Alphabet hat Hunger auf mehr
Der Google-Mutterkonzern steht vor dem größten Zukauf in seiner Firmengeschichte. Wunschobjekt ist ein israelisches Cyber-Sicherheits-Startup. Dabei wollte die Biden-Regierung an sich das Wachstum der Techkonzerne begrenzen.
Google wächst und wächst und wächst – da helfen auch keine Bemühungen der US-Regierung, die unter Joe Biden der Machtkonzentration bei den Techkonzernen den Kampf angesagt hat. Nach Informationen der Nachrichten Agentur Reuters und des Wall Street Journal steht der Google Mutterkonzern Alphabet kurz vor dem milliardenschweren Kauf des israelischen-amerikanischen Cybersecurity-Start-ups Wiz. Mit einem geschätzten Kaufpreis von 23 Milliarden Dollar wäre es die größte Übernahme in der Firmengeschichte.
Wiz hatte bei einer Finanzierungsrunde im Mai eine Milliarde Dollar eingesammelt. Dabei war das Unternehmen insgesamt mit zwölf Milliarden Dollar bewertet worden. Das Unternehmen mit zuletzt 900 Mitarbeitern und einem Umsatz von 350 Millionen Dollar im vergangenen Jahr ist eines der am schnellsten wachsenden Software-Startups weltweit. Es bietet Cloud-basierte Cybersicherheitslösungen, mit denen auf Grundlage künstlicher Intelligenz Bedrohungen in Echtzeit begegnet werden kann. Unter den Partnern des Unternehmens sind Cloud-Anbieter wie Microsoft und Amazon, zu den Kunden gehören Konzerne wie die Otto-Group in Deutschland und der französische Luxusgüterkonzern LVMH.
Sollte Alphabet Erfolg haben, wäre es eine der wenigen Großübernahmen in der Technologiebranche. Die Biden-Regierung will die Macht der Tech-Giganten begrenzen. Das US-Justizministerium führt Monopolprozesse unter anderem gegen Alphabet und Apple und wirft ihnen vor, nicht wegen eines überlegenen Produkts Marktführer in bestimmten Bereichen zu sein, sondern weil sie die Konkurrenz illegal ausschalteten.