Amazons 75-Millionen-Desaster: Melania-Doku floppt brutal
Amazon investiert 75 Millionen Dollar in die Melania-Trump-Doku – und erntet nur 7 Millionen am Startwochenende. Kritiker-Wertung: 7 Prozent. Die teuerste Doku aller Zeiten wird zum PR-Fiasko.
Amazon hat sich mit der Melania-Trump-Dokumentation spektakulär verkalkuliert. 40 Millionen Dollar Kaufpreis, 35 Millionen für Marketing – macht 75 Millionen Gesamtinvestment. Das Ergebnis am Startwochenende: magere 7,04 Millionen Dollar Einspielergebnis. Selbst die optimistischsten Analysten sehen hier keinen Weg in die Gewinnzone. Zum Vergleich: Amazon überbat Disney um satte 26 Millionen Dollar. Die Frage, die sich stellt: War das wirklich ein Business-Deal oder politisches Kalkül?
Kritiker zerfleischen Ratners Comeback
Brett Ratner inszeniert hier sein erstes Werk seit den Belästigungsvorwürfen von 2017. Das Ergebnis: vernichtend. Auf Metacritic landet die Doku bei 7 Prozent, auf Rotten Tomatoes bei 10 Prozent.
Filmkritikerin Manohla Dargis beschreibt das Werk als „sorgfältig inszenierte Chronik“ der 20 Tage vor der Amtseinführung – mehr PR-Material als kritische Dokumentation. Zwei Drittel der New Yorker Crew wollten laut TechCrunch nicht im Abspann erscheinen. Das spricht Bände über die Stimmung am Set.
Die teuerste Doku ohne Musikrechte
Filmmanager Ted Hope, der bis 2020 bei Amazon arbeitete, nennt es „die teuerste Dokumentation aller Zeiten ohne Musiklizenzen“. Seine Einschätzung: Der Deal riecht nach politischer Einflussnahme.
Apple-CEO Tim Cook besuchte eine Preview im Weißen Haus – während Kritiker vorab keinen Zugang erhielten. Amazon MGM verteidigt sich mit Verweis auf die „Long-Tail-Strategie“ und hofft auf Erfolg beim Streaming. Doch selbst auf Prime Video dürfte es schwer werden, 75 Millionen Dollar zu rechtfertigen.
Business Punk Check
Amazons Melania-Investment ist Business-Wahnsinn in Reinform. Kein Studio zahlt 40 Millionen für eine Doku ohne A-List-Stars oder exklusive Enthüllungen – es sei denn, es geht um etwas anderes. Die Zahlen lügen nicht: 7 Millionen Einspielergebnis bei 75 Millionen Investment bedeuten einen Verlust von mindestens 68 Millionen Dollar, selbst wenn man großzügig kalkuliert. Ted Hopes Vorwurf der politischen Einflussnahme ist nicht aus der Luft gegriffen – Disney bot 14 Millionen, Amazon zahlte das Dreifache. Die Strategie, auf Streaming-Erfolg zu setzen, ist reine Schadensbegrenzung. Dokumentationen mit 7-Prozent-Kritikerwertung werden auch auf Prime Video nicht zum Hit.
Zwei Drittel der Crew wollten nicht genannt werden – das zeigt, wie toxisch das Projekt intern wahrgenommen wurde. Brett Ratners Comeback nach den Belästigungsvorwürfen macht die Sache nicht besser. Für Amazon bedeutet das: Ein Deal, der weder künstlerisch noch kommerziell funktioniert. Die einzige Erklärung bleibt politisches Kalkül – und das ist für einen Tech-Konzern ein gefährliches Spiel. Wer 75 Millionen für Goodwill beim Weißen Haus ausgibt, verliert Glaubwürdigkeit bei Kunden und Investoren. Diese Doku wird als Lehrstück in die Annalen eingehen – wie man Geld verbrennt und dabei auch noch schlecht aussieht.
Häufig gestellte Fragen
Warum hat Amazon 75 Millionen Dollar für die Melania-Doku ausgegeben?
Amazon zahlte 40 Millionen für die Rechte und 35 Millionen für Marketing – 26 Millionen mehr als Disney geboten hatte. Brancheninsider vermuten politische Motive: Der Deal könnte darauf abzielen, die Trump-Administration wohlwollend zu stimmen. Kommerziell ergibt die Investition bei 7 Millionen Startwochenende und 7 Prozent Kritikerwertung keinen Sinn.
Kann Amazon den Verlust durch Streaming ausgleichen?
Unwahrscheinlich. Dokumentationen mit derart schlechten Kritikerwertungen (7% Metacritic, 10% Rotten Tomatoes) generieren selten hohe Streaming-Zahlen. Selbst bei optimistischer Kalkulation bleibt ein Verlust von mindestens 50 Millionen Dollar. Die „Long-Tail-Strategie“, auf die Amazon setzt, funktioniert nur bei Inhalten mit positivem Buzz.
Welche Rolle spielt Brett Ratners Vergangenheit für den Flop?
Ratners erstes Projekt seit den Belästigungsvorwürfen 2017 war von Anfang an kontrovers. Zwei Drittel der New Yorker Crew wollten nicht im Abspann erscheinen – ein Zeichen für massive interne Vorbehalte. Diese Kontroverse hat potenzielle Zuschauer abgeschreckt und die Vermarktung erschwert.
Was bedeutet dieser Deal für Amazons Content-Strategie?
Der Melania-Deal zeigt, dass Amazon bereit ist, kommerzielle Logik politischen Interessen unterzuordnen. Das ist riskant: Investoren und Kunden erwarten datengetriebene Entscheidungen, keine Gefälligkeitsdeals. Für die Content-Strategie bedeutet das einen Glaubwürdigkeitsverlust – und möglicherweise mehr Zurückhaltung bei zukünftigen Dokumentarfilm-Investments.
Gibt es vergleichbare Flops in der Streaming-Branche?
Dokumentarfilme mit dreistelligen Millionen-Budgets sind selten – und wenn, dann mit Musik-Lizenzrechten (wie bei Konzertfilmen). Amazons 75-Millionen-Investment ohne solche Assets ist beispiellos. Vergleichbare Fehlkalkulationen gab es bei Netflix‘ „Cleopatra“-Doku, die ebenfalls politisch kontrovers war und floppte – allerdings bei deutlich niedrigerem Budget.
Quellen: TechCrunch