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Digitalwirtschaft deklassiert mit 481 Mrd. Euro die Autobranche

Verrostete Gleise im Vordergrund, moderne beleuchtete Skyline verschwommen im Hintergrund
Business Punk by KI Platz drei – aber seit sieben Jahren auf der Stelle
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Eine BVDW-Studie zeigt: Deutschlands Digitalwirtschaft erwirtschaftet 481,5 Mrd. Euro und übertrifft die Autoindustrie deutlich. Getragen wird das nicht von Tech-Konzernen, sondern vom Mittelstand.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und das Forschungsinstitut ISTARI.AI haben nachgerechnet, wer Deutschlands Wirtschaft eigentlich trägt. Ergebnis: nicht mehr die Autobauer. Die Digitalwirtschaft erwirtschaftet laut der Untersuchung jährlich 481,5 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung, das entspricht 11,91 Prozent der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: Der Automobilbau kommt laut Daten des Statistischen Bundesamtes üblicherweise auf rund 4,5 bis 5 Prozent.

Die Digitalwirtschaft wiegt damit volkswirtschaftlich mehr als doppelt so schwer wie die traditionelle deutsche Leitbranche. Bezieht man klassische Unternehmen mit ein, die sich bereits tiefgreifend digital transformiert haben, wächst die Zahl auf über 1,01 Billionen Euro. Das entspricht mehr als einem Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik. Für den Report analysierten die Forscher Webpräsenzen und Geschäftsaktivitäten von rund 1,4 Millionen Unternehmen, um sie unabhängig von oft veralteten statistischen Branchencodes nach ihrer tatsächlichen Tätigkeit einzuordnen statt nach starren Kategorien aus vergangenen Jahrzehnten.

Mittelstand statt Tech-Riesen

Die Studie räumt mit einem verbreiteten Klischee auf. Rund 95 Prozent der erfassten 229.000 Unternehmen sind laut BVDW und ISTARI.AI kleine und mittlere Betriebe, keine marktbeherrschenden US-Konzerne. 63.000 Betriebe mit rein digitalen Produkten wie Software oder Plattformen zählen zur Kernwirtschaft und erwirtschaften rund 192 Mrd. Weitere 166.000 Unternehmen mit digital getriebenen Geschäftsmodellen, etwa reinem Online-Handel, steuern knapp 289 Mrd.

Rechnet man 124.000 digitalisierte Betriebe aus klassischen Branchen hinzu, betreibt fast jedes vierte Unternehmen in Deutschland digitale Wertschöpfung, so t3n. Diese Aufschlüsselung ist der eigentliche Bruch mit dem gängigen Bild: Digitalwirtschaft ist hierzulande kein Silicon-Valley-Import, sondern ein breit gestreutes Phänomen aus Softwarehäusern, Onlinehändlern und digitalisierten Handwerksbetrieben, verteilt über nahezu alle Regionen und Branchen des Landes.

Jobs verschieben sich spürbar

Der Strukturwandel zeigt sich auch am Arbeitsmarkt. Der digitale Kern und die digital getriebenen Geschäftsmodelle sichern laut der Untersuchung rund neun Millionen Arbeitsplätze. Bezieht man die transformierten Branchen ein, sind es mehr als 15 Millionen Jobs, die inzwischen an digitalen Geschäftsmodellen hängen, wie heise berichtet.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.