AnlagePunk Bitcoin mit 4 Prozent Inflation: StarkWare-CEO greift die 21-Millionen-Grenze an

Bitcoin mit 4 Prozent Inflation: StarkWare-CEO greift die 21-Millionen-Grenze an

StarkWare-CEO Eli Ben-Sasson fordert 4 Prozent jährliche Bitcoin-Inflation. Seine Begründung: Verlorene Private Keys würden BTC langfristig vernichten. Die Community ist entsetzt: zu Recht?

Eli Ben-Sasson hat einen Vorschlag, der jedes Bitcoin-Maximalisten-Herz zum Stillstand bringen dürfte: Der CEO von StarkWare und Miterfinder von Zcash will die heilige 21-Millionen-Obergrenze aufweichen. Seine Forderung laut t3n: Eine jährliche Emissionsrate von 4 Prozent, doppelt so viel wie die Inflationsziele der EZB. Damit würde aus dem „digitalen Gold“ exakt das, was Bitcoin nie sein sollte: eine beliebig vermehrbare Währung mit eingebauter Entwertung.

Seine Begründung klingt zunächst nachvollziehbar: Schätzungen von Chainalysis zufolge sind bereits 20 Prozent aller geschürften Bitcoin unwiderbringlich verloren [t3n] – hauptsächlich durch verlorene Private Keys. Ben-Sassons Logik: Wenn die Zeit gegen unendlich tendiert, gehen irgendwann alle Schlüssel verloren. Also brauche es kontinuierlichen Nachschub, um „genug BTC für alle“ bereitzustellen.

Die Mathematik der Absurdität

Das Problem: Bitcoin ist bis auf 100 Millionen Satoshis teilbar. Es gibt 2,1 Billiarden Basiseinheiten, mehr als genug für die gesamte Weltbevölkerung, wie Kritiker auf X anmerken. Die künstliche Knappheit ist kein Bug, sondern das zentrale Feature. Sie unterscheidet Bitcoin fundamental von Fiat-Währungen, deren beliebige Vermehrung zu Kaufkraftverlust führt.

Ben-Sasson argumentiert, er unterstütze weiterhin eine „klare Geldpolitik mit einer absoluten Obergrenze“. Nur eben eine höhere, die mit 4 Prozent jährlich wächst. Das ist rhetorischer Salto rückwärts: Eine Obergrenze, die jährlich steigt, ist keine Obergrenze. Das ist Zentralbanklogik in Bitcoin-Verkleidung.

Community-Reaktion: Eisiges Schweigen

Die Resonanz fällt vernichtend aus. In den Kommentaren auf X wird Ben-Sasson vorgehalten, das Herzstück von Bitcoin zerstören zu wollen, berichtet BTC-ECHO. Ein Nutzer bringt es auf den Punkt: Mit einer solchen Änderung würde aus Bitcoin nur ein weiterer Dollar. Strategy-Gründer Michael Saylor plant bewusst das Gegenteil: Seine 18.000 BTC will er mit ins Grab nehmen,als letzten Gruß an die Community, der alle verbleibenden Coins wertvoller macht. Technisch wäre eine Protokolländerung ohnehin kaum durchsetzbar.

Entwickler, Miner und Node-Betreiber müssten sich einigen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich [BTC-ECHO]. Zudem existieren zahlreiche Bitcoin-Forks und alternative Kryptowährungen, die zu inflationären Experimenten besser passen würden.

Business Punk Check

Ben-Sassons Vorstoß offenbart eine fundamentale Fehleinschätzung: Er verwechselt technische Fungibilität mit ökonomischer Notwendigkeit. Bitcoin braucht keine Inflation, um funktional zu bleiben – die extreme Teilbarkeit löst das Knappheitsproblem elegant. Seine 4-Prozent-Forderung klingt eher nach einem Versuch, Bitcoin nach klassischen Wirtschaftslehrbüchern umzubauen. Das ignoriert, warum Bitcoin überhaupt erfolgreich wurde: als Gegenentwurf zum inflationären Fiat-System. Verlorene Coins sind kein Bug, sondern erhöhen den Wert aller verbleibenden.

Der Vorschlag würde Bitcoin seiner DNA berauben. Für Investoren bleibt die Botschaft klar: Die 21-Millionen-Grenze ist sakrosankt – und wird es bleiben, solange die dezentrale Governance funktioniert. Wer Inflation will, soll Euro kaufen.

Quellen: t3n, BTC-ECHO

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