Brand & Brilliance Auf der Achterbahn: Wenn Du mit Deinem Start up ganz unten bist

Auf der Achterbahn: Wenn Du mit Deinem Start up ganz unten bist

Von Nora Vanessa Wohlert

Das BASE RELOADED Programm für die Business Punk-Community. Was hilft, wenn dein Startup dich kaputt machen will.

Bewerbungen für Base reloaded und alle weiteren Infos findest du hier: https://founderscircleacademy.com/base/.

Es ist Dienstagabend, 21:47 Uhr. Ich sitze in unserem Altbauwohnungsbüro im Winskiez in Prenzlauer Berg. Vor mir der Laptop mit Excel-Tabellen, daneben mein Handy mit ungelesenen Nachrichten, eine Coke Zero und eine halb kalte Bowl. Das Team ist im Homeoffice, in Kurzarbeit. Meine Familie hat ohne mich gegessen. Es ist der Beginn von Corona – und nichts ist mehr wie vor vier Wochen. Nichts.

Loopings, Abstürze, Höhenflüge.

Mein Magen zieht sich zusammen, als ich die Zahlen ansehe. Das geht nicht auf, denke ich. Achterbahnfahren kenne ich. Seit ich mit meiner Mitgründerin Susann 2013 EDITION F gegründet hatte, ging es hoch und runter: Loopings, Abstürze, Höhenflüge. Wir überzeugten Business Angels, wuchsen entgegen aller Prognosen großer Verlage, trafen einen Nerv der Zeit, gewannen über 10.000 zahlende Mitglieder und hatten mehr als 5.000 Frauen auf unseren Events. Und trotzdem wird mir in diesem Moment klar: Ich bin nicht mehr die Richtige für dieses Unternehmen. Und das Unternehmen ist nicht mehr das Richtige für mich. Dieses Gefühl kam nicht über Nacht. Es hatte sich über Monate eingeschlichen. Wir hatten etwas aufgebaut, das funktionierte: eine Plattform, die Feminismus aus der Nische in den öffentlichen Diskurs brachte. Ein Team von über 20 Menschen. Und gleichzeitig war da diese Leere zwischen meiner Leidenschaft und mir.

„Gehen“ war kein Thema

Vielleicht hatten wir als Gründerinnen irgendwann nicht mehr die Energie, immer wieder alles zu retten, auf Gehalt zu verzichten, das Private hintenanzustellen, das Team aufzufangen. Und gleichzeitig fühlte sich Gehen unmöglich an. Wegen der Arbeitsplätze. Wegen der Investor*innengelder. Wegen einer Verantwortung, die größer geworden war als wir selbst. Wie konnte ich wieder glücklich werden? Warum hatte ich mir nie die Zeit genommen, mich zu fragen, was ich eigentlich wollte? Wer war ich ohne mein Unternehmen?

Die eine Frage, die sich fast keine Gründer*in traut zu stellen

Sechs Jahre später sitze ich mit einer Gründerin in einem Café in Prenzlauer Berg. Sie hat aus der Arbeitslosigkeit gegründet, alleinerziehend, ohne Investorengelder. Von Anfang an profitabel, bewusst langsam wachsend. Ich liebe ihre Klarheit. Am nächsten Tag telefoniere ich mit einer Hamburger Gründerin. Erstes großes Investor*innen-Meeting. „Sie wollten wissen, wie groß wir werden wollen.“

„Man ist schnell Excel-Millionärin“, sage ich.

„Ich habe gesagt, was sie hören wollten“, antwortet sie. „Aber ehrlich? Ich weiß nicht mal, ob ich das will.“ Ich kenne dieses Gefühl. Dieses Abrutschen in ein Skript, das jemand anderes geschrieben hat. Diese Gespräche sind kein Zufall. Sie sind der Grund, warum wir 2024 die FOUNDERS CIRCLE ACADEMY gegründet haben. Nach meinem Ausstieg bei EDITION F, einem echten Baby, und dem Wunsch nach kleinerem, fokussierterem Arbeiten, wollten wir einen Raum schaffen, in dem Gründung ganzheitlich gedacht wird – weil nachhaltiges Unternehmenswachstum nur dann entsteht, wenn persönliche Entwicklung und Business-Entscheidungen zusammengehen.

Tabu-Frage Fremdkapital

Was ich gelernt habe: Die wenigsten Gründer*innen halten wirklich inne. Es geht ums Wachsen, ums Durchhalten, ums Funktionieren. Und dann ums nächste Wachstum. Gleichzeitig stellen immer mehr Menschen Fragen, die früher tabu waren: Brauche ich wirklich Fremdkapital? Muss ich durchgehend verfügbar sein? Oder ist es wichtiger, Familie, Freund*innen und mich selbst zu priorisieren? Was ist Erfolg eigentlich – und wann macht er glücklich? Das sind Fragen, die ich mir bei EDITION F kaum gestellt habe. Nicht 2013 beim Start. Nicht 2016, kurz vor der Pleite. Nicht 2017, als wir auf 35 Mitarbeitende wuchsen. Nicht 2018, als unser Modell kippte und wir ein Drittel des Teams gehen lassen mussten. Ich bin gerannt. Immer weiter. Und habe dabei vor allem an andere gedacht.

Was ich als Gründerin viel zu spät verstanden habe

Als wir die FOUNDERS CIRCLE ACADEMY starteten, fragten meine neue Business-Partnerin Caro von Cube und ich uns: Was hätten wir selbst gebraucht? Daraus sind 100 Fragen entstanden – Fragen, die ich mir früher nie gestellt habe und die heute den Kern unserer gemeinsamen Arbeit bilden. Ende Januar startet BASE RELOADED, unser Programm für Gründer*innen, die ihre Basis bewusst legen oder neu ausrichten wollen. Nicht höher, schneller, weiter – sondern klarer, ehrlicher, nachhaltiger. Wir sprechen über Dinge, die in Pitch Decks keinen Platz haben, aber die das Fundament legen. Eine Geschäftsführerin schreibt mir über LinkedIn. Sie hat eine alte Folge unseres Achterbahn-Podcasts gehört. „Ich stehe genau da, wo du damals standest.“ Wir telefonieren. Sie hat vor zwei Jahren ein Gastro-Unternehmen übernommen. 15 Mitarbeitende. Von außen ein Erfolg. „Aber ich habe das Gefühl, zu ertrinken“, sagt sie. „Ich komme mir vor wie die Feuerwehr, die von Brandort zu Brandort rennt.“ Ich frage sie: „Hast du dir jemals überlegt, wie viel Transparenz du deinem Team gegenüber haben willst?“

Pause.

„Wann bist du wirklich aus der Verantwortung herausgegangen, damit jemand anders hereingehen konnte?“ Bei BASE RELOADED arbeiten wir genau an diesen Themen: Wie schaffe ich eine Kultur, in der auch ich als Gründerin bei mir bleiben kann? Wie baue ich ein Unternehmen, das zu mir passt, nach meinen Regeln?

Was Erfolg im Startup wirklich bedeutet (und warum Umsatz nicht reicht)

In BASE RELOADED gibt es eine Frage, die mich jedes Mal berührt: „Ich würde mich erfolgreich fühlen, wenn …“

Die Antworten sind selten Umsatz oder Exit. Stattdessen höre ich:
„… „Wenn ich abends noch Energie für meine Kinder habe.“
„… „Wenn mein Team gerne arbeitet.“
„… „Wenn ich mich auf meine Arbeitstage freue.“

Das sind keine klassischen KPIs. Aber es sind die, die darüber entscheiden, ob du langfristig glücklich bist. Ich habe lange geglaubt, mein Glück hinge am Erfolg von EDITION F. Heute weiß ich: Erfolg ist für mich, ein Leben zu führen, das sich stimmig anfühlt. Arbeit zu machen, die Sinn ergibt. Menschen zu begleiten, die mich inspirieren.

Es gibt nur „deinen Weg“

Es gibt keinen richtigen Weg. Es gibt nur deinen. Groß oder klein, Team oder Solo, skalierend oder stabil. Alles ist okay – solange es deine bewusste Entscheidung ist. Die Achterbahnfahrt geht weiter. Aber ich fahre sie heute anders: mit mehr Klarheit, mehr Selbstfürsorge und mehr Freiheit. Ein Unternehmen aufzubauen, das dich glücklich macht, heißt nicht, perfekt zu sein. Es heißt, etwas zu bauen, das zu dir passt. Das ist die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe. Und die ich heute weitergebe.

Business Punk Special Deal für BASE RELOADED

BASE RELOADED ist unser Gründer*innen-Programm für alle, die ihr Business bewusst, nachhaltig und passend zum eigenen Leben aufbauen wollen. Der nächste Durchgang startet am 26. Januar. Dich erwarten der Austausch in einer starken, vertraulichen Gruppe, individuelles Sparring in 1:1-Sessions, dein persönlicher Inner Circle, inspirierende Gäste aus der Startup-Szene sowie ein besonderes Dinner im HERITAGE Berlin – plus einige Überraschungen, die wir hier bisher nicht spoilern.

Für alle Business-Punk-Leser*innen gibt es einen Special Deal: Wenn du im Bewerbungsprozess (Bewerbung möglich bis 23. Januar) das Stichwort Business Punk angibst, zahlst du 1.500 Euro zzgl. MwSt. statt 1.900 Euro (du sparst 400 Euro). Zusätzlich schenken wir dir eine 90-minütige 1:1-Session im Wert von 250 Euro. Gemeinsam mit unseren Partnern Qonto, RSR Rechtsanwälte und dem HERITAGE Berlin vergeben wir außerdem Teil-Stipendien, mit denen du nur 950 Euro netto zahlst.

Vor dem Programmstart führen wir einen kurzen Bewerbungsprozess durch – unabhängig davon, ob du dich auf ein Teilstipendium bewirbst oder nicht. So stellen wir sicher, dass BASE RELOADED inhaltlich und zeitlich zu deiner aktuellen Gründungssituation passt. Das Ganze dauert 5–10 Minuten und du kannst ganz spontan antworten, versprochen.

Bewerbungen für Base reloaded und alle weiteren Infos findest du hier: https://founderscircleacademy.com/base/.

Bild: Caro von Cube (rechts) und Nora-Vanessa Wohlert von Edition F

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