Female & Forward Einsteins Erbin? Die junge Physikerin Sabrina codiert das Universum neu

Einsteins Erbin? Die junge Physikerin Sabrina codiert das Universum neu

Während andere ihre Personal Brand auf LinkedIn polieren, baut Sabrina Gonzalez Pasterski an einem neuen Betriebssystem für das Universum. Ist die 31-jährige Physikerin tatsächlich die neue Einstein?

Mit 16 Jahren flog sie ihr selbstgebautes Flugzeug, heute jagt sie nach der Weltformel. Sabrina Gonzalez Pasterski hat keine Zeit für Social Media Selbstdarstellung oder TED-Talks über Quantenphysik für Anfänger.

Stattdessen arbeitet die 31-jährige theoretische Physikerin an nichts Geringerem als einer neuen Betriebslogik für unser Universum. Während Tech-Gründer von Moonshots sprechen, rechnet sie tatsächlich mit kosmischen Dimensionen.

Die Garagen-Physikerin

Pasterski startete nicht auf dem klassischen Weg. Als Tochter kubanischer Einwanderer schraubte sie als Teenager in einer Chicagoer Garage an einem einmotorigen Flugzeug, das sie mit 16 selbst in die Luft brachte. Ihre MIT-Bewerbung landete zunächst auf der Warteliste, wie laut „Remezcla“ berichtet wird.

Doch sie kämpfte sich rein und lieferte den perfekten 5.0-GPA ab – inklusive Auszeichnung für die beste Abschlussnote in Physik. Statt ihre beeindruckenden Praktika bei NASA, Boeing und Blue Origin in eine lukrative Aerospace-Karriere umzumünzen, wechselte sie radikal die Richtung. Sie entschied sich für die theoretische Physik und ging für ihren PhD nach Harvard. Ein ungewöhnlicher Schritt vom konkreten Engineering zur abstraktesten Form der Wissenschaft.

Harvard, Hawking und der Durchbruch

In Harvard tauchte Pasterski in die Königsdisziplin ein: Quantengravitation unter Starphysiker Andrew Strominger. Dort identifizierte sie den „Spin Memory Effect“ – einen neuartigen Gravitationseffekt, der als messbare Signatur von Gravitationswellen gilt. Das Besondere: Ihre ersten wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurden bereits 2016 von Stephen Hawking zitiert, wie „SD2“ dokumentiert.

„Während andere Nachwuchsforscher noch an ihrer ersten Veröffentlichung arbeiten, diskutierte Hawking bereits ihre Theorien“, so „CapTechU“. Pasterski wurde Teil eines elitären Diskurses über Symmetrien, Soft-Theoreme und Gravitationswellen – Grundlagenforschung, die unser Verständnis des Universums neu formatieren könnte.

Das Universum als Hologramm

Nach ihrer Promotion wechselte Pasterski ans Princeton Center for Theoretical Science und fokussierte sich auf ein radikales Konzept: „Celestial Holography“ – die Hypothese, dass unser vierdimensionales Universum als Hologramm auf einer zweidimensionalen Grenzfläche kodiert sein könnte.

Das klingt wie Science-Fiction, basiert aber auf konkreten mathematischen Formeln und Symmetriegruppen. 2021 wurde sie Faculty am renommierten Perimeter Institute und gründete dort die Celestial Holography Initiative. Die Simons Foundation stellte dafür rund 8 Millionen US-Dollar bereit. Als Deputy Director leitet sie nun ein Team von Spitzenforschern mit einer ambitionierten Mission: Die Vereinigung von Gravitation und Quantenmechanik in einem konsistenten Framework – quasi die Suche nach der Weltformel.

Die „Next Einstein“-Debatte

Die Medien haben Pasterski längst als „Next Einstein“ oder „Female Einstein“ gelabelt. Tatsächlich erklärt diese Etikettierung auch den viralen Instagram-Claim „Harvard believes the next Einstein is among us“ – obwohl dies eher Mediennarrativ als offizielle Harvard-Position ist.

Ihre Kombination aus praktischer Engineering-Erfahrung (eigenes Flugzeug als Teenager), perfekter akademischer Performance und bahnbrechender Theoriearbeit macht sie in der Physikwelt zu einer Ausnahmeerscheinung. Während Social-Media-Clips den „Female Einstein“-Hype befeuern, liegt ihr eigentlicher wissenschaftlicher Wert in ihren formalen Beiträgen zur Infrarot-Struktur der Gravitation.

Die Anti-Influencer-Strategie

Pasterski verkörpert eine radikale Gegenbewegung zur Personal-Brand-Ökonomie. Sie hat keine aktiven Social-Media-Profile, gibt kaum Interviews und konzentriert sich ausschließlich auf ihre Forschung. Diese konsequente Fokussierung auf Substanz statt Selbstdarstellung zahlt sich aus: Mit 31 Jahren gehört sie bereits zur Weltspitze der theoretischen Physik.

Sie nutzt Elite-Institutionen wie MIT, Harvard und Princeton nicht als Karrieresprungbretter oder Prestigemarker, sondern als Infrastruktur für ihre wissenschaftliche Mission. Ihre Strategie: Tiefe statt Breite, langfristige Forschung statt kurzfristiger Aufmerksamkeit, echte Innovation statt Marketing-Buzz.

Business Punk Check

Der „Next Einstein“-Hype um Pasterski ist teilweise überzogen, aber ihre wissenschaftlichen Beiträge sind real und substanziell. Was sie von Tech-Gründern unterscheidet: Sie verkauft keine Zukunftsversprechen, sondern liefert konkrete mathematische Modelle. Ihre Anti-Branding-Strategie ist paradoxerweise ihr stärkstes Branding-Asset.

In einer Welt, in der jeder Nachwuchswissenschaftler zum TED-Talk-tauglichen Influencer werden will, setzt sie auf radikale Substanz. Das Ergebnis: Hawking zitierte ihre Arbeit, die Simons Foundation investierte 8 Millionen Dollar in ihre Forschung. Die Lektion für Business-Innovatoren: Manchmal ist der effektivste Karriereboost, sich komplett auf die Arbeit zu konzentrieren und den Hype anderen zu überlassen.

Häufig gestellte Fragen zu Sabrina Gonzales Pasterski

Ist der „Next Einstein“-Hype um Pasterski gerechtfertigt?

Der Vergleich mit Einstein ist medienwirksam, aber wissenschaftlich problematisch. Pasterski hat bedeutende Beiträge zur theoretischen Physik geleistet, aber Einsteins revolutionäre Theorien veränderten unser Weltbild fundamental. Ihre Arbeit zur Celestial Holography könnte jedoch tatsächlich bahnbrechend sein – die wissenschaftliche Community beobachtet ihre Forschung mit großem Interesse.

Was können Führungskräfte von Pasterskis Anti-Branding-Strategie lernen?

Ihre konsequente Fokussierung auf Substanz statt Selbstdarstellung ist ein Gegenentwurf zur LinkedIn-Optimierungskultur. Für Innovatoren bedeutet das: Echte Durchbrüche entstehen nicht durch Marketing, sondern durch tiefe, langfristige Arbeit an komplexen Problemen. Investieren Sie Zeit in Expertise statt in Personal Branding – Reputation folgt Resultaten.

Welche praktischen Anwendungen könnte Pasterskis Forschung haben?

Ihre Arbeit an Quantengravitation und Celestial Holography ist Grundlagenforschung ohne unmittelbare Anwendungen. Langfristig könnte sie jedoch unser Verständnis von Schwarzen Löchern, der Entstehung des Universums und Quantencomputern revolutionieren. Die Technologiegeschichte zeigt: Grundlagenforschung führt oft zu unerwarteten Innovationssprüngen, die erst Jahrzehnte später kommerzialisiert werden.

Warum investieren Stiftungen Millionen in abstrakte theoretische Physik?

Die Simons Foundation und ähnliche Institutionen investieren in Grundlagenforschung, weil sie das Fundament für künftige Technologiesprünge legt. Während Venture Capital auf 3-5 Jahre Return-Horizonte setzt, denken wissenschaftliche Stiftungen in Dekaden. Für Unternehmen bedeutet das: Neben kurzfristigen Innovationen sollten auch langfristige Grundlagenforschungsprojekte Teil der Innovationsstrategie sein.

Quellen: Remezcla, CapTechU, SD2, Physicsgirl.com

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