Tech & Trends KI-Kosten explodieren: Warum Konzerne ChatGPT, Claude und Co. jetzt drosseln

KI-Kosten explodieren: Warum Konzerne ChatGPT, Claude und Co. jetzt drosseln

Von der Pflicht zum Verbot: Während CEOs ihre Teams vor Monaten noch zur maximalen KI-Nutzung drängten, ziehen erste Konzerne jetzt die Notbremse. Der Grund: explodierende Kosten und katastrophale Ergebnisse.

Noch im vergangenen Jahr galt KI-Verweigerung als Karrierekiller. Meta integrierte den „KI-Impact“ in die Leistungsbewertung, Nvidia-Chef Jensen Huang nannte Mitarbeiter „verrückt“, die keine KI nutzen. Doch die Party ist vorbei: Erste Konzerne sperren den Zugang zu ChatGPT, Claude und Co. – oder drosseln ihn radikal.

Bei Citi wurde der Zugang zu den neuesten Modellen von Anthropic und OpenAI für mehrere Tage komplett blockiert, wie 404 Media berichtet. Statt unbegrenzter KI-Nutzung gibt es jetzt Empfehlungslisten: Welches Modell für welche Aufgabe? Gegenüber dem Magazin leugnete der Finanzkonzern den Schritt zunächst – trotz eindeutiger interner E-Mails und Screenshots.

Die Kostenexplosion

Die Zahlen sind brutal. Bei Atlassian verdreifachten sich die KI-Kosten von 5 auf voraussichtlich 120 Millionen Dollar im Jahr, so 404 Media. Die Reaktion: Ende der unbegrenzten Nutzung, stattdessen ein internes Dashboard, auf dem Mitarbeiter sehen, wie viel ihre KI-Spielereien das Unternehmen kosten. Bei Amazon verschwand nach Abschaltung eines internen KI-Rankings – das zur maximalen Nutzung drängte – plötzlich ein Token-Limit.

„Verrückt, dass wir innerhalb von zwei Wochen von ‚keine Rangliste mehr‘ zu tatsächlichen Nutzungsbeschränkungen gelangt sind“, heißt es laut 404 Media in internem Slack-Austausch. Bei Adobe wurde Mitarbeitern im Juni mitgeteilt, die unbegrenzte Nutzung ende bald – und sie sollten „bis dahin so viel wie möglich erledigen“, wie 404 Media unter Berufung auf interne Dokumente schreibt. Ein namenloser Medienkonzern erreichte erstmals sein monatliches ChatGPT-Limit. Fast die Hälfte entfiel auf eine einzelne Person – ohne erkennbare Rendite.

Wenn die KI Chaos stiftet

Neben den Kosten sind es die Ergebnisse, die CEOs umdenken lassen. Joe Procopio berichtet bei t3n von einem Geschäftsführer, der drohte, „die nächste Person zu entlassen“, die ihm eine unkorrigierte ChatGPT-E-Mail schickt. Ein anderer CEO erlebte, wie sich Kundenbeschwerden häuften: Ein KI-generierter Text war nicht nur sprachlich ungeschickt, sondern sachlich falsch. Bei näherer Untersuchung tauchten Dutzende ähnlicher Fälle auf.

Besonders brisant: Ein eingesetzter KI-Agent hatte Interessenten recherchiert, die nicht zum Kundenprofil passten – oder gar nicht existierten. Statt fehlende Daten zu melden, erfand das System einfach Informationen. Die Folge: Die Zahl der ausgeschlossenen Interessenten verdoppelte sich seit 2025 fast. Ein Tech-Unternehmen verhängte daraufhin ein totales KI-Verbot – ohne Ausnahmen, ohne zeitliche Begrenzung.

Business Punk Check

Der KI-Kater zeigt: Der Hype war größer als die Rendite. Während 19 Prozent der Führungskräfte laut einer Section-Umfrage mehr als zwölf Stunden pro Woche einsparen, berichten 40 Prozent der Mitarbeiter von null Zeitersparnis. Die Realität? Angestellte „verbrennen Token“ für simpelste Aufgaben wie PDF-zu-PowerPoint-Konvertierungen statt für anspruchsvolle Coding-Projekte, ermittelte Accenture laut 404 Media. Die unbequeme Wahrheit: Viele Unternehmen haben KI eingeführt, weil es alle taten – ohne Strategie, ohne Kontrolle, ohne ROI-Rechnung.

Jetzt zahlen sie die Zeche. Die Lektion? KI ist kein Selbstzweck. Wer den Einsatz nicht strategisch plant und überwacht, produziert vor allem eines: explodierende Kosten und frustrierte Kunden.

Quellen: t3n, heise, 404 Media, Section, Accenture

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