Drive & Dreams Xpeng plant fliegende Autos 2027 – Luftfahrt oder Luftnummer?

Xpeng plant fliegende Autos 2027 – Luftfahrt oder Luftnummer?

Xpeng kündigt für 2027 Serienauslieferungen fliegender Autos an, plant Robotaxis und humanoide Roboter. Über 7.000 Vorbestellungen liegen vor. Doch zwischen Marketing-Versprechen und Realität klafft eine Lücke.

Der chinesische E-Auto-Hersteller Xpeng will 2027 mit der Massenproduktion fliegender Autos beginnen. Präsident Brian Gu verkündete zudem, dass im vierten Quartal 2026 die Fertigung humanoider Roboter starte. Über 7.000 Bestellungen für die Fluggeräte seien bereits eingegangen, hauptsächlich aus China, wo das Unternehmen noch auf die Zulassung durch die Luftfahrtbehörden wartet. Parallel dazu sollen noch 2026 erste Robotaxi-Tests in Guangzhou starten. In den kommenden 12 bis 18 Monaten rechne man mit der Produktion von hunderten bis tausenden autonomen Taxis, so Gu laut Reuters.

Volkswagen als Türöffner

Die Kooperation mit Volkswagen bezeichnet Gu als strategisch wertvoll. Der deutsche Konzern hatte im März die Serienproduktion seines ersten gemeinsam mit Xpeng entwickelten E-Modells gestartet.

Das Unternehmen setze auf Agilität und sei bereit, mit verschiedenen Partnern in unterschiedlichen Regionen zusammenzuarbeiten. Xpeng generierte 2025 etwa 10 Prozent seines Absatzes und 15 Prozent des Umsatzes außerhalb Chinas. In den nächsten fünf bis zehn Jahren solle mehr als die Hälfte der Erlöse aus internationalen Märkten stammen.

Roboter statt Autos

Die humanoiden Roboter sollen zunächst als Empfangskräfte oder im Vertrieb eingesetzt werden. Gu prognostiziert, dass das Robotergeschäft in 10 bis 20 Jahren größer sein werde als die Automobilsparte.

Die Begründung: Es gebe künftig mehr Einsatzmöglichkeiten für humanoide Roboter im Alltag. Das Unternehmen ist derzeit in rund 60 Ländern aktiv und treibt seine internationale Expansion voran.

Business Punk Check

Xpeng verspricht fliegende Autos, Robotaxis und humanoide Roboter – alles gleichzeitig. Das klingt nach klassischer Tech-Übertreibung. Über 7.000 Vorbestellungen für Fluggeräte ohne finale Zulassung? Das ist Marketing, keine Produktstrategie. Die Luftfahrtbehörden in China haben noch kein grünes Licht gegeben, trotzdem werden bereits Auslieferungen für Ende 2026 angekündigt. Wer hier investiert, wettet auf chinesische Regulierungswillkür. Die Volkswagen-Kooperation zeigt allerdings, dass Xpeng technologisch ernst genommen wird.

Die Internationalisierungsstrategie – 50 Prozent Umsatz außerhalb Chinas bis 2035 – ist ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Andere chinesische Hersteller wie BYD haben vorgemacht, wie schnell man global skalieren kann. Das Roboter-Versprechen wirkt wie Ablenkungsmanöver. Humanoide Roboter als größeres Geschäft als Autos? Tesla erzählt die gleiche Geschichte mit Optimus – bisher ohne Ergebnis. Xpeng diversifiziert, weil der chinesische E-Auto-Markt brutal umkämpft ist. Die Margen sind miserabel, der Preiskampf gnadenlos. Wer auf fliegende Autos setzt, sollte sich bewusst sein, dass regulatorische Hürden höher sind als jede Flughöhe. Die Robotaxi-Strategie ist realistischer – wenn die Technik hält, was versprochen wird. Abwarten lohnt sich, bis echte Zulassungen vorliegen.

Häufig gestellte Fragen

Wann kommen die fliegenden Autos von Xpeng wirklich auf den Markt?

Xpeng kündigt erste Auslieferungen für Ende 2026 an, die Massenproduktion soll 2027 starten. Allerdings fehlt bisher die finale Zulassung durch die chinesischen Luftfahrtbehörden. Ohne diese Genehmigung bleiben die über 7.000 Vorbestellungen reine Absichtserklärungen. Realistisch ist ein Marktstart frühestens 2028, wenn überhaupt.

Wie realistisch ist die Robotaxi-Strategie von Xpeng?

Die geplanten Tests in Guangzhou 2026 und die Produktion von hunderten bis tausenden autonomen Taxis in den nächsten 18 Monaten klingen ambitioniert. Anders als bei den Fluggeräten gibt es hier jedoch bereits etablierte Testumgebungen und regulatorische Rahmenbedingungen in China. Die Technologie ist ausgereifter als bei fliegenden Autos, trotzdem bleibt die Skalierung eine Herausforderung.

Warum setzt Xpeng auf humanoide Roboter statt auf Autos?

Xpeng diversifiziert, weil der chinesische E-Auto-Markt extrem wettbewerbsintensiv ist und die Margen unter Druck stehen. Die Behauptung, Roboter würden in 10 bis 20 Jahren wichtiger als Autos, ist jedoch spekulativ. Bisher hat kein Hersteller bewiesen, dass humanoide Roboter profitabel skalierbar sind. Es wirkt wie eine Absicherungsstrategie gegen schrumpfende Auto-Margen.

Wie wichtig ist die Volkswagen-Kooperation für Xpeng?

Die Partnerschaft verschafft Xpeng Zugang zu europäischen Märkten und technologischem Know-how. Volkswagen profitiert von Xpengs Software-Kompetenz und schneller Produktentwicklung. Das gemeinsam entwickelte E-Modell ist seit März in Serienproduktion – ein konkretes Ergebnis, das zeigt, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Für Xpengs Internationalisierungsziel (50 Prozent Umsatz außerhalb Chinas bis 2035) ist VW ein wichtiger Türöffner.

Sollte man jetzt in Xpeng investieren?

Xpeng ist ein Hochrisiko-Investment. Die Diversifikation in fliegende Autos, Robotaxis und Roboter zeigt Innovationskraft, aber auch Unsicherheit über die Kernstrategie. Die Internationalisierung läuft, die VW-Kooperation funktioniert. Wer auf chinesische Tech-Wetten steht und regulatorische Risiken akzeptiert, kann einsteigen. Konservative Anleger warten ab, bis mindestens eine der drei Zukunftswetten echte Umsätze generiert.

Quellen: marketscreener.com, Reuters

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