AnlagePunk Bitcoin-Crash: Wenn Washington die Märkte zerlegt

Bitcoin-Crash: Wenn Washington die Märkte zerlegt

Politisches Chaos in den USA schickt Bitcoin auf Talfahrt. Innerhalb von Stunden verdampfen 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Die Shutdown-Wahrscheinlichkeit schnellt auf 80 Prozent – und das ist erst der Anfang.

Bitcoin steht unter Druck. Die Krypto-Leitwährung sackte auf 86.100 US-Dollar ab, kämpft sich mühsam zurück auf 87.000 US-Dollar. Ethereum verliert zwei Prozent, Solana drei. Der Grund: Washington liefert ein politisches Desaster, das die Märkte in Panik versetzt. Die Demokraten drohen mit der Blockade eines Finanzierungspakets für das Heimatschutzministerium. Die Folge: Die Wahrscheinlichkeit für einen US-Regierungsstillstand bis Ende Januar liegt laut Btc Echo bei 80 Prozent – am Samstag waren es noch neun Prozent.

Marktkapitalisierung verdampft in Rekordzeit

Die Zahlen zeigen die Brutalität des Abverkaufs. Innerhalb von sechseinhalb Stunden schrumpfte die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung von 2,97 auf 2,87 Billionen US-Dollar. In nur 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von über 600 Millionen US-Dollar liquidiert.

Der Großteil davon: Long-Positionen. Anleger, die auf steigende Kurse gesetzt hatten, wurden brutal ausgestoppt. Trump heizt die Stimmung zusätzlich an – mit Drohungen, die Zölle für Kanada auf 100 Prozent anzuheben, und der Entsendung von Kriegsschiffen in den Nahen Osten wegen der Iran-Spannungen.

Yen Carry Trades als verstecktes Risiko

Parallel verschärft sich die Lage am japanischen Devisenmarkt. Der Yen gerät unter massiven Abwertungsdruck, die Renditen japanischer Staatsanleihen steigen. Das Problem: Seit Jahren nutzen Investoren die sogenannten Yen Carry Trades. Sie leihen sich Geld in Japan zu niedrigen Zinsen, tauschen es in andere Währungen und investieren in risikoreichere Assets – darunter Bitcoin. Solange der Yen stabil bleibt, funktioniert die Strategie.

Doch sobald Japan oder die USA intervenieren, wird es teuer. Die New Yorker Federal Reserve führte kürzlich Wechselkurs-Abfragen durch – ein klassisches Warnsignal vor einer koordinierten Intervention. Marktteilnehmer beginnen bereits, ihre Positionen zu schließen. Kredite werden zurückgezahlt, Kapital aus spekulativen Märkten abgezogen. Bitcoin trifft das direkt, unabhängig von fundamentalen Entwicklungen in der Krypto-Branche.

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