Einsteins Erbin? Die junge Physikerin Sabrina codiert das Universum neu
Während andere ihre Personal Brand auf LinkedIn polieren, baut Sabrina Gonzalez Pasterski an einem neuen Betriebssystem für das Universum. Ist die 33-jährige Physikerin tatsächlich die neue Einstein?
Mit 16 Jahren flog sie ihr selbstgebautes Flugzeug, heute jagt sie nach der Weltformel. Sabrina Gonzalez Pasterski hat keine Zeit für Social Media Selbstdarstellung oder TED-Talks über Quantenphysik für Anfänger.
Stattdessen arbeitet die 33-jährige theoretische Physikerin an nichts Geringerem als einer neuen Betriebslogik für unser Universum. Während Tech-Gründer von Moonshots sprechen, rechnet sie tatsächlich mit kosmischen Dimensionen.
Die Garagen-Physikerin
Pasterski startete nicht auf dem klassischen Weg. Als Tochter kubanischer Einwanderer schraubte sie als Teenager in einer Chicagoer Garage an einem einmotorigen Flugzeug, das sie mit 16 selbst in die Luft brachte. Ihre MIT-Bewerbung landete zunächst auf der Warteliste, wie laut „Remezcla“ berichtet wird.
Doch sie kämpfte sich rein und lieferte den perfekten 5.0-GPA ab – inklusive Auszeichnung für die beste Abschlussnote in Physik. Statt ihre beeindruckenden Praktika bei NASA, Boeing und Blue Origin in eine lukrative Aerospace-Karriere umzumünzen, wechselte sie radikal die Richtung. Sie entschied sich für die theoretische Physik und ging für ihren PhD nach Harvard. Ein ungewöhnlicher Schritt vom konkreten Engineering zur abstraktesten Form der Wissenschaft.
Harvard, Hawking und der Durchbruch
In Harvard tauchte Pasterski in die Königsdisziplin ein: Quantengravitation unter Starphysiker Andrew Strominger. Dort identifizierte sie den „Spin Memory Effect“ – einen neuartigen Gravitationseffekt, der als messbare Signatur von Gravitationswellen gilt. Das Besondere: Ihre ersten wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurden bereits 2016 von Stephen Hawking zitiert, wie „SD2“ dokumentiert.
„Während andere Nachwuchsforscher noch an ihrer ersten Veröffentlichung arbeiten, diskutierte Hawking bereits ihre Theorien“, so „CapTechU“. Pasterski wurde Teil eines elitären Diskurses über Symmetrien, Soft-Theoreme und Gravitationswellen – Grundlagenforschung, die unser Verständnis des Universums neu formatieren könnte.
Das Universum als Hologramm
Nach ihrer Promotion wechselte Pasterski ans Princeton Center for Theoretical Science und fokussierte sich auf ein radikales Konzept: „Celestial Holography“ – die Hypothese, dass unser vierdimensionales Universum als Hologramm auf einer zweidimensionalen Grenzfläche kodiert sein könnte.
Das klingt wie Science-Fiction, basiert aber auf konkreten mathematischen Formeln und Symmetriegruppen. 2021 wurde sie Faculty am renommierten Perimeter Institute und gründete dort die Celestial Holography Initiative. Die Simons Foundation stellte dafür rund 8 Millionen US-Dollar bereit. Als Deputy Director leitet sie nun ein Team von Spitzenforschern mit einer ambitionierten Mission: Die Vereinigung von Gravitation und Quantenmechanik in einem konsistenten Framework – quasi die Suche nach der Weltformel.