Wird Krypto jetzt safe?
Mit MiCA gelten für Kryptobörsen und Anbieter in der EU strengere Regeln, die mehr Transparenz und besseren Anlegerschutz versprechen. Doch trotz neuer Kontrollen bleibt Krypto ein riskantes Investment – und nicht jedes Angebot ist durch die Regulierung abgesichert.
Von Michael Wutzke
Mit MiCA beginnt für den europäischen Kryptomarkt eine neue Phase.
Die einheitliche EU-Regulierung MiCA (Markets in Crypto-Assets) soll mehr Transparenz schaffen, Anleger:innen besser schützen und unseriöse Marktteilnehmer leichter erkennbar machen. Doch wird Krypto damit automatisch zu einer sicheren und seriösen Anlageklasse? Kryptobörsen und andere Kryptodienstleister benötigen seit 1. Juli eine Zulassung und müssen klare Anforderungen an ihre Organisation, Kapitalausstattung und den Umgang mit Kundengeldern erfüllen. Für Verbraucher:innen wird damit besser nachvollziehbar, welche Anbieter nach europäischen Standards arbeiten und beaufsichtigt werden. Auch die Informationspflichten steigen: Anbieter müssen verständlich über Produkte, Kosten und Risiken informieren, Interessenkonflikte offenlegen und Beschwerden geordnet bearbeiten. Hinzu kommen Vorgaben zum Schutz der verwahrten Kryptowerte und Regeln gegen Marktmissbrauch. Werden Kund:innen beraten, muss zudem geprüft werden, ob ein Produkt zu ihren Erfahrungen, ihrer Risikotoleranz und ihrer finanziellen Verlusttragfähigkeit passt.
Damit nähert sich der Kryptomarkt in einigen Bereichen dem regulierten Wertpapiergeschäft an. Einen vergleichbaren Schutz bietet MiCA jedoch nicht. Kryptowerte können weiterhin extrem im Kurs schwanken oder vollständig an Wert verlieren. Sie sind grundsätzlich weder durch die Einlagensicherung noch durch die Anlegerentschädigung geschützt. Außerdem fallen nicht alle Kryptoprodukte unter die neue Regulierung. Selbst ein zugelassener Anbieter kann Produkte im Programm haben, die nicht von MiCA erfasst werden. Anleger:innen sollten weiterhin genau prüfen, bei wem sie investieren. Entscheidend sind eine EU-Zulassung, ein vollständiges Impressum, ein klar benannter Vertragspartner und transparente Angaben zu Gebühren, Verwahrung und Risiken. Hohe Renditeversprechen, künstlicher Zeitdruck oder eine Kontaktaufnahme über unbekannte Kanäle bleiben deutliche Warnsignale.MiCA kann den Kryptomarkt professioneller und transparenter machen. Schwarze Schafe dürften künftig schneller auffallen, während seriöse Anbieter von einheitlichen Regeln profitieren. Aus einer riskanten Anlage wird dadurch jedoch keine sichere.
Diesen Artikel und weitere spannende Themen gibt’s in unserem aktuellen Heft „It’s a match“ 3/2026 unter https://www.business-punk.com/ausgabe/
