AnlagePunk Bitcoin-Erfinder gefunden? Adman Back wehrt sich gegen NYT-Enthuellung

Bitcoin-Erfinder gefunden? Adman Back wehrt sich gegen NYT-Enthuellung

Nach einjähriger Recherche will die New York Times Satoshi Nakamoto identifiziert haben: Adam Back. Der Kryptograph streitet ab – und bringt damit einen 70-Milliarden-Dollar-Verdacht ins Wanken.

Reporter John Carreyrou machte einst den Theranos-Skandal öffentlich. Jetzt will er das größte Rätsel der Kryptowelt gelöst haben: Die New York Times identifiziert nach zwölfmonatiger Recherche den britischen Kryptographen Adam Back als Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto. Back, 55, dementiert entschieden: „Ich bin nicht Satoshi“, schreibt er auf X. Die Beweislage? Bemerkenswert – aber lückenhaft.

Carreyrou und sein Team werteten 134.308 Posts von 620 Kandidaten aus drei Kryptographie-Mailinglisten zwischen 1992 und 2008 aus. Das Ergebnis dreier unabhängiger Schreibstil-Analysen: Back ähnelt Satoshi stilistisch am stärksten. Besonders verräterisch laut New York Times: Bindestriche. In Satoshis Texten fanden sich 325 verschiedene Fehler bei der Schreibweise mit Bindestrichen. Back machte 67 davon ebenfalls – der zweitplatzierte Kandidat nur 38.

Hashcash und verdächtiges Schweigen

Back entwickelte 1997 „Hashcash“, ein Proof-of-Work-System, das als konzeptionelle Grundlage für Bitcoin gilt. Zwischen 1997 und 1999 beschrieb er in den Cypherpunks-Mailinglisten bereits fast alle Kernfunktionen von Bitcoin – ein Jahrzehnt vor dem White Paper. Das zeitliche Muster wirft Fragen auf: Als Satoshi Ende 2008 Bitcoin ankündigte, verstummte Back in den Foren.

Erst im Juni 2011, sechs Wochen nach Satoshis Verschwinden, äußerte er sich wieder öffentlich zu Bitcoin, so heise. Der entscheidende Moment: Carreyrou konfrontierte Back mit einem Satoshi-Zitat. Dessen Antwort: „Ich habe damals viel gequatscht.“ Eine implizite Bestätigung? Back weist das zurück und spricht von einem Missverständnis.

Stylometrie-Experte bleibt skeptisch

Florian Cafiero, der Stylometrie-Experte, der der New York Times 2022 half, die QAnon-Autoren zu identifizieren, bestätigte zwar Backs stilistische Nähe zum White Paper. Er bezeichnete das Ergebnis jedoch als „nicht eindeutig“, wie Trending Topics berichtet.

Back erklärt die Ähnlichkeiten mit einem statistischen Effekt: Wegen seiner vielen Beiträge erscheine er bei Suchen nach Begriffen zu elektronischem Geld überproportional oft. Entscheidende E-Mail-Metadaten, die seine Version stützen könnten, verweigert Back allerdings. Auf X kommentiert er seinen angeblich fehlenden Bitcoin-Reichtum augenzwinkernd: „Ich ärgere mich, dass ich 2009 nicht fleißig gemint habe.“.

70 Milliarden Dollar und SEC-Probleme

Die Identität von Satoshi Nakamoto ist keine akademische Spielerei. Wer auch immer dahintersteckt, kontrolliert möglicherweise eine Wallet mit über einer Million Bitcoin – aktuell 70 bis 78 Milliarden Dollar wert. Das würde Satoshi zu einem der reichsten Menschen der Welt machen.

Für Back käme ein weiteres Problem hinzu: Er ist CEO der Bitcoin Standard Treasury Company, die über 30.000 BTC hält und einen Börsengang via SPAC-Fusion plant. Nach US-Wertpapierrecht könnte eine bestätigte Identität als Satoshi offenlegungspflichtige Information sein – ein juristisches Minenfeld.

Business Punk Check

Die NYT-Recherche ist methodisch beeindruckend, aber längst kein Beweis. Stylometrie-Analysen sind anfällig für Verzerrungen, gerade bei technikaffinen Autoren mit ähnlichem Fachjargon. Die Geschichte der Satoshi-Kandidaten – von Hal Finney über Nick Szabo bis Craig Wright – zeigt: Spekulationen gibt es viele, Beweise keine. Solange Back keine kryptografische Signatur von Satoshis bekannten Wallets vorlegt, bleibt die Frage offen. Aber genau das ist der Punkt: Auch ein Dementi beweist nichts.

Die wahre Identität Satoshis wird erst geklärt sein, wenn jemand Zugriff auf die Original-Wallets nachweist. Bis dahin bleibt Back einer von vielen Verdächtigen – und die Krypto-Community wird weiter rätseln. Für Anleger ändert sich nichts, für Back könnte es unangenehm werden.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Adam Back?

Adam Back ist ein britischer Kryptograph und CEO von Blockstream. Er entwickelte 1997 Hashcash, ein Proof-of-Work-System, das als Vorläufer von Bitcoin gilt. Back gehört seit Jahren zum Kreis der Satoshi-Verdächtigen.

Wie kam die New York Times auf Adam Back?

Drei unabhängige Schreibstil-Analysen von 134.308 Posts aus Kryptographie-Mailinglisten zeigten: Back ähnelt Satoshi stilistisch am stärksten. 67 von 325 Bindestrichen-Fehlern Satoshis machte auch Back – mehr als jeder andere Kandidat.

Warum ist die Identität von Satoshi Nakamoto wichtig?

Satoshi kontrolliert möglicherweise eine Wallet mit über einer Million Bitcoin, aktuell 70-78 Milliarden Dollar wert. Zudem könnte eine bestätigte Identität für Back SEC-Offenlegungspflichten beim geplanten Börsengang seiner Firma auslösen.

Gibt es einen Beweis für Backs Identität als Satoshi?

Nein. Stylometrische Ähnlichkeiten und zeitliche Muster sind Indizien, aber kein Beweis. Ohne kryptografische Signatur von Satoshis bekannten Wallets bleibt die Identität ungeklärt. Back dementiert die Vorwürfe entschieden.

Quellen: heise, BTC-ECHO, Trending Topics

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