Ablage Meer als Büro: Wie das Verlassen des Arbeitsplatzes den Ideenfluss fördern kann

Meer als Büro: Wie das Verlassen des Arbeitsplatzes den Ideenfluss fördern kann

Team Deliverdog

Es ist heiß, ich liege an Deck und fiebere mir mein ideales Deliverdog-Team zusammen. Gottschalk als gutmütiger Vertriebschef. Tourguide José ebenfalls, aber eher an vorderer Front, um die Schwerfälligen zu begeistern. Der konnte keine Sekunde still sein, hat lieber viermal zu oft vom Seegras auf Formentera erzählt und von der Art, wie die Feigenbäume abgestützt werden, damit die Ziegen nicht die Früchte und das Laubwerk von den zum Hinabhängen neigenden Ästen essen. Ich überlege. Mag er kurz vor einer Art Erleuchtung stehen, danach würde das Nichts kommen. Die Sprachlosigkeit. Sein Wissen über Formentera ist zu groß für Wörter. Er würde vorne auf den in dem mit den Bodenwellen schaukelnden Beifahrersitz im Bus sitzen und nur noch auf Dinge deuten. Die Menschen würden seinetwegen kommen. Er wäre aufgestiegen zu einem Weisen. Wohl doch eher einer fürs Back-End.

Mir fällt das auf, weil ich es bis zum letzten Tag nicht geschafft habe, meinen Service auf eine Weise zu verkaufen, dass jemand begeistert gewesen wäre. Ich frage mich, ob es daran liegt, dass ich kein José bin. Anfangs habe ich es schnell und fun versucht, dann habe ich gemerkt, dass man hier schnell und fun erst einmal beargwöhnt, wohl völlig zu Recht.

Wenigstens kann ich als demnächst erfolgreicher Gründer eine Kultur aufsaugen. Ich bin diesen Luxus und diesen Umgang ja nicht gewohnt. Noch mehr beeindruckt haben mich die Gäste, ihr souveräner Umgang mit den gezeigten Erbietungen und dem Service. Dass ein kurzes Danke oder Nicken reicht, um die Höflichkeitsbekundungen zu honorieren. Ich lerne: Erfolgreich sein heißt, Luxus auszuhalten.

Jedenfalls denke ich daran, während ich mich umsehe und schaue, was die Mitreisenden so lesen: Robert Habecks Buch. Helmut-Schmidt-Bio, ein paar Meter weiter ebenfalls eine Biografie über Helmut Schmidt, aber eine andere. Dicke Sommerromane, auf einem Buchrücken teasert es fies: „Wenn das Eis unter dir wegbricht …“ Ein jüngerer Typ klickt sich auf seinem Tolino Seite um Seite voran. Natürlich Elena Ferrante, Bücher, die eigens für diesen Anlass ­geschrieben wurden.

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