AnlagePunk Kryptogeddon: Gemini flieht aus Europa – Mining kostet mehr als Bitcoin wert ist

Kryptogeddon: Gemini flieht aus Europa – Mining kostet mehr als Bitcoin wert ist

Gemini zieht sich aus Europa zurück, während Bitcoin-Mining in Deutschland 200.000 Dollar pro Coin kostet. Die Branche erlebt eine brutale Marktbereinigung – nur die Großen überleben.

Die Krypto-Börse Gemini verlässt Europa, Großbritannien und Australien. Ab März 2026 werden Kundenkonten in den Auszahlungsmodus versetzt, im April folgt die komplette Schließung. Die Winklevoss-Brüder Tyler und Cameron begründen den Rückzug mit mangelnden Marktanteilen außerhalb der USA. Parallel dazu explodieren die Mining-Kosten weltweit – in Deutschland kostet das Schürfen eines Bitcoins mittlerweile 200.000 Dollar. Bei einem aktuellen Bitcoin-Preis von 95.000 Dollar ein klares Verlustgeschäft. Die Branche erlebt eine Konsolidierung, die kleine Player aus dem Markt drängt.

Gemini setzt auf Amerika – und Prognosemärkte

Gemini konzentriert sich künftig ausschließlich auf den US-Markt. Die Börse hat eine Partnerschaft mit eToro geschlossen, um europäischen Kunden den Ausstieg zu erleichtern. Die Winklevoss-Brüder setzen dabei auf eine radikale Neuausrichtung: Prognosemärkte sollen die Zukunft sein.

Seit Dezember 2025 läuft mit Gemini Predictions bereits eine eigene Plattform, auf der über 10.000 Nutzer Transaktionen im Wert von 24 Millionen Dollar abgewickelt haben. Die These der Gründer: Prognosemärkte würden die traditionellen Kapitalmärkte übertreffen. Eine gewagte Wette in Zeiten, in denen die Gemini-Aktie seit Jahresbeginn 23 Prozent an Wert verloren hat.

Mining-Kosten explodieren – große Farmen unter Druck

Die Kosten für Bitcoin-Mining sind laut Coinshares drastisch gestiegen. Große Mining-Farmen zahlten im Herbst 2024 noch 56.000 Dollar pro Bitcoin, aktuell sind es über 80.000 Dollar. Für kleinere US-Miner liegt die Kostenschwelle bereits bei 137.000 Dollar.

In Deutschland müssen Miner sogar 200.000 Dollar aufbringen – ein wirtschaftlicher Selbstmord bei den aktuellen Preisen. Die Ursachen: gestiegene Energiekosten, teure Hardware und die Nachwirkungen des Bitcoin-Halvings vom Mai 2024.

Marktbereinigung läuft – Konzentration nimmt zu

Kleinere Miner verschwinden aus dem Markt. Die Kombination aus hohen Kosten, steigender Difficulty und Konkurrenzdruck durch KI-Unternehmen macht das Geschäft unrentabel. Nur wer Zugang zu günstiger Energie hat oder eigene Kraftwerke betreibt, kann noch profitabel arbeiten.

US-Mining-Farmen setzen zunehmend auf Eigenversorgung durch selbst gebaute Kraftwerke. Die Vermögenskonzentration spiegelt diese Entwicklung: Ein Prozent der Bitcoin-Wallets kontrolliert 90 Prozent aller im Umlauf befindlichen Bitcoins. Die dezentrale Vision von Bitcoin weicht einer Oligarchie großer Player.

Business Punk Check

Die Krypto-Branche erlebt ihre härteste Marktbereinigung seit Jahren. Geminis Rückzug aus Europa zeigt: Ohne US-Kapitalmarkt läuft nichts. Die Winklevoss-Brüder setzen auf Prognosemärkte – ein Pivot, der entweder genial oder verzweifelt ist. Fakt ist: Die klassische Exchange-Konkurrenz ist brutal, die Margen schrumpfen. Parallel dazu macht das Mining-Geschäft nur noch für Großinvestoren Sinn. Wer in Deutschland für 200.000 Dollar einen Bitcoin schürft, der im Sinkflug ist, betreibt Kapitalvernichtung.

Die Hashrate-Rekorde sind kein Grund zum Jubeln – sie zeigen, dass immer mehr Ressourcen für denselben Output verbrannt werden. Der KI-Boom verschärft die Situation zusätzlich: Mining-Unternehmen wandern ab, weil KI-Infrastruktur profitabler ist. Die unbequeme Wahrheit: Bitcoin wird zum Spielplatz für Konzerne mit eigenen Kraftwerken. Für Retail-Miner ist der Zug abgefahren. Wer jetzt noch einsteigt, subventioniert die Großen.

Seite 1 / 2
Nächste Seite

Das könnte dich auch interessieren