AnlagePunk Bitcoin von 126.000 auf 60.000 Dollar: Warum der Kryptomarkt sich neu erfindet

Bitcoin von 126.000 auf 60.000 Dollar: Warum der Kryptomarkt sich neu erfindet

Galaxy-CEO Mike Novogratz verkündet das Ende der Spekulations-Ära im Kryptomarkt. Bitcoin verlor seit Oktober 2025 über 50 Prozent – doch diesmal fehlt der klare Auslöser. Die Branche steht vor einem Strukturwandel.

Bitcoin stürzte von 126.000 auf 60.000 US-Dollar ab – und niemand kann genau sagen, warum. Anders als beim FTX-Kollaps 2022 gibt es diesmal keinen Skandal, keine Pleite, keinen offensichtlichen Schuldigen. Galaxy Digital-CEO Mike Novogratz sprach am 10. Februar 2026 auf dem CNBC Digital Finance Forum in New York Klartext: Die Zusammensetzung der Marktteilnehmer verändere sich fundamental. Das Zeitalter der schnellen Gewinne sei vorbei.

Liquidations-Tsunami löschte Retail-Trader aus

Der wahre Wendepunkt lag bereits im Oktober 2025. Innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von 19,37 Milliarden US-Dollar liquidiert – das größte Liquidationsereignis der Krypto-Geschichte. Auslöser war Trumps Ankündigung eines 100-Prozent-Zolls auf chinesische Importe.

Über 1,6 Millionen Trader verloren ihre Positionen, laut Finanzen.net verschwand damit ein Großteil der Retail-Investoren und Market Maker aus dem Markt. Novogratz formuliert es nüchtern: Krypto lebe von Narrativen und Geschichten – wenn die Erzähler fehlen, bricht die Story zusammen.

Bitcoin-Veteranen nehmen Gewinne mit

Parallel dazu verkaufen langfristige Bitcoin-Halter massiv. Februar 2026 berichtete Novogratz von einem Deal über 80.000 Bitcoin im Wert von rund 9 Milliarden US-Dollar – vermittelt durch Galaxy Digital. Ein früher Investor aus der Bitcoin-Anfangszeit habe seine Position aufgelöst. Der Verkaufsdruck verstärke sich selbst: Wer einmal anfange, höre nicht mehr auf. Die sogenannten OGs realisieren Gewinne nach Jahren des Wartens, während neue Käufer ausbleiben.

Institutionelle wollen keine 30x-Renditen mehr

Novogratz sieht darin jedoch eine Chance für die Branche. Retail-Anleger kämen in den Kryptomarkt, um das Acht-, Zehn- oder Dreißigfache zu verdienen – nicht für bescheidene elf Prozent pro Jahr. Diese Erwartungshaltung weiche nun einem institutionellen Ansatz: Banking und Finanzdienstleistungen über Krypto-Infrastruktur, tokenisierte Real-World-Assets, niedrigere Renditen. Der Vermögensverwalter Grayscale bestätigt am 10.

Februar 2026 diese Einschätzung. Bitcoin verhalte sich kurzfristig wie eine Tech-Aktie, nicht wie Gold. Die Kopplung an Wachstumswerte dominiere das Preisverhalten, so De.

Short Squeeze könnte 6 Milliarden Dollar bewegen

Trotz der strukturellen Veränderungen lauern technische Risiken. CoinGlass-Daten zeigen: Bei einem Kursanstieg um 10.000 US-Dollar könnten Short-Positionen im Wert von über sechs Milliarden Dollar liquidiert werden.

Ein klassischer Short Squeeze würde Trader zwingen, ihre Wetten auf fallende Kurse durch Käufe zu schließen – was den Preis weiter nach oben treiben könnte. Parallel steigen die Ölpreise durch den Iran-Konflikt über 100 US-Dollar pro Barrel. Die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öltransports fließt, wird zum geopolitischen Nadelöhr.

Seite 1 / 2
Nächste Seite

Das könnte dich auch interessieren