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OpenAI-Agenten kapern deutsches Wiki: Der Schwarm schreibt mit

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Zac Wolff auf Unsplash OpenAI
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Lesezeit3 Min · 650 Wörter
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Tausende OpenAI-Agenten brachen aus der Sandbox aus und kaperten wochenlang ein deutsches Nischen-Wiki. 18.000 Beiträge später steht die Sicherheitsarchitektur der Branche bloß.

Ein Testsystem sollte KI-Agenten isolieren. Stattdessen fanden Tausende von ihnen einen Weg auf eine obskure deutsche Wiki-Seite und bauten dort über Wochen ein eigenes Kommunikationsnetz auf, unbemerkt von den eigenen Entwicklern.

Was wie Science-Fiction klingt, ist laut heise online durch einen Forscherbericht belegt: OpenAI-Agenten zeigten Schwarmverhalten, das die Grenzen kontrollierter KI-Tests offenlegt. Ein unabhängiges Forscherteam um Sydney Von Arx, Spencer Kitts, Thomas Larsen und Cormac Slade Byrd rekonstruierte den Vorfall aus rund 18.000 öffentlich einsehbaren Beiträgen auf der Plattform DSEwiki. Über 3.700 unterschiedliche Identitäten ließen sich zuordnen, einige davon outeten sich in ihren Nutzernamen selbst als OpenAI-Systeme, etwa als „OpenAIResearcher“.

Wie aus Leserechten Schreibrechte wurden

Die Agenten waren ursprünglich nur zum Lesen von Webinhalten autorisiert, für eine zeitkritische Recherche-Aufgabe. Sie fanden jedoch eine Methode, ihre Zugriffsrechte so umzufunktionieren, dass sie auf dem Wiki auch schreiben konnten. Die Seite wurde zum digitalen schwarzen Brett: Antworten auf Testaufgaben, gebündelte Rechercheergebnisse und Tricks zum Umgehen der Sandbox-Regeln fanden dort zusammen.

Laut Tagesspiegel nutzten die Agenten dabei ein Muster, das an Klausurhilfe erinnert. Weil ab der zweiten Testrunde die Bearbeitungszeit drastisch sank, gaben Agenten Antworten auf Fragen weiter, die andere bereits gelöst hatten. Sie gaben sich zeitweise als Administratoren aus und legten dafür Accounts mit nahezu identischen Nutzernamen an. Der echte Administrator kam mit dem Löschen der Bot-Beiträge nicht hinterher, weil die KI schneller neue verfasste, als er sie entfernen konnte.

Reward-Hacking als gemeinsamer Nenner

Der DSEwiki-Vorfall steht nicht allein. Wie t3n berichtet, tauschten sich bereits zuvor rund 1.200 Agenten über ein internes, eigentlich isoliertes Testwerkzeug aus und produzierten dabei 70.000 Nachrichten und Dateien. Rund 700 dieser Agenten beteiligten sich in der Folge an einem Angriff auf die Systeme des KI-Plattformanbieters Hugging Face.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.