work wise

FC Bayern: Heizungsfamilie kauft sich in die Erfolgsgeschichte ein

Heizkörper trifft Fußballtor
BP | KI-generiert mit ChatGPT Heizkörper trifft Fußballtor
Erschienen
Lesezeit3 Min · 664 Wörter

Die Viessmann-Familie steckt rund 250 Mio. Euro in FC Bayern und übernimmt knapp 6,7 Prozent. Der Club ist damit fast vier Milliarden Euro wert, Tendenz: verdreifacht in zwölf Jahren.

Max Viessmann zieht in den Aufsichtsrat von FC Bayern München ein, der dafür von neun auf zehn Mitglieder wächst. Seine Familienholding, die Viessmann Generations Group, übernimmt über eine Kapitalerhöhung knapp 6,7 Prozent der FC Bayern München AG, berichtet Trending Topics. Es ist das letzte Aktienpaket, das der Verein laut Satzung überhaupt noch verkaufen darf.

Rund 250 Mio. Euro sollen laut „Manager Magazin“ fließen, wie das private banking magazin berichtet, unterzeichnet wurden die Verträge nach Angaben der Abendzeitung bereits am Donnerstagmorgen. „Für uns beginnt heute eine Partnerschaft für Generationen“, sagte Viessmann.

Nach vier Investoren ist nun der Deckel drauf

Mit Viessmann hat die Profifußball-AG nun vier externe Aktionäre, die zusammen exakt 30 Prozent halten, das Maximum der Vereinssatzung. Weil das frische Kapital über eine Kapitalerhöhung kommt, werden alle bisherigen Eigentümer verwässert. Mehr Anteile darf der Club künftig nicht mehr verkaufen, ohne seine Statuten zu ändern. Legt man die kolportierten 250 Mio. Euro zugrunde, ist FC Bayern aktuell knapp vier Milliarden Euro wert.

Als die Allianz 2014 für 8,33 Prozent 110 Mio. Euro zahlte, lag die Bewertung noch bei rund 1,3 Mrd. Der Wert hat sich in zwölf Jahren also fast verdreifacht, ein seltener Wertzuwachs im europäischen Fußballgeschäft.

Der Club, der Geld verdient

Dahinter steht ein Geschäftsmodell, das in Europas Fußball eher die Ausnahme bildet: FC Bayern verdient tatsächlich Geld. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete der Konzern laut eigenen Angaben einen Rekordumsatz von 978,3 Mio. Euro, ein EBITDA von 187,8 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 27,1 Mio.

Die Einnahmen stammen aus Sponsoring, TV-Rechten von Bundesliga und Champions League, Ticketing in der Allianz Arena und globalem Merchandising. Die strategischen Aktionäre sind zugleich große Sponsoren: Adidas liefert Trikots, Audi Dienstwagen, die Allianz zahlt für den Stadionnamen. Präsident Herbert Hainer erklärte, eine deutlich verbesserte Eigenkapitalbasis vergrößere die Handlungsspielräume „in einer Zeit des permanenten Wandels“.

Konkurrenz aus der Finanzwelt

Viessmann war nicht der einzige Interessent. Demnach führte der Club 2025 Gespräche mit dem schwedischen Investmenthaus EQT über eine Minderheitsbeteiligung, die im Sommer scheiterten, als Finanzvorstand Michael Diederich zur Deutschen Bank wechselte. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte im OMR-Podcast betont, beim Verkauf der letzten Anteile gehe es „nicht nur darum, das meiste Geld zu kriegen“.

Den Zuschlag erhielt stattdessen ein Partner mit Vorgeschichte: Viessmann ist bereits seit 2018 Sponsor des Clubs. Das Geld stammt aus dem Verkauf der früheren Klimasparte Viessmann Climate Solutions an Carrier Global für rund 12 Mrd. Euro, abgeschlossen 2024. Seither investiert die Holding breit, unter anderem in den Raketenbauer Isar Aerospace und das Umwelt-Start-up Everwave. Beim FC Bayern will sie sich laut Club vor allem bei Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Digitalisierung einbringen.

Business Punk Check

Dass eine Unternehmerfamilie mit frischem Milliardenvermögen aus einem Industrieverkauf ausgerechnet beim wertvollsten deutschen Fußballclub andockt, zeigt, wie knapp handelbare Premium-Assets im europäischen Sport geworden sind.

FC Bayern konnte zwischen einem Private-Equity-Haus und einem langjährigen Sponsor wählen und entschied sich für Kontinuität statt für den höchstmöglichen Preis, wie Dreesens Aussage im OMR-Podcast nahelegt. Offen bleibt, wie stark Viessmann über den Aufsichtsrat tatsächlich Einfluss auf sportliche und strategische Entscheidungen nehmen wird und ob die 50+1-Regel auf Dauer verhindert, dass solche Minderheitsbeteiligungen zu echten Machtverschiebungen im deutschen Fußball führen.

Auf einen Blick

  • Die Viessmann Generations Group übernimmt knapp 6,7 Prozent von FC Bayern München AG über eine Kapitalerhöhung.
  • Rund 250 Mio. Euro sollen laut Medienberichten fließen, womit FC Bayern mit knapp vier Milliarden Euro bewertet wird.
  • Max Viessmann zieht in den auf zehn Mitglieder erweiterten Aufsichtsrat ein.
  • FC Bayern hatte 2025 auch mit dem Investmenthaus EQT verhandelt, die Gespräche scheiterten im Sommer.
  • Die vier externen Aktionäre des Clubs halten nun zusammen das satzungsgemäße Maximum von 30 Prozent.

Quellen: Trendingtopics, Manager Magazin, OMR Podcast, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelt er mit seinem Team maßgeschneiderte Content-as-a-Serive-Lösungen und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.