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Lebenslauf: Diese Floskeln sollten Sie streichen

Junge Frau liest Tipps für die Erstellung ihres Lebenslaufs.
Unsplash Junge Frau liest Tipps für die Erstellung ihres Lebenslaufs.
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Lesezeit2 Min · 442 Wörter

Ihr Lebenslauf klingt wie eine KI – und Personaler merken es. Die schlimmste Floskel 2026 heißt nicht „teamfähig“, sondern glatter KI-Text. Wer Eigenschaften behauptet statt Ergebnisse zu nennen, fällt durch.

„Teamfähig, engagiert, kommunikationsstark.“ Diese Sätze stehen in Millionen Lebensläufen. Neu ist, dass sie nicht mehr von Menschen kommen müssen. Und dass Personaler gelernt haben, den Unterschied zu riechen.

Die Zahlen, die jeder Bewerber kennen sollte

Jobseeker befragte 2025 1.013 HR-Profis in mehr als zehn Ländern. 81,6 Prozent hatten bereits KI-geschriebene Bewerbungen erhalten. Als Warnzeichen nannten 61,1 Prozent fehlende Personalisierung und 59,8 Prozent einen unnatürlich glatten Stil. 54 Prozent sagen, unbearbeitete KI-Texte senken die Chancen. Die erste Sichtung dauert im Schnitt 30 Sekunden und mehr als 75 Prozent der Recruiter nutzen ein Bewerbermanagement-System.

Für Deutschland passt das Bild: Laut Tellent und YouGov (April 2026, 390 Bewerbende und 271 HR-Mitarbeitende) nutzt etwa jeder Zweite KI für das Anschreiben, 41 Prozent für den Lebenslauf. 73 Prozent der HR-Fachleute sagen, KI auf Bewerberseite beeinflusse die Vergleichbarkeit der Bewerbungen.

Die sieben Klassiker

Hays nennt als typische Floskeln „selbstständige Arbeitsweise“, „Teamfähigkeit“, „Ergebnisorientierung“, „engagierter Mitarbeiter“, „gute Kommunikationsfähigkeiten“, „schnelle Auffassungsgabe“ und „Sorgfalt“. Der Grund ist banal: Fast jeder Bewerber schreibt sie, also unterscheiden sie niemanden. Dazu kommen laut Karrierebibel Dauerläufer aus einer Personalerbefragung wie „dynamisch“ oder „innovativ“. Die Befragung nennt weder Datum noch Stichprobe.

Statt Eigenschaft: Ergebnis

Der Rat von Hays ist über alle Quellen hinweg derselbe: Ersetzen Sie jede Eigenschaft durch ein Beispiel mit Ergebnis. Aus „Ergebnisorientierung“ wird eine messbare Zahl, aus „Kommunikationsfähigkeit“ eine Situation, in der Ihre Kommunikation etwas bewirkt hat.

Was KI nicht kann

Ein Modell kann Ihnen einen sauberen Lebenslauf schreiben. Es kann nicht wissen, was Sie in Ihrer Station tatsächlich verändert haben. Genau dort entscheidet sich, ob die dreißig Sekunden der ersten Sichtung reichen.

Business Punk Check

Der Lebenslauf ist kein Dokument mehr, sondern ein Filter. Wer ihn mit Standardphrasen füllt, liefert den Beweis, dass er austauschbar ist. KI verschärft das, weil sie die Floskeln nicht abschafft, sondern perfektioniert.

Für Entscheider heißt das auch: Wer Bewerbungen sichtet, sollte Ergebnisse statt Eigenschaften abfragen. Und wer selbst bewirbt, sollte mindestens ein überprüfbares Ergebnis pro Station nennen. Alles andere liest die Software ohnehin als Rauschen.

Auf einen Blick

  • In einer Umfrage von Jobseeker unter 1.013 HR-Profis hatten 81,6 Prozent bereits KI-geschriebene Bewerbungen erhalten.
  • 54 Prozent der Befragten senken bei unbearbeiteten KI-Texten die Chancen, 61,1 Prozent stört fehlende Personalisierung.
  • Laut Tellent und YouGov nutzt in Deutschland etwa jeder zweite Bewerbende KI fürs Anschreiben und 41 Prozent für den Lebenslauf.
  • Hays rät, Eigenschaften wie „Teamfähigkeit“ durch Beispiele mit messbarem Ergebnis zu ersetzen.

Quellen: Jobseeker, Tellent/YouGov, Hays, Karrierebibel, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.