Finance & Freedom 90 Prozent wollen finanzielle Sicherheit – nur 58 Prozent haben sie

90 Prozent wollen finanzielle Sicherheit – nur 58 Prozent haben sie

Neun von zehn Beschäftigten wünschen sich finanzielle Sicherheit. Doch nur jeder Zweite kann sie sich leisten. Der Kununu-Happiness-Index zeigt: Geld allein macht nicht glücklich – aber ohne geht’s nicht.

Die Zahlen sind brutal ehrlich: 90 Prozent der Beschäftigten in Deutschland wollen langfristige finanzielle Sicherheit. Aber nur 58 Prozent können sie sich nach eigener Einschätzung leisten. Das zeigt der aktuelle Kununu-Happiness-Index, für den Forsa 3242 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte befragt hat. Die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist massiv – und sie prägt das Wohlbefinden einer ganzen Arbeitnehmergeneration.

Junge Generation: optimistischer, aber beim Eigentum chancenlos

Interessant wird es beim Blick auf die Altersgruppen. Die 18- bis 29-Jährigen zeigen sich überraschend zuversichtlich: 63 Prozent geben an, sich finanzielle Sicherheit leisten zu können. Bei den über 50-Jährigen sind es nur 55 Prozent. Doch beim Wohneigentum kippt die Stimmung komplett. 62 Prozent der jungen Beschäftigten würden gern eine Immobilie finanzieren – aber nur 18 Prozent können sich das aktuell leisten. Bei den Älteren liegt die Quote immerhin bei 38 Prozent.

Das durchschnittliche Netto-Monatsgehalt der Befragten liegt laut Focus bei rund 2700 Euro. Genug für den Alltag, zu wenig für große Lebensziele. Die Rechnung geht nicht auf – und das spüren Beschäftigte jeden Tag.

Was wirklich glücklich macht: Beziehungen schlagen Kontostand

Geld ist wichtig, aber nicht alles. Soziale Beziehungen und Gesundheit rangieren als Glücksfaktoren ganz oben: Jeweils 61 Prozent nennen Partnerschaft und soziale Kontakte als zentrale Quellen ihres Wohlbefindens. Die eigene Gesundheit landet bei 58 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen verschieben sich die Prioritäten noch stärker: 69 Prozent nennen soziale Kontakte, 68 Prozent Freizeit als entscheidend. Bei den über 50-Jährigen spielt Freizeit mit 48 Prozent eine deutlich geringere Rolle.

Die junge Generation definiert Glück im Job anders als ihre Vorgänger. Es geht nicht nur ums Einkommen, sondern um Zeit, Freiraum und Lebensqualität. Work-Life-Balance ist für unter 30-Jährige deutlich wichtiger als für ältere Beschäftigte.

Gehaltserhöhung als Wertschätzung – aber nicht um jeden Preis

93 Prozent der Befragten sehen in einer Gehaltserhöhung ein Zeichen der Wertschätzung. Es geht also nicht nur um mehr Geld, sondern um Anerkennung der eigenen Leistung. 69 Prozent sagen, ein höheres Gehalt würde ihre Motivation steigern – bei jungen Beschäftigten ist dieser Effekt noch stärker ausgeprägt. Interessant: Ältere Beschäftigte gewichten persönliche Freiheit höher als Geld. Jüngere betrachten ein hohes Gehalt dagegen häufiger als Statussymbol.

Knapp zwei Drittel der Beschäftigten wären für deutlich mehr Gehalt zu Kompromissen bereit. Jüngere zeigen sich dabei flexibler: Sie würden eher auf Homeoffice verzichten, strengere Leistungskontrollen oder geringere Aufstiegschancen akzeptieren. Doch bei drei Punkten ist Schluss: Nur vier Prozent würden weniger Urlaub akzeptieren, nur drei Prozent ein schlechtes Betriebsklima, nur sechs Prozent schlechte Führung.

Was Unternehmen daraus lernen müssen

Die Botschaft für Arbeitgeber ist klar: Faire Bezahlung bleibt ein zentraler Hebel für Zufriedenheit und Motivation. Aber Geld allein reicht nicht, um Beschäftigte langfristig zu halten.

Gerade jüngere Arbeitnehmer sind pragmatisch: Sie wollen mehr verdienen und sind dafür zu Zugeständnissen bereit. Gleichzeitig legen sie großen Wert auf soziale Kontakte, Freizeit und Flexibilität. Wer diese Faktoren ignoriert, verliert selbst mit höheren Gehältern den Kampf um Talente.

Business Punk Check

Die Studie entlarvt eine unbequeme Wahrheit: Der deutsche Arbeitsmarkt produziert eine Generation von Beschäftigten, die genug verdienen, um zu überleben – aber nicht genug, um zu leben. 2700 Euro netto im Schnitt klingen solide, bis man realisiert, dass davon keine Immobilie, keine langfristige Absicherung und schon gar keine finanzielle Freiheit möglich ist. Unternehmen, die glauben, mit Gehaltserhöhungen allein punkten zu können, haben das Spiel nicht verstanden. Die Zahlen sind brutal: Nur drei Prozent würden ein schlechtes Betriebsklima für mehr Geld akzeptieren, nur sechs Prozent schlechte Führung.

Die Botschaft ist klar: Wer Talente halten will, muss mehr bieten als Geld. Gute Führung, funktionierendes Team, verlässliche Erholungszeiten – das sind die neuen Währungen im Kampf um Fachkräfte. Unternehmen, die das ignorieren, werden selbst mit höheren Gehältern verlieren. Die junge Generation ist pragmatisch, aber nicht käuflich. Sie will verdienen, aber nicht um jeden Preis. Wer das versteht, hat einen Wettbewerbsvorteil. Wer nicht, wird bald merken, dass finanzielle Sicherheit allein keine Loyalität kauft.

Häufig gestellte Fragen

Warum können sich nur 58 Prozent der Beschäftigten finanzielle Sicherheit leisten?

Das durchschnittliche Netto-Monatsgehalt liegt bei rund 2700 Euro – genug für den Alltag, aber zu wenig für größere Lebensziele wie Wohneigentum oder langfristige Rücklagen. Besonders junge Beschäftigte spüren diese Lücke: Während 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gern eine Immobilie finanzieren würden, können sich das aktuell nur 18 Prozent leisten. Die Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten verschärfen das Problem zusätzlich.

Was motiviert Beschäftigte mehr: Geld oder Wertschätzung?

Beides ist eng verknüpft. 93 Prozent der Befragten sehen in einer Gehaltserhöhung ein Zeichen der Wertschätzung – es geht also nicht nur um mehr Geld auf dem Konto, sondern um Anerkennung der eigenen Leistung. 69 Prozent sagen, ein höheres Gehalt würde ihre Motivation steigern. Doch die Studie zeigt auch: Geld ersetzt keine gute Führung, kein funktionierendes Team und keine verlässlichen Erholungszeiten.

Welche Kompromisse würden Beschäftigte für mehr Gehalt eingehen?

Knapp zwei Drittel der Befragten wären grundsätzlich zu Kompromissen bereit. Jüngere Beschäftigte würden eher auf Homeoffice verzichten oder strengere Leistungskontrollen akzeptieren. Doch bei drei Punkten ist die Grenze erreicht: Nur vier Prozent würden weniger Urlaub akzeptieren, nur drei Prozent ein schlechtes Betriebsklima, nur sechs Prozent schlechte Führung. Die Botschaft: Höhere Gehälter können motivieren, aber sie ersetzen keine gute Unternehmenskultur.

Wie unterscheiden sich die Prioritäten zwischen jungen und älteren Beschäftigten?

Junge Beschäftigte legen deutlich mehr Wert auf soziale Kontakte, Freizeit und Work-Life-Balance. 69 Prozent der unter 30-Jährigen nennen soziale Kontakte als Glücksfaktor, 68 Prozent Freizeit. Bei den über 50-Jährigen spielt Freizeit mit 48 Prozent eine geringere Rolle. Ältere Beschäftigte gewichten persönliche Freiheit höher als Geld, während Jüngere ein hohes Gehalt häufiger als Statussymbol betrachten. Die junge Generation definiert Glück im Job anders: Es geht nicht nur ums Einkommen, sondern um Zeit, Freiraum und Lebensqualität.

Quellen: Focus, Kununu

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