Startup & Scaling 13 deutsche Startups in den Growth50: Europas Unicorns von morgen

13 deutsche Startups in den Growth50: Europas Unicorns von morgen

Deutschland stellt 13 der 50 aussichtsreichsten Scale-ups Europas. Mehr als jedes andere Land. Die Tech Tour Growth50 zeigt: Deutschlands Tech-Szene ist nicht mehr aufzuhalten.

Zwei Wochen hat es 2026 gedauert, bis Osapiens aus Mannheim die Milliarden-Marke knackte. Jetzt könnten 13 weitere deutsche Firmen folgen. Die Tech Tour Growth50, ein Zusammenschluss führender europäischer Kapitalgeber, hat die aussichtsreichsten Scale-ups des Kontinents gekürt.

Deutschland führt die Liste an – mit Abstand. Frankreich und Großbritannien folgen dahinter. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Verschiebung: Deutschlands Tech-Ökosystem hat sich von der Kopie amerikanischer Geschäftsmodelle verabschiedet und setzt auf DeepTech, Nachhaltigkeit und industrielle Anwendungen.

Warum deutsche Startups plötzlich dominieren

Die Zahlen sind eindeutig: 13 von 50 Unternehmen kommen aus Deutschland. Fast 40 Prozent des gesamten Kapitals der Growth50 – 2,2 Milliarden Euro – fließt in deutsche Firmen. Frankreich liegt mit 875 Millionen Euro weit dahinter, Großbritannien mit 825 Millionen Euro.

Was ist passiert? Deutsche Gründer haben verstanden, dass Europa keine zweite Silicon-Valley-Kopie braucht. Stattdessen setzen sie auf Technologien, die echte Probleme lösen: Batterierecycling, Kernfusion, Satellitendaten, medizinische KI.

Bereiche, in denen Deutschland industrielle Stärke und technologisches Know-how mitbringt. Die Tech Tour Growth50 ist keine Marketing-Veranstaltung. Über 70 internationale Venture-Capital-Fonds und Growth-Investoren wählen die Unternehmen aus.

Kriterien: mindestens 20 Millionen Euro Finanzierung, über 100 Millionen Euro Bewertung, starkes Wachstum oder führende Technologie. Unicorns sind ausgeschlossen – es geht um die nächste Generation.

Die 50 ausgewählten Firmen haben zusammen 5,8 Milliarden Euro eingesammelt, durchschnittlich 135 Millionen Euro pro Unternehmen. 542 Investoren sind beteiligt. Die deutsche Dominanz ist keine statistische Anomalie, sondern Ausdruck einer strategischen Neuausrichtung.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Acht der 13 deutschen Firmen kommen aus dem Sustainability-Bereich.

Cylib baut in Dormagen eine Recyclinganlage für 60.000 Tonnen Altbatterien jährlich – das entspricht 140.000 Elektrofahrzeugen. Die Firma verspricht, 90 Prozent der Rohstoffe zurückzugewinnen. Proxima Fusion und Marvel Fusion arbeiten an kommerziellen Kernfusionskraftwerken. Der Bund fördert den Sektor mit 2,4 Milliarden Euro.

Ecoworks saniert Immobilien seriell mit vorgefertigten Fassaden- und Dachelementen aus Roboterfertigung. Instagrid liefert tragbare Batteriesysteme für Baustellen und Militär – die Bundeswehr hat bereits bestellt, europäische Partnerländer folgen.

Ororatech betreibt 17 Nanosatelliten mit Wärmebildkameras zur Waldbranderkennung. Bis Ende 2027 sollen es 100 Satelliten sein. Twaice analysiert Batterieverhalten und Lebensdauer für Energieunternehmen. Konux überwacht Gleisanlagen KI-gestützt für die Deutsche Bahn.

Diese Firmen lösen keine hypothetischen Zukunftsprobleme, sondern adressieren akute Infrastruktur- und Klimaherausforderungen. Der europäische Green Deal schafft regulatorische Anreize, die deutschen Startups nutzen können – während amerikanische Konkurrenten auf anderen Märkten fokussiert sind.

Health und DeepTech: Deutschlands zweite Front

Amboss hat 240 Millionen Dollar eingesammelt – eine der größten Finanzierungsrunden unter den 13 deutschen Scale-ups. Die medizinische Wissensplattform wird von über einer Million Medizinern weltweit genutzt. Dieses Jahr soll KI-gestützte Entscheidungsunterstützung in die breite Anwendung kommen.

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