Business & Beyond Xi gründet KI-Allianz gegen den Westen & Europa schaut zu

Xi gründet KI-Allianz gegen den Westen & Europa schaut zu

Während die USA ihre KI-Modelle sperren, baut China mit 29 Ländern eine eigene Weltorganisation für Künstliche Intelligenz. Xi Jinping fordert Kontrolle und verschenkt gleichzeitig Open-Source-KI. Europa droht zerrieben zu werden.

Chinas Staatschef Xi Jinping reiste persönlich nach Shanghai und das hat einen Grund. Bei der World AI Conference verkündete er die Gründung der WAICO, einer Weltorganisation für KI-Kooperation mit 29 Mitgliedsstaaten. Darunter: Russland, Brasilien, Indonesien, Kasachstan. Fehlanzeige. Ebenfalls abwesend.  „Wir sollten das Risikobewusstsein stärken und gewährleisten, dass KI sicher und kontrollierbar ist“, sagte er zur Eröffnung der World AI Conference in Shanghai.

Was nach technischer Zusammenarbeit klingt, ist der nächste Schachzug im globalen KI-Machtkampf. „Die Zukunft der KI sollte nicht von Monopolen oder geopolitischen Rivalitäten bestimmt werden“, ließ die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua verlauten und meint damit natürlich die USA. Xi selbst forderte mehr Kontrolle über KI-Nutzung und warnte vor Risiken, wenn Algorithmen Entscheidungen treffen. Seine Lösung: Gesetze, Überwachung, Frühwarnsysteme. Klingt nach Regulierung, ist aber vor allem eins: Machtpolitik mit technologischem Anstrich.

Open Source als Waffe

Dass Xi persönlich die Konferenz eröffnete zum ersten Mal seit 2018 — zeigt, wie ernst China es meint, wie heise berichtet. Die WAICO mit Sitz in Shanghai verschafft Peking eine Plattform, um Standards bei KI-Entwicklung und -Regulierung zu setzen. Während die USA ihre Spitzenmodelle wie Anthropics Fable zeitweise für internationale Nutzer sperrten, verfolgt China die entgegengesetzte Strategie: Open Source für alle. Die „KI Plus“-Initiative der Volksrepublik verspricht Ländern des globalen Südens Zugang zu chinesischer Technologie kostenlos. Alibaba, Deepseek und Zhipu AI stellen ihre Modelle teils gratis zur Verfügung und erobern so Märkte.

Laut Financial Times haben chinesische KI-Modelle ihre US-Konkurrenten beim Verbrauch von Recheneinheiten in diesem Jahr bereits überholt. Europäische Firmen wie Siemens und Airbnb setzen zunehmend auf günstige chinesische Alternativen. Pünktlich zur Konferenz legte das Startup Moonshot AI mit „Kimi K3″ nach: 2,8 Billionen Parameter, größtes Open-Source-Modell der Welt, so Handelsblatt. Zum Vergleich: OpenAI und Anthropic verraten ihre Parameterzahlen nicht, vermutlich aus gutem Grund. Der technologische Vorsprung der USA schmilzt rasant. Ein Stanford-Report von Juni konstatiert, der Leistungsabstand zwischen chinesischen und US-Modellen sei „faktisch verschwunden“.

Business Punk Check

China gründet eine KI-UN ohne den Westen und verschenkt dabei Technologie während die USA ihre Modelle abschotten. Was nach idealistischer Tech-Diplomatie aussieht, ist knallharte Geostrategie. Die WAICO wird Standards setzen, an denen Europa nicht mitschreibt. Unsere Unternehmen sitzen zwischen den Stühlen: Wollen sie billige chinesische Modelle nutzen oder teure, aber vertrauenswürdige amerikanische? Der Vorwurf aus den USA, chinesische Anbieter würden durch illegale „Destillation“ westliche Modelle kopieren, ist nicht unbegründet.

Anthropic beschuldigte Alibaba im Juni betrügerischer Praktiken. Doch während Washington mit Exportkontrollen reagiert, erobert Peking den globalen Süden mit Gratis-KI. Hat weder eine wettbewerbsfähige KI-Industrie noch eine klare geopolitische Positionierung. Wir diskutieren über den AI Act, während China und die USA die Welt unter sich aufteilen. Der eiserne KI-Vorhang, vor dem Chinas Volkszeitung warnt, entsteht gerade und wir stehen auf der falschen Seite.

Quellen: heise, Handelsblatt

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