Bitcoin: Ölschock aus Saudi-Arabien beendet den Uptober-Rausch
Bitcoin fällt binnen 24 Stunden fast 4 Prozent auf rund 81.300 Dollar, nachdem ein Ölpreissprung über 110 Dollar je Barrel die Märkte verunsichert.
Am Mittwoch kletterte Bitcoin noch in Richtung 85.000 Dollar, am Donnerstag lag die größte Kryptowährung nur noch bei rund 81.300 Dollar, umgerechnet etwa 72.500 Euro. Das entspricht einem Minus von knapp 4 Prozent binnen 24 Stunden, die gesamten Wochengewinne waren damit ausgelöscht.
Auslöser war demnach ein Ölpreis, der nach neuen Angriffen der jemenitischen Huthi auf Saudi-Arabien auf über 110 Dollar je Barrel sprang. Erst am Mittwoch hatte Bitcoin die Marke von 83.000 Dollar zurückerobert, bevor der geopolitische Schock die Richtung wieder umkehrte. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt laut CoinMarketCap-Daten, zitiert von Trending Topics, bei rund 1,63 Billionen Dollar.
Altcoins trifft es härter
Während Bitcoin knapp 4 Prozent verlor, rauschten andere große Assets deutlich tiefer. Zcash gab nach der Rally der Vortage mehr als 10 Prozent ab, Cardano und Chainlink verloren jeweils 6 bis 7 Prozent, wie berichtet. Einzige Ausnahme unter den großen Kryptowährungen ist Monero, das auf Wochensicht fast 13 Prozent zulegte.
Noch härter traf es börsennotierte Krypto-Unternehmen: Strategy verlor im frühen Handel 5,6 Prozent, Circle 4,6 Prozent, MARA 4,2 Prozent und Coinbase 4 Prozent, demnach unter Berufung auf CoinDesk. Der Ausverkauf zeigt, wie eng Aktienbewertungen von Krypto-nahen Firmen an den Spotpreis gekoppelt bleiben, sobald externe Schocks die Risikobereitschaft drücken.
Stimmungsindex hinkt hinterher
Paradox wirkt der Crypto Fear & Greed Index von Alternative.me: Er stand am Donnerstag bei 68 Punkten, klar im Bereich „Gier“, nach 63 Punkten am Vortag. Der Grund ist technischer Natur, da der Index nur einmal täglich berechnet wird und den Kursrutsch vom Donnerstag noch nicht abbildet.
Er verrechnet Volatilität, Handelsvolumen, Social-Media-Stimmung und Bitcoin-Dominanz zu einem Wert zwischen null und hundert. Ob der Wert am Freitag deutlich nachgibt, dürfte zeigen, wie stark der Ölschock tatsächlich in die Marktpsychologie eingesickert ist, anstatt nur ein kurzfristiger Ausreißer zu bleiben.
ETF-Zuflüsse trotzen dem Schock
Institutionelle Käufer ließen sich vom Wochenstart bis Mittwoch nicht abschrecken. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten demnach unter Berufung auf Farside Investors am Mittwoch Nettozuflüsse von 524,8 Mio. Dollar, angeführt von BlackRocks IBIT mit 235 Mio. Dollar und Fidelitys FBTC mit 212,7 Mio.
Kein einziger Fonds verzeichnete an diesem Tag Abflüsse. Zusammen mit Montag und Dienstag summierten sich die Zuflüsse auf rund 1,07 Mrd. Dollar in drei Tagen. Auch Ether-ETFs beendeten eine fünftägige Abflussserie mit einem kleinen Plus von 14,9 Mio. Ob diese Nachfrage den Rücksetzer vom Donnerstag übersteht, bleibt offen.
Business Punk Check
Der Ölschock zeigt eine alte Wahrheit der Kryptomärkte: Geopolitische Risiken schlagen schneller auf Bitcoin durch als monatelang aufgebautes Vertrauen. Historisch reagierte der Kurs auf Kriegsnachrichten meist mit Abschlägen, etwa beim Angriff auf den Iran im Februar.
Analysten sehen den Markt trotz des Rücksetzers weiter im Bullenmarkt, weil der Kurs über dem gleitenden 365-Tage-Durchschnitt liegt. Die Frage ist, ob die institutionellen ETF-Zuflüsse von über einer Milliarde Dollar binnen drei Tagen den Rücksetzer auffangen oder ob Anleger bei anhaltend hohem Ölpreis weiter aussteigen. Der Freitag-Wert des Fear-&-Greed-Index dürfte darauf erste Hinweise liefern.
Auf einen Blick
- Bitcoin fiel binnen 24 Stunden um knapp 4 Prozent auf rund 81.300 Dollar, nachdem der Ölpreis nach Huthi-Angriffen über 110 Dollar je Barrel sprang.
- Altcoins wie Zcash, Cardano und Chainlink verloren teils deutlich mehr als Bitcoin, während Monero auf Wochensicht zulegte.
- Krypto-Aktien wie Strategy, Circle, MARA und Coinbase verzeichneten im frühen Handel Kursverluste zwischen 4 und 5,6 Prozent.
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut Farside Investors binnen drei Tagen Nettozuflüsse von rund 1,07 Mrd. Dollar, trotz des Kursrutsches.
Quellen: Trendingtopics, KI-unterstützt