Female & Forward „Bildung hat Prio“ – She’s Punk aktuell

„Bildung hat Prio“ – She’s Punk aktuell

Wie schafft man es, sich zwischen Vorstandssitzung, Krisen-Call und 300 E-Mails neues Wissen anzueignen? Das wollten wir von Isabel Martorell Naßl, Vorständin im Konzern Versicherungskammer, für die aktuelle She’s Punk-Ausgabe wissen

Von She’s Punk-Autorin  Stefanie Will

Mach Reise- und Wartezeit zur Lernzeit

„Als Vorständin bin ich viel unterwegs. Reisezeiten sind mein goldenes Lernfenster, denn für Auswärtstermine haben wir einen Fahrdienst. Während der Autofahrten erledige ich Meetings, aber sobald es ein Funkloch gibt oder ich Abstand brauche, greife ich zum Buch oder schalte einen Podcast ein. Mein Tipp: Schaut euch euren Kalender an und markiert Pendelzeiten als ‚Lernzeit‘.“

Lies quer – und lass dich überraschen

„Das Harvard Magazine habe ich wegen der Leadership-Themen abonniert. Aber genauso wichtig ist mir, bewusst andere Dinge zu lesen, die rein gar nichts mit KI oder Versicherung zu tun haben. Und trotzdem bilden sie mich weiter, weil sie mich andere Perspektiven einnehmen lassen und Impulse geben, die man im Job nicht findet. Und: Querlesen reicht manchmal auch – spart Zeit.“

Bild: Isabel Martorell Naßl ist Mitglied des Vorstands im Konzern Versicherungskammer und verantwortet als COO das Ressort Operations und Kundenmanagement sowie die Digitalisierung

Jüngere Mentor:innen als Lernquelle

„Reverse Mentoring ist für mich eine der wertvollsten Formen der Weiterbildung. Von meiner 18-jährigen Mentorin habe ich zum Beispiel gelernt, warum TikTok für Versicherungen nicht der Heilige Gral ist. Zu Hause führe ich intensive Diskussionen über Politik oder Zukunftsthemen mit meiner 24-jährigen Tochter. Je mehr Karriere man macht, desto mehr verlernt man aktives Zuhören, weil Entscheidungen zu treffen im Fokus steht. Reverse Mentoring zwingt einen, die eigene Bubble zu verlassen und wirklich zuzuhören.“

Eine intensive Weiterbildung im Jahr

„Kürzlich war ich eine Woche an der Harvard Business School zum Thema ‚Leadership in the Digital Era‘. Messen, Tagungen, Netzwerktreffen sind ebenfalls ein idealer Lernort – insbesondere, wenn man auch regelmäßig Veranstaltungen außerhalb der eigenen Branche besucht. Wenn man sich dann noch mit einer Keynote selbst aktiv am Programm beteiligt, profitiert man doppelt: Du gewinnst Sichtbarkeit – und sparst dir die oft hohen Kosten für ein Ticket.“

KI in den Alltag integrieren

„Ich nutze KI jeden Tag. Aber ich übernehme nie alles eins zu eins. Weiterbildung heißt für mich: ausprobieren, selbst erleben und dann entscheiden, was zu mir passt. Viele Frauen unterschätzen, wie hilfreich KI im Alltag sein kann. Einfach mal testen, ohn e Perfektionsanspruch.“

Hol dir echtes Feedback

„Feedback einholen klingt banal, aber ehrliches Feedback zu bekommen ist extrem schwierig, und je höher man auf der Karriereleiter klettert, desto seltener wird es. In Harvard gehört das zum Programm: Fünf Personen geben anonym Rückmeldung, man weiß nicht, von wem was kommt. Wenn ich nur noch 15 Minuten täglich für Weiterbildung hätte, würde ich sie für Feedbackrunden mit meinem Team nutzen. Denn: Lernen beginnt mit Zuhören.“

Hier geht`s zu unserem aktuellen Heft >> click it

Das könnte dich auch interessieren