Drive & Dreams E-Autos: Die Pedal-Falle, die sie so gefährlich machen – vor allem Rentner betroffen

E-Autos: Die Pedal-Falle, die sie so gefährlich machen – vor allem Rentner betroffen

E-Autos sind sicher – außer für Fußgänger und Fahrer über 75. One-Pedal-Drive verwirrt, AVAS versagt, und jeder zweite Crash-Pilot ist im Rentenalter. Die UDV-Studie entlarvt die Schwachstellen der Stromer.

Zwei Millionen E-Autos rollen durch Deutschland, rund drei bis vier Prozent der Flotte sind reine Elektroautos – inklusive Plug-in-Hybriden liegt der Anteil bei etwa fünf Prozent. Die Unfallforschung der Versicherer hat mehrere hundert schwere E-Auto-Unfälle anhand von Versicherungsdaten analysiert – und rätselhaft wiederkehrende Muster entdeckt. Beim Anfahren, Rückwärtsrangieren und Abbiegen in der Dämmerung knallen Stromer auffällig oft in Fußgänger. Der Grund: eine Technik, die Fahrer verwirrt, und Warnsignale, die niemand hört.

One-Pedal-Drive: Wenn das Gaspedal zur Bremse wird

Das System klingt nach Zukunft: One-Pedal-Drive nutzt starke Rekuperation beim Gaswegnehmen, sodass das Fahrzeug ohne Bremspedal verzögert – die mechanische Bremse bleibt aber jederzeit verfügbar. Fuß heben bremst, Fuß senken beschleunigt. In der Theorie elegant, in der Praxis fatal. Denn in Stresssituationen verwechseln Fahrer die Pedale – und treten aufs Gas, statt den Fuß zu heben. Das Auto schießt nach vorn, statt zu stoppen.

Die UDV-Studie zeigt: Jeder zweite Unfallfahrer mit Pedalverwechslung war über 75 Jahre alt. Ältere Fahrer, die jahrzehntelang Verbrenner gefahren sind, kämpfen mit der neuen Logik. Ihre Reflexe funktionieren anders – mit tödlichen Folgen.

AVAS versagt: Fußgänger hören die Stromer nicht

Seit 2021 müssen E-Autos unter 20 km/h künstliche Fahrgeräusche erzeugen. Das Acoustic Vehicle Alerting System soll Fußgänger warnen. Doch laut t3n sind die Töne entweder zu leise oder klingen nicht eindeutig nach Auto.

Fußgänger überhören die Stromer beim Abbiegen, beim Queren von Gehwegen, in der Dämmerung. Die UDV fordert nachgebesserte AVAS-Vorgaben: eindeutigere Klangmuster, auch im Stand, um die Anfahrbereitschaft zu signalisieren. Denn die aktuelle Lösung schützt nicht – sie verschleiert.

Gewicht schützt Insassen, gefährdet aber andere

E-Autos wiegen mehr als Verbrenner – die Batterie macht den Unterschied. Bei einem Crash schützt das Mehrgewicht die eigenen Insassen, vor allem in der Kleinwagenklasse.

Die Kehrseite: Größere Gewichtsunterschiede zwischen den Unfallbeteiligten erhöhen das Verletzungsrisiko für die Fahrenden des leichteren Autos. Die UDV plädiert für Gewichtsreduktion bei E-Autos. Doch die Hersteller bauen lieber größere Akkus für mehr Reichweite – auf Kosten der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.

Die Hersteller verschweigen das Problem

Die UDV-Studie belegt: E-Autos verursachen insgesamt nicht mehr Unfälle als Verbrenner. Doch die spezifischen Crashmuster – Pedalverwechslung, unhörbare Warnsignale, Gewichtsnachteile – bleiben ungelöst. Die Hersteller schweigen, die Politik reagiert nicht.

Dabei wären technische Lösungen verfügbar: intelligente Anfahrsperren, die bei Hindernissen blockieren, bessere AVAS-Systeme, leichtere Batterien. Stattdessen verkaufen die Konzerne One-Pedal-Drive als Innovation – und verschweigen, dass es ältere Fahrer überfordert.

Business Punk Check

Die E-Auto-Industrie feiert sich für Null-Emissionen – und ignoriert die Sicherheitslücken, die Menschen das Leben kosten. One-Pedal-Drive ist keine Innovation, sondern ein Bedienkonzept, das Reflexe aushebelt. AVAS ist ein regulatorischer Feigenblatt, der Fußgänger nicht schützt. Und das Mehrgewicht der Batterien macht E-Autos zu rollenden Panzern, die bei Crashs andere gefährden. Die UDV-Studie zeigt: Die Hersteller haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Statt die Technik an die Nutzer anzupassen, zwingen sie Fahrer, sich an fehlerhafte Systeme zu gewöhnen. Die Politik muss härtere AVAS-Vorgaben durchsetzen, Anfahrsperren zur Pflicht machen und Gewichtsobergrenzen einführen. Wer jetzt ein E-Auto kauft, sollte One-Pedal-Drive deaktivieren, AVAS-Lautstärke maximieren und bei Fußgängern doppelt aufpassen. Die Stromer sind sicher – aber nur, wenn man ihre Schwächen kennt.

Quellen: Bild, t3n, Business Insider

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