briefing · Amazon Expansion

Amazon greift nach der Logistik-Vorherrschaft

Amazon greift nach der Logistik-Vorherrschaft
KI-generiert
Erschienen
Lesezeit2 Min · 310 Wörter

Amazon öffnet sein globales Logistiknetzwerk erstmals für externe Unternehmen und erweitert damit sein Geschäftsmodell deutlich. Mit „Amazon Supply Chain Services“ tritt der Konzern direkt gegen UPS und FedEx an. Für die Branche beginnt damit eine neue Phase des Wettbewerbs.

Neue Plattformstrategie

Amazon macht ernst und verwandelt seine über Jahrzehnte aufgebaute Infrastruktur in ein Produkt für alle: Der neue Service bündelt Transport, Lagerung, Fulfillment und Zustellung in einer einzigen, datengetriebenen Lösung und richtet sich gezielt an Unternehmen aus Branchen wie Industrie, Gesundheitswesen, Automobil und Einzelhandel, während der Konzern damit einen ähnlichen Weg einschlägt wie einst mit Amazon Web Services, als interne Technologie plötzlich zum globalen Geschäft wurde und den Cloud-Markt nachhaltig veränderte.

Großkunden als Signal

Dass es Amazon nicht nur um kleine Händler geht, zeigt ein Blick auf die ersten Kunden, denn mit Procter & Gamble, 3M, Lands‘ End und American Eagle Outfitters sind bereits große, international tätige Unternehmen an Bord, die komplexe Lieferketten steuern und nun auf Amazons integriertes System setzen.

Druck auf Wettbewerber

Für Wettbewerber wie UPS und FedEx bedeutet dieser Schritt vor allem steigenden Druck, denn während klassische Logistikunternehmen oft nur Teile der Lieferkette abdecken, setzt Amazon auf ein vollständig integriertes End-to-End-Modell, das durch massive Datennutzung, Automatisierung und Plattformlogik skaliert wird, was nicht nur zu sinkenden Preisen führen könnte, sondern auch einen technologischen Wettlauf beschleunigt und die Erwartungen der Kunden in Richtung Komplettlösungen aus einer Hand verschiebt.

Strategischer Ausbau

Am Ende geht es für Amazon um weit mehr als Logistik, denn der Konzern erschließt sich mit diesem Schritt eine neue, potenziell milliardenschwere Einnahmequelle unabhängig vom klassischen Onlinehandel und baut seine Rolle als zentraler Akteur globaler Lieferketten weiter aus, während sich für die Branche insgesamt eine Entwicklung hin zu wenigen dominanten Plattformanbietern abzeichnet.

Günther Suchy

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist er Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Der promovierte Volkswirt kennt den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: Er leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder in die Welt hinaus: Nach China, Chile, Marokko oder Bhutan, wo er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College lehrte und das Nationale Olympische Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“ beriet. An der Universität Durban in Südafrika gibt er Seminare zum Thema "Green Startups". Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.