Tech & Trends Meta feuert 8.000 Mitarbeiter – und trainiert KI mit ihren Daten

Meta feuert 8.000 Mitarbeiter – und trainiert KI mit ihren Daten

Meta entlässt zehn Prozent der Belegschaft und installiert gleichzeitig Tracking-Software auf Mitarbeiter-Computern. Die Daten sollen KI-Agenten trainieren, die künftig Jobs ersetzen. 135 Milliarden Dollar fließen in KI.

Meta macht ernst mit der KI-Revolution – und zwar auf Kosten der eigenen Leute. Mai fliegen rund 8.000 Beschäftigte raus, weitere 6.000 offene Stellen werden gestrichen. Gleichzeitig installiert der Konzern Tracking-Software auf den Rechnern seiner US-Mitarbeiter, um deren Arbeitsabläufe für KI-Training auszuwerten. Die Botschaft ist glasklar: Menschen werden durch Algorithmen ersetzt, und die Betroffenen liefern selbst noch die Daten dafür.

Personalchefin Janelle Gale begründete den Kahlschlag mit dem Ziel, das Unternehmen effizienter zu führen und Investitionen auszugleichen. Übersetzung: Die bis zu 135 Milliarden Dollar, die Meta 2025 in KI-Infrastruktur pumpt, müssen irgendwo herkommen. Ende 2025 beschäftigte der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern knapp 79.000 Menschen – zehn Prozent davon sind jetzt Geschichte.

KI ersetzt ganze Teams

Mark Zuckerberg hatte die Entlassungswelle bereits im Januar angedeutet. „Projekte, für die früher große Teams nötig waren, werden heute von einer einzigen sehr talentierten Person erledigt“, sagte er laut Spiegel. Die Realität dahinter: Meta setzt massiv auf KI-Agenten, die Arbeitsaufgaben autonom übernehmen sollen. Die neue Tracking-Software auf Mitarbeiter-Computern sammelt genau die Daten, die diese Automatisierung möglich machen.

Der Konzern befindet sich in einem brutalen Zyklus. Ende 2022 flogen 11.000 Leute, im März 2023 weitere 10.000. Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 stellte Meta dann wieder über 11.000 Beschäftigte ein – vor allem KI-Spezialisten, die der Konzern mit hohen Gehältern von anderen Firmen abwarb. Jetzt folgt die nächste Entlassungsrunde, während die KI-Investitionen explodieren.

Tracking-Software als Jobkiller

Die neue Überwachungssoftware ist Teil einer umfassenden Initiative zum Aufbau von KI-Agenten, wie aus internen Memos hervorgeht, über die Reuters berichtete. Meta analysiert, wie Mitarbeiter arbeiten, um diese Prozesse zu automatisieren. Das ist Tech-Disruption in Reinform – nur dass diesmal die eigenen Leute die Opfer sind.

Parallel dazu kauft Meta massenhaft Grafikprozessoren bei AMD ein, die in Rechenzentren für KI-Anwendungen unverzichtbar sind. Die Investitionsausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in diesem Jahr zeigen, wie ernst es Zuckerberg meint. Zum Vergleich: Vier US-Konzerne investieren dieses Jahr mehr in Rechenzentren als der gesamte deutsche Staat ausgibt.

Vier Wochen Ungewissheit

Personalchefin Gale räumte in ihrer E-Mail ein, dass die Mitarbeiter nun vier Wochen in Unsicherheit leben müssen. Nach Leaks habe man sich entschieden, die unfertigen Pläne vorzeitig bekanntzugeben. Die Betroffenen wissen also: Irgendwann im Mai kommt die Kündigung – aber nicht wann genau. Dieser Umgang mit Menschen zeigt, wie Meta Effizienz definiert.

Die 6.000 gestrichenen offenen Stellen bedeuten außerdem: Wer bleibt, muss mehr leisten. Die verbliebenen Teams sollen produktiver werden – unterstützt durch KI-Tools, die aus den Daten ihrer ehemaligen Kollegen trainiert wurden. Das ist die Zukunft der Arbeit nach Zuckerbergs Vision: weniger Menschen, mehr Algorithmen, maximale Rendite.

Business Punk Check

Metas Strategie entlarvt die brutale Wahrheit hinter der KI-Revolution: Technologie ersetzt nicht irgendwann Jobs – sie tut es jetzt, systematisch und gnadenlos. Während andere Konzerne noch von Produktivitätssteigerung durch KI schwärmen, zieht Zuckerberg knallhart durch. 8.000 Entlassungen, 135 Milliarden Dollar Investitionen, Tracking-Software auf Mitarbeiter-Rechnern – das ist keine Vision, sondern Realität. Die unbequeme Wahrheit: Meta macht nur öffentlich, was viele Unternehmen heimlich planen. KI-Agenten werden repetitive Aufgaben übernehmen, Teams schrumpfen, Produktivität pro Kopf explodiert. Wer glaubt, sein Job sei sicher, weil er komplex ist, sollte sich Zuckerbergs Aussage merken: Eine talentierte Person mit KI-Tools ersetzt heute ganze Teams. Für Entscheider bedeutet das: Entweder massiv in KI investieren und die eigene Belegschaft transformieren – oder zusehen, wie Wettbewerber mit schlankeren Strukturen davonziehen. Für Arbeitnehmer gilt: Wer nicht lernt, KI-Tools zu nutzen, wird durch jemanden ersetzt, der es kann. Die Disruption kommt nicht – sie ist längst da.

Häufig gestellte Fragen

Wie setzt Meta die Tracking-Software konkret ein?

Meta installiert Software auf Mitarbeiter-Computern in den USA, die Arbeitsabläufe aufzeichnet und analysiert. Diese Daten fließen in das Training von KI-Agenten, die künftig Aufgaben autonom übernehmen sollen. Der Konzern dokumentiert also, wie Menschen arbeiten, um sie durch Algorithmen zu ersetzen.

Welche Jobs sind bei Meta besonders gefährdet?

Alle Tätigkeiten, die sich in repetitive Prozesse zerlegen lassen, stehen auf der Abschussliste. Zuckerberg selbst sagte, dass einzelne Personen mit KI-Tools heute erledigen, wofür früher ganze Teams nötig waren. Betroffen sind vor allem operative Rollen, während KI-Spezialisten weiterhin mit hohen Gehältern umworben werden.

Lohnen sich Metas KI-Investitionen von 135 Milliarden Dollar?

Das ist die 135-Milliarden-Dollar-Frage. Meta wettet darauf, dass KI-Agenten die Produktivität so stark steigern, dass sich die Investitionen rechnen. Gleichzeitig riskiert der Konzern eine Blase – vier US-Tech-Riesen investieren dieses Jahr mehr in Rechenzentren als der deutsche Staat ausgibt. Ob das nachhaltig ist oder nur Hype, zeigt sich in den nächsten Jahren.

Können andere Unternehmen Metas Strategie kopieren?

Technisch ja, aber die Kosten sind brutal. Wer KI-Agenten entwickeln will, braucht massive Rechenkapazitäten, teure Grafikprozessoren und hochbezahlte Spezialisten. Kleinere Unternehmen können auf Cloud-Lösungen setzen, bleiben aber von den Tech-Giganten abhängig. Metas Vorteil: Der Konzern hat die Finanzkraft, die komplette Infrastruktur selbst aufzubauen.

Ist Mitarbeiter-Tracking für KI-Training legal?

In den USA gelten deutlich lockerere Datenschutzregeln als in Europa. Meta kann in den Staaten Tracking-Software einsetzen, solange Mitarbeiter informiert werden. In der EU wären solche Praktiken unter der DSGVO deutlich schwieriger umzusetzen. Die Frage ist weniger, ob es legal ist, sondern ob es ethisch vertretbar ist, Menschen für ihre eigene Ersetzbarkeit zu überwachen.

Quellen: Spiegel, Tagesschau, Zeit

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