AnlagePunk Gold-Rallye ohne Ende? Warum das gelbe Metall 2026 die 5.000-Dollar-Marke knacken könnte

Gold-Rallye ohne Ende? Warum das gelbe Metall 2026 die 5.000-Dollar-Marke knacken könnte

Der Goldpreis explodierte 2025 auf über 4.500 Dollar. Währungskrisen, geopolitische Spannungen und Notenbank-Käufe treiben das Edelmetall. Experten prognostizieren: Die Rallye ist noch lange nicht vorbei.

Der Goldpreis hat 2025 alle Erwartungen pulverisiert. Was als solides Jahr mit 2.600 Dollar pro Unze begann, endete mit einem historischen Rekord von über 4.500 Dollar – ein Plus von fast 70 Prozent. Hinter diesem Höhenflug steckt mehr als nur Krisenangst: Der US-Dollar hat seinen Status als sicherer Hafen weitgehend eingebüßt, während Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven massiv aufstocken.

Flucht aus dem Dollar

Der Greenback verlor 2025 dramatisch an Wert. Der US-Dollar-Index rutschte von 107 Punkten zu Jahresbeginn auf aktuell 98 Punkte ab, wie „wallstreet-online.de“ berichtet. Haupttreiber dieser Entwicklung: Zentralbanken diversifizieren ihre Reserven weg vom Dollar. „Russland konnte sich finanziell im Prinzip nicht mehr bewegen, nicht mehr am internationalen Zahlungsverkehr teilhaben“, erklärt Tobias Kascha vom Edelmetallhändler Philoro laut „tagesschau.de“. Diese Erfahrung hat besonders bei Schwellenländern Spuren hinterlassen.

ETF-Boom befeuert den Markt

Parallel zum Zentralbank-Run erleben Gold-ETFs einen beispiellosen Aufschwung. Der weltgrößte physisch besicherte Gold-ETF, SPDR Gold Shares, verzeichnete 2025 einen Bestandszuwachs von über 20 Prozent. Laut „wallstreet-online.de“ flossen besonders vor Weihnachten nochmals erhebliche Kapitalmengen in das Anlagevehikel – ein klares Zeichen für das anhaltende Vertrauen der Investoren.

Silber überholt Gold

Bemerkenswert ist die Verschiebung im Verhältnis zwischen Gold und Silber. Die Gold-Silber-Ratio fiel auf 57, unter den langfristigen Durchschnitt von 60. Mit einem aktuellen Silberpreis von 79 Dollar hat sich das „kleine Gold“ noch dynamischer entwickelt. „Galt Silber bis vor kurzem im Vergleich zu Gold noch als unterbewertet, wendet sich das Blatt nun zusehends“, analysiert „wallstreet-online.de“.

Prognosen für 2026

Experten sehen die Goldpreisrallye noch lange nicht am Ende. „Wenn Sie mich fragen, sehen wir eher die 5.000 Dollar, als dass es einen Rücksetzer auf 3.000 Dollar gibt“, sagt Tobias Kascha laut „tagesschau.de“. Noch optimistischer zeigt sich Philipp Eisel von EE Capital Management: „Ich würde mich auch nicht wundern, wenn wir irgendwann fünfstellige Goldpreise sehen werden. Wahrscheinlich nicht im nächsten Jahr, aber ich denke, da geht die Reise hin.“ Auch die Analysten von J.P. Morgan rechnen mit weiteren Rekorden. Laut „focus.de“ prognostizieren sie für Ende 2026 einen Goldpreis von durchschnittlich 5.055 Dollar, mit Potenzial auf 5.400 Dollar bis Ende 2027.

Business Punk Check

Der Goldrausch 2025 ist mehr als nur ein Krisenphänomen – er markiert eine tektonische Verschiebung im globalen Finanzsystem. Was wir erleben, ist der Anfang einer De-Dollarisierung, nicht bloß eine vorübergehende Flucht in sichere Häfen. Die Sanktionen gegen Russland haben das Vertrauen in westliche Währungen nachhaltig erschüttert. Für Anleger bedeutet das: Gold ist nicht mehr nur Absicherung, sondern strategische Positionierung gegen Währungsrisiken. Die wahre Herausforderung für 2026 wird jedoch die Volatilität sein.

Rücksetzer auf 3.800 Dollar sind wahrscheinlich – und bieten smarten Investoren Einstiegschancen. Wer wirklich profitieren will, sollte über Gold hinausdenken: Die Aktien von Produzenten wie Newmont (aktuell bei 105 Dollar) bieten Hebelwirkung auf steigende Goldpreise. Gleichzeitig sollten Anleger die geopolitische Dimension nicht unterschätzen: Die „Midterm Elections“ in den USA könnten das Vertrauen in den Dollar weiter erschüttern und Gold zusätzlichen Auftrieb geben.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist Gold bei über 4.500 Dollar nicht längst überbewertet?
    Trotz des Rekordpreises sprechen fundamentale Faktoren für weiteres Aufwärtspotenzial. Die strukturelle Verschiebung weg vom Dollar durch Zentralbanken ist ein langfristiger Trend, der den Goldpreis nachhaltig stützt. Kurzfristige Korrekturen auf 3.800-4.000 Dollar sind möglich, ändern aber nichts am intakten Aufwärtstrend.
  • Wie können Anleger vom Goldpreisanstieg profitieren, ohne physisches Gold zu kaufen?
    Goldminenaktien wie Newmont oder Barrick bieten einen Hebel auf den Goldpreis. Bei steigenden Goldpreisen wachsen ihre Margen überproportional. ETFs wie SPDR Gold Shares ermöglichen ein Investment ohne Lagerkosten. Achten Sie auf physisch hinterlegte ETFs statt Derivate-basierte Produkte für maximale Sicherheit.
  • Welche geopolitischen Entwicklungen könnten den Goldpreis 2026 besonders beeinflussen?
    Die „Midterm Elections“ in den USA werden entscheidend sein. Eine Schwächung der Position Trumps könnte politische Unsicherheit erzeugen und Gold stärken. Zudem bleibt die Entwicklung der chinesischen Goldkäufe ein wichtiger Faktor – China könnte seine Goldreserven weiter massiv aufstocken, um seine Währungsreserven zu diversifizieren.
  • Wie wirkt sich die Goldpreisentwicklung auf mittelständische Unternehmen in Deutschland aus?
    Für Mittelständler bedeutet der hohe Goldpreis steigende Kosten in der Elektronik- und Schmuckproduktion. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen für spezialisierte Recycling-Unternehmen. Unternehmen sollten ihre Treasury-Strategie überdenken und Gold als Absicherung gegen Währungsrisiken in Betracht ziehen.
  • Wie sollten Anleger auf mögliche Preiskorrekturen bei Gold reagieren?
    Korrekturen auf 3.800-4.000 Dollar sollten als Einstiegschancen betrachtet werden. Eine gestaffelte Kaufstrategie mit mehreren Einstiegspunkten minimiert das Timing-Risiko. Diversifizieren Sie innerhalb des Edelmetallsektors – Silber bietet bei einer Gold-Silber-Ratio unter 60 mittlerweile interessante relative Bewertungschancen.

Quellen: „wallstreet-online.de“, „tagesschau.de“, „focus.de“

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