Drive & Dreams Autobauer im Absturz: Wie BMW, VW und Mercedes China verlieren

Autobauer im Absturz: Wie BMW, VW und Mercedes China verlieren

Deutsche Premiumhersteller starten mit Minus ins Jahr 2026: BMW -3,5%, VW -4%, Mercedes -6%. China und Trump-Zölle drücken, nur Europa wächst. Paradox: E-Autos brechen ein, doch BMW meldet Rekord-Bestellungen.

Die Party ist vorbei. BMW verkaufte im ersten Quartal 2026 weltweit 565.748 Fahrzeuge – 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit reiht sich München in eine deprimierende Liste ein: Volkswagen minus 4 Prozent, Mercedes minus 6 Prozent, Porsche sogar minus 14,7 Prozent, wie heise berichtet. Die deutsche Autoindustrie trudelt, und der Hauptschuldige heißt China.

Der China-Albtraum wird real

Während BMW in China 10 Prozent verliert, bricht Mercedes dort um 27 Prozent ein, wie das Handelsblatt berichtet. VW verlor 15 Prozent, ausgeliefert wurden nur noch 548.700 Fahrzeuge. Der einst goldene Markt schrumpft, und lokale Anbieter wie BYD fressen den Deutschen das Geschäft weg. „Der weltweite Automobilmarkt ging bis Ende März insgesamt zurück“, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert laut WirtschaftsWoche. Klingt nach Ausrede, ist aber nur die halbe Wahrheit: Chinesische Hersteller wachsen nämlich.

Auch keine Rettung. Trump-Zölle drücken VW um 20,5 Prozent, BMW verliert 4,3 Prozent [heise]. Einzig Mercedes trotzt dem Trend mit plus 20 Prozent – offenbar funktioniert Luxus auch unter Protektionismus.

Europa als letzter Strohhalm

Der Heimatkontinent rettet die Bilanz: BMW wuchs in Deutschland um 10,7 Prozent auf 68.000 Fahrzeuge, europaweit um 3 Prozent. VW legte in Westeuropa 4,2 Prozent zu, Mercedes 7 Prozent, wie Wiwo berichtet. Der Grund: Im März schossen E-Auto-Neuzulassungen in Deutschland dank neuer Förderung um 66 Prozent hoch, so heise.

Nur: Davon profitiert BMW kaum. Der E-Auto-Absatz des Konzerns brach um 20 Prozent auf 87.500 Fahrzeuge ein – während in Deutschland E-Autos boomen. Das Paradox erklärt sich mit Produktzyklen: Die alte E-Flotte verkauft sich schlecht, die neue ist kaum lieferbar.

Das iX3-Versprechen: 50.000 Vorbestellungen

Hoffnung macht die „Neue Klasse“, BMWs elektrische Zukunft. Der iX3 sammelte seit Bestellstart „deutlich mehr als 50.000 Auftragseingänge“ in Europa ein, so Vertriebsvorstand Jochen Goller gegenüber heise. Das übertrifft die Erwartungen der Münchner. Ausgeliefert wurde bisher fast nichts – die Zahlen könnten im zweiten Halbjahr steigen.

Porsche erwischte es am härtesten: Minus 14,7 Prozent auf 61.000 Fahrzeuge. Die Luxusmarke leidet besonders unter China-Schwäche und stockender Nachfrage nach Luxus-SUVs. VW hielt trotz Rückgängen den globalen Marktanteil „weitgehend stabil“, wie der Konzern betont – was angesichts schrumpfender Märkte tatsächlich eine Leistung ist.

Business Punk Check

Die deutschen Autobauer stecken in der Zwickmühle: China, jahrelang Cashcow, wird zum Albtraum. Lokale Konkurrenz dominiert bei E-Autos, der Markt schrumpft, und die Deutschen verlieren Marktanteile. Trump-Zölle machen die USA unsicher. Europa wächst zwar, kann aber die Verluste nicht kompensieren.

Das iX3-Interesse bei BMW zeigt: Neue Produkte könnten funktionieren – wenn sie denn lieferbar wären. Die wahre Prüfung kommt Ende April mit den Quartalszahlen: Dann sehen wir, ob sinkende Verkäufe auch Gewinneinbrüche bedeuten. Für Investoren gilt: Abwarten. Für die Hersteller: Schneller werden. China verzeiht keine Produktzyklen von fünf Jahren mehr.

Häufig gestellte Fragen

Warum verkauft BMW weniger Autos?

BMW verlor 3,5 Prozent Absatz durch China-Schwäche (minus 10 Prozent) und US-Rückgang (minus 4,3 Prozent). E-Autos brachen um 20 Prozent ein, weil alte Modelle schwächeln und neue kaum lieferbar sind.

Wie schneiden VW und Mercedes ab?

VW verkaufte 4 Prozent weniger (2,05 Mio. Fahrzeuge), Mercedes 6 Prozent weniger (499.700). Porsche traf es am härtesten: minus 14,7 Prozent auf 61.000 Fahrzeuge. China drückt alle massiv.

Warum wächst BMW in Deutschland trotz E-Auto-Einbruch?

Deutsche E-Auto-Förderung ließ Neuzulassungen im März um 66 Prozent steigen. BMW profitiert mit plus 10,7 Prozent in Deutschland, obwohl konzernweit E-Autos minus 20 Prozent liegen – Produktzyklen verschieben den Effekt.

Was ist die BMW Neue Klasse?

BMWs elektrische Zukunftsplattform, Debüt mit iX3. Über 50.000 Vorbestellungen in Europa übertreffen Erwartungen deutlich. Auslieferungen starten 2026, könnten E-Absatz im zweiten Halbjahr pushen.

Quellen: heise, Handelsblatt, WirtschaftsWoche, Bild

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