Startup & Scaling Revolut will 200 Milliarden wert sein – und Storonsky reicher als Musk werden

Revolut will 200 Milliarden wert sein – und Storonsky reicher als Musk werden

Die britische Neobank peilt 2028 einen Mega-Börsengang an. Gründer Nik Storonsky könnte dabei persönlich 80 Milliarden Dollar einsacken – mehr als jeder Tech-Gründer vor ihm.

Revolut macht keine halben Sachen. Während europäische Banken um jeden Prozentpunkt Marktanteil kämpfen, plant die britische Neobank einen Börsengang, der selbst Silicon-Valley-Verhältnisse sprengt: 150 bis 200 Milliarden Dollar Bewertung für 2028, wie die Financial Times unter Berufung auf Investorenkreise berichtet. Das wäre das Dreifache der aktuellen Bewertung von 75 Milliarden Dollar – und mehr als Barclays, Deutsche Bank und Société Générale zusammen wert sind. Die Zahlen klingen nach Größenwahn.

Doch Revolut liefert: 1,7 Milliarden Dollar Gewinn 2025, ein Plus von 57 Prozent. Der Umsatz kletterte auf sechs Milliarden Dollar, getrieben durch 68,3 Millionen Kunden weltweit. „Wir sind eine Bank, und für eine Bank ist Vertrauen extrem wichtig. Börsennotierte Unternehmen genießen mehr Vertrauen als private Unternehmen“, sagte Gründer Nik Storonsky laut Bloomberg gegenüber Private-Equity-Legende David Rubenstein.

Das 80-Milliarden-Paket

Hinter den IPO-Plänen steckt mehr als strategisches Kalkül – nämlich das wohl dreisteste Vergütungspaket der Tech-Geschichte. Storonsky hat sich ein Incentive-System nach Elon-Musk-Vorbild geschneidert: Erreicht Revolut die 200-Milliarden-Bewertung, steigt sein Anteil auf rund 40 Prozent. Das entspricht einem persönlichen Vermögen von 80 Milliarden Dollar, wie Financial Times berichtet. Der Deal ist seit Jahren fix: Ab einer Bewertung von 150 Milliarden Dollar wachsen Storonskys Anteile automatisch um mehrere Prozentpunkte. Ein goldener Fallschirm?

Eher ein Raketenantrieb. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 plant Revolut einen weiteren Secondary Share Sale, bei dem Altinvestoren wie Balderton Capital oder Index Ventures Anteile verkaufen können. Dabei rechnet man intern mit einer Bewertung von über 100 Milliarden Dollar – ein weiterer Schritt Richtung IPO-Gigantismus.

Banklizenz als Gamechanger

Der strategische Coup kam im März 2026: Nach jahrelangem Warten erhielt Revolut endlich die vollständige britische Banklizenz. Damit darf die Neobank nun Kundeneinlagen direkt entgegennehmen und Kredite vergeben – bisher war man auf Partner angewiesen. In der EU hält Revolut bereits seit 2018 eine Lizenz über die litauische Zentralbank. Jetzt folgt der US-Markt: Im März 2026 beantragte das Fintech dort ebenfalls eine Banklizenz, wie TechCrunch meldet. Die internationale Expansion läuft auf Hochtouren.

Revolut ist in 40 Märkten aktiv, darunter seit Oktober in Indien. Bis 2030 will CEO Storonsky die 100-Millionen-Kunden-Marke knacken und 30 weitere Märkte erobern. Das Geschäftsmodell: Multi-Currency-Konten, Krypto-Trading, Versicherungen – alles aus einer App.

Business Punk Check

Ist Revolut wirklich 200 Milliarden Dollar wert? Die Wachstumszahlen sind beeindruckend, keine Frage. Aber: Die Bewertung wäre höher als jede europäische Bank – bei einem Bruchteil der Assets. Storonskys Vergütungspaket riecht nach Hybris. 80 Milliarden persönliches Vermögen für einen Gründer, der bisher nie nachhaltige Profitabilität in der Breite bewiesen hat? Das ist kein Incentive mehr, das ist Selbstbedienung in Tesla-Dimensionen.

Die UK-Banklizenz ist ein Meilenstein, sicher. Doch regulatorische Hürden, besonders in den USA, könnten den Zeitplan sprengen. Und was, wenn die Märkte 2028 nicht mitspielen? Der geplante Secondary Sale Ende 2026 wird zeigen, ob institutionelle Investoren die Bewertung mittragen. Bis dahin bleibt Revolut das wertvollste Startup Europas – mit dem höchsten Risiko für einen Realitätscheck.

Häufig gestellte Fragen

Wann geht Revolut an die Börse?

Frühestens 2028, wie Gründer Nik Storonsky bestätigte. Zuvor ist für Ende 2026 ein weiterer Anteilsverkauf geplant, der die Bewertung auf über 100 Milliarden Dollar treiben soll.

Wie viel könnte Storonsky beim IPO verdienen?

Bei einer Bewertung von 200 Milliarden Dollar würde sein Anteil auf 40 Prozent steigen – ein persönliches Vermögen von 80 Milliarden Dollar. Das Paket ist vertraglich seit Jahren festgeschrieben und orientiert sich an Elon Musks Tesla-Deal.

Was bedeutet die UK-Banklizenz für Revolut?

Seit März 2026 darf Revolut in Großbritannien Einlagen direkt entgegennehmen und Kredite vergeben. Das macht das Geschäftsmodell nachhaltiger und reduziert die Abhängigkeit von Partnerbanken. Eine US-Lizenz ist beantragt.

Wie realistisch ist die 200-Milliarden-Bewertung?

Das wäre mehr als Barclays, Deutsche Bank und Société Générale zusammen. Bei 1,7 Milliarden Gewinn und 68 Millionen Kunden ambitioniert, aber nicht unmöglich – wenn das Wachstum anhält und die US-Expansion gelingt.

Quellen: t3n, TechCrunch, Trending Topics

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