa sechs Prozent bleibt der Token ein wichtiger Akteur im Krypto-Markt. Der Verzicht auf einen Börsengang könnte Ripple helfen, flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren und strategische Entscheidungen ohne den Druck kurzfristig denkender Aktionäre zu treffen.

Business Punk Check

Der Verzicht auf einen Börsengang ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine kalkulierte Machtdemonstration. Während Ripple nach außen Unabhängigkeit zelebriert, wirft die Finanzierungsrunde Fragen auf: Wurden den Investoren Sonderkonditionen oder Exit-Garantien zugesichert? Über solche „Sicherheitsnetze“ schweigt das Management beharrlich.

Die 40-Milliarden-Bewertung könnte daher durchaus auf wackligen Beinen stehen. Zudem steht Ripple vor einem klassischen Innovator’s Dilemma: Je erfolgreicher ihr Stablecoin wird, desto attraktiver wird das Geschäftsfeld für Regulierungsbehörden und etablierte Finanzinstitute. Der wahre Test kommt erst noch: Kann Ripple seine Infrastruktur-Dominanz auch gegen regulatorischen Gegenwind und Banken-Konkurrenz behaupten?

Häufig gestellte Fragen

  • Warum verzichtet ein 40-Milliarden-Unternehmen wie Ripple auf einen Börsengang?
    Der Verzicht auf einen IPO gibt Ripple strategische Flexibilität. Das Unternehmen muss keine Quartalsberichte veröffentlichen, kann langfristige Strategien verfolgen und bleibt von kurzfristigen Aktionärsinteressen unabhängig. Zudem hat Ripple durch die 500-Millionen-Finanzierungsrunde bereits genügend Kapital für seine Expansionspläne.
  • Welche Risiken birgt die aggressive Übernahmestrategie von Ripple?
    Die Milliarden-Übernahmen binden erhebliche Ressourcen und könnten bei Integrationsfehlern zum Bumerang werden. Zudem steigt mit jeder Akquisition die Komplexität des Unternehmens. Anleger sollten beobachten, ob Ripple die erworbenen Unternehmen erfolgreich in seine Infrastruktur einbinden kann oder ob Synergieeffekte ausbleiben.
  • Ist die 40-Milliarden-Bewertung von Ripple realistisch?
    Die Bewertung basiert auf Wachstumserwartungen und strategischer Position – nicht auf aktuellen Gewinnen. Zum Vergleich: Etablierte DAX-Konzerne mit Milliardenumsätzen werden niedriger bewertet. Investoren sollten hinterfragen, ob die Bewertung durch fundamentale Daten gestützt wird oder ob sie auf überzogenen Zukunftsversprechen basiert.
  • Wie können Privatanleger vom Ripple-Wachstum profitieren, wenn das Unternehmen nicht börsennotiert ist?
    Der direkteste Weg bleibt eine Investition in die XRP-Kryptowährung. Alternativ können Anleger in Unternehmen investieren, die mit Ripple kooperieren oder von der Blockchain-Infrastruktur profitieren. Wichtig: XRP-Investments sind hochspekulativ und sollten nur einen kleinen Teil eines diversifizierten Portfolios ausmachen.

Quellen: „it-boltwise.de“, „deraktionaer.de“, „btc-echo.de“

Das könnte dich auch interessieren