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Apple dreht zurück: Ternus kopiert den Jobs

Apple dreht zurück: Ternus kopiert den Jobs
KI-generiert
Erschienen
Lesezeit3 Min · 570 Wörter

Apples neuer CEO John Ternus macht Schluss mit der Idee, dass die Zukunft des Konzerns hinter dem iPhone beginnt. Stattdessen holt er eine Strategie aus der Steve-Jobs-Ära zurück – und erklärt das Smartphone zum Zentrum von Apples KI-Zukunft.

Das iPhone ist nicht tot. Und wenn es nach John Ternus geht, wird es auch im KI-Zeitalter nicht zum Relikt, sondern bleibt das wichtigste Gerät im Apple-Universum.

Ternus setzt alles auf das iPhone

Bei seiner ersten Keynote als Apple-CEO machte Ternus deutlich, wo er den Platz des iPhones sieht: „Es gibt kein Produkt auf der Welt, das besser dafür entwickelt wurde, dein intelligenter persönlicher Hub zu sein, als das iPhone.“ Damit schlägt er einen anderen Kurs ein als Tim Cook. Der hatte jahrelang versucht, Investoren davon zu überzeugen, dass Apple längst mehr ist als ein iPhone-Konzern. Ternus dreht die Perspektive um: Das iPhone ist nicht das Problem, von dem Apple unabhängiger werden muss. Es ist die Plattform für die nächste Ära.

Das Smartphone wird schon wieder totgesagt

KI-Brillen, intelligente Wearables und neue Gerätekategorien sollen das Smartphone irgendwann ersetzen. Auch bei Apple steht deshalb die Frage im Raum, was nach dem iPhone kommt. Ternus‘ Antwort: erst einmal ziemlich viel iPhone. Er stellt das Gerät ins Zentrum seiner Strategie rund um einen „intelligenten persönlichen Assistenten“.

Steve Jobs hatte dasselbe Problem

Ganz neu ist der Move nicht. Steve Jobs stand 2001 vor einer erstaunlich ähnlichen Situation. Damals galt der klassische PC als Auslaufmodell. Jobs widersprach öffentlich: Der Computer sterbe nicht, sondern entwickle sich weiter. Der Mac sollte zum „Digital Hub“ werden, der Digitalkameras, Camcorder und andere Geräte miteinander verbindet und ihnen zusätzlichen Nutzen verschafft. Noch im selben Jahr zog Jobs den iPod aus der Tasche. Statt den Mac überflüssig zu machen, stärkte das neue Gerät Apples Ökosystem. Der iPod wurde zum Verkaufsschlager, trieb Apples Gewinne nach oben und bereitete letztlich den Weg für das iPhone. Ein vermeintlich bedrohtes Kernprodukt wurde zum Ausgangspunkt für die nächste Wachstumswelle.

Jetzt wiederholt sich die Geschichte

Fast 25 Jahre später steht Ternus vor einer ähnlichen Frage: Warum braucht es das iPhone noch, wenn KI-Assistenten und neue Hardwareformen vor der Tür stehen? Ob Apple bereits an einem Produkt arbeitet, das einmal eine ähnliche Rolle wie der iPod spielen könnte, ist offen. Ternus macht aber klar, dass das iPhone seinen Zenit aus seiner Sicht noch lange nicht überschritten hat.

Der KI-Hub steckt längst in der Tasche

Sein Argument ist simpel: Würde man den idealen persönlichen KI-Hub heute neu entwickeln, bräuchte er einen leistungsfähigen Prozessor, hochauflösende Kameras, permanente Vernetzung und KI direkt auf dem Gerät. Genau diese Maschine existiert bereits. Sie heißt iPhone. Das Smartphone gehört zu den leistungsfähigsten Computern, die Menschen ständig bei sich tragen. Diese Mischung aus Rechenleistung, Mobilität und Allgegenwart verschafft Apple im KI-Rennen einen gewaltigen Vorteil. Andere Unternehmen haben bereits versucht, das Smartphone mit KI-Wearables vom Thron zu stoßen – bislang ohne Erfolg.

Apple setzt auf das, was schon funktioniert

Statt das iPhone für das nächste glänzende Gadget aufs Abstellgleis zu schieben, rückt Ternus es wieder demonstrativ ins Zentrum. Steve Jobs machte vor 25 Jahren mit dem Mac etwas sehr Ähnliches. Die Botschaft der neuen Apple-Ära ist damit überraschend bodenständig: Vielleicht braucht das iPhone noch gar keinen Nachfolger. Noch nicht.

Günther Suchy

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist er Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Der promovierte Volkswirt kennt den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: Er leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder in die Welt hinaus: Nach China, Chile, Marokko oder Bhutan, wo er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College lehrte und das Nationale Olympische Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“ beriet. An der Universität Durban in Südafrika gibt er Seminare zum Thema "Green Startups". Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.