Business & Beyond Aramco-Chef warnt: Öl-Krise wird zur Weltwirtschafts-Bombe

Aramco-Chef warnt: Öl-Krise wird zur Weltwirtschafts-Bombe

Saudi Aramco kämpft mit Pipeline-Engpässen und iranischen Drohnenangriffen. CEO Amin Nasser spricht von der größten Krise der Ölindustrie – während der Konzern drei Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe steckt.

Der Chef des weltgrößten Ölproduzenten findet drastische Worte. Amin Nasser, CEO von Saudi Aramco, warnt vor katastrophalen Folgen für die globalen Ölmärkte, sollte der Irankrieg die Produktion weiter einschränken. Die Lage ist ernst: Aramco muss seine Exporte über eine Pipeline am Roten Meer umleiten – mit massiven Kapazitätsengpässen. Gleichzeitig bombardiert der Iran saudische Ölfelder, während Riad seine Produktion drosselt. Die Energiemärkte stehen vor der größten Belastungsprobe seit Jahrzehnten.

Pipeline-Poker mit begrenzter Kapazität

Aramco verlegt seine Exportrouten vom Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer. Das Problem: Die Pipeline schafft maximal fünf Millionen Barrel täglich. Normalerweise exportiert der Konzern sieben Millionen Barrel – ein Zehntel der weltweiten Ölversorgung. Zwei Millionen Barrel fließen an inländische Raffinerien, der Rest geht in den Export.

Laut Handelsblatt fährt Aramco die Kapazität auf Maximum hoch, doch die Lücke bleibt. Saudi-Arabien kürzt parallel die Produktion um 2,5 Millionen Barrel pro Tag. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak und Kuwait ziehen nach – und verschärften ihre Kürzungen diese Woche erneut.

Kriegsfolgen: Raffinerien unter Beschuss

Nasser hält sich mit Produktionszahlen bedeckt, räumt aber ein, dass Aramco schwere Ölsorten vorerst nicht fördert. Seine Warnung ist eindeutig: Je länger der Krieg dauert, desto verheerender die Konsequenzen für den Ölmarkt. Katars Energieminister Saad al-Kaabi sieht die Weltwirtschaft am Abgrund, sollte der Konflikt eskalieren.

Nasser widerspricht allerdings der Einschätzung, ein Produktionsstopp würde wochenlange Wiederanlaufzeiten bedeuten. Aramco könne innerhalb weniger Tage wieder voll produzieren. Die größte saudische Raffinerie steht nach Drohnenangriffen still, der Wiederanlauf läuft. Am Montag vereitelte Saudi-Arabien einen iranischen Angriff auf das Ölfeld Schiba – Teherans Antwort auf israelische Attacken.

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