AnlagePunk Tech-Story bröckelt: DARUM wird die Tesla-Aktie zum Verkaufskandidaten

Tech-Story bröckelt: DARUM wird die Tesla-Aktie zum Verkaufskandidaten

Der Elektroauto-Pionier Tesla verliert an Glanz: Banken stufen die Aktie zum Verkauf ein, Auslieferungen brechen ein und der Vorsprung bei autonomem Fahren schmilzt. Ist die Tesla-Story am Ende?

Die Zeiten, in denen Tesla als unangefochtener Tech-Champion galt, könnten vorbei sein. Während die Aktie bei 435 Dollar notiert, raten immer mehr Analysten zum Verkauf. Die DZ Bank taxiert den fairen Wert sogar nur auf 350 Dollar – deutlich unter dem aktuellen Kurs. Auch die UBS bleibt mit einem Kursziel von 247 Dollar pessimistisch. Hinter der Skepsis steckt eine grundlegende Neubewertung von Teslas Zukunftsaussichten.

Vom Vorreiter zum Nachzügler

Tesla und Elon Musk galten lange als Innovationsführer in Schlüsselbereichen wie autonomem Fahren, künstlicher Intelligenz und Robotik. Doch dieser Vorsprung schwindet rapide, wie Marktbeobachter feststellen. Autonomes Fahren entwickelt sich laut „Focus“ zunehmend zum Massenprodukt, das auch Konkurrenten anbieten können. Die einst exklusiven Tesla-Technologien verlieren ihren Alleinstellungscharakter.

Besonders alarmierend: Die Auslieferungszahlen brechen ein. Im vierten Quartal rechnen Experten mit nur 418.000 ausgelieferten Fahrzeugen – ein deutlicher Rückgang. Außerhalb Chinas lässt sich das Model Y nur noch mit erheblichen Preisnachlässen verkaufen. Die Preise sind in den USA auf knapp 40.000 Dollar und in Südkorea sogar auf rund 34.700 Dollar gefallen.

Strukturelle Herausforderungen

Ein weiterer Schlag für Tesla: US-Autobauer müssen erstmals keine ZEV-Zertifikate mehr von Tesla erwerben. Nach Analysten-Schätzungen betrifft das etwa ein Viertel der bisherigen Erlöse aus einem Geschäft mit nahezu 100-prozentiger Bruttomarge.

Die technische Analyse zeigt zwar kurzfristig noch Stärke – der Kurs liegt 20 Prozent über der 200-Tage-Linie. Doch Prognosemodelle deuten auf eine bevorstehende Korrektur hin. In den kommenden vier Wochen könnte sich der Kurs zwischen 340 und 473 Dollar einpendeln, wobei ein Rückgang um etwa 7 Prozent als wahrscheinlichstes Szenario gilt.

Düstere Zukunftsaussichten

Die langfristigen Aussichten wirken noch besorgniserregender. Nach dem ersten Rückgang der weltweiten Auslieferungen im Jahr 2024 um 1,1 Prozent erwarten Analysten laut „Stock3“ für 2025 ein Minus von 7,7 Prozent und für 2026 sogar einen Einbruch um 15 Prozent. Wegfallende US-Subventionen, verschärfter Wettbewerb in China und eine zunehmend angeschlagene Markenwahrnehmung in Europa belasten das Geschäft massiv.

In Europa brachen die Verkäufe bereits um 27 Prozent ein. Zwar wächst das Segment Energy Generation & Storage im vierten Quartal um respektable 12,1 Prozent bei Margen von über 30 Prozent. Mit einem Umsatzanteil von nur 14 Prozent kann es das schwächelnde Autogeschäft, das weiterhin mehr als 70 Prozent der Erlöse liefert, jedoch nicht kompensieren.

Business Punk Check

Der Tesla-Hype steht auf wackligen Beinen. Die Realität: Autonomes Fahren wird zur Standardtechnologie, die jeder mit einem Nvidia-Chip implementieren kann. Teslas Alleinstellungsmerkmale verschwinden, während die Verkaufszahlen einbrechen. Der Aktienkurs reflektiert noch immer eine Tech-Bewertung, obwohl Tesla zunehmend wie ein normaler Autobauer performt – mit schrumpfenden Margen und wachsendem Preisdruck.

Für Early Adopters heißt das: Wer auf die Mobilitätswende setzen will, sollte den Blick weiten. Etablierte Hersteller holen bei E-Autos auf, während Tech-Giganten wie Apple und Google bei Software und autonomem Fahren vorbeiziehen könnten. Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob Tesla die Autowelt revolutioniert, sondern ob es überhaupt noch zu den Top-Playern der nächsten Mobilitätsära gehören wird.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist Tesla noch ein Tech-Unternehmen oder nur ein Autohersteller?
    Tesla transformiert sich zunehmend zu einem normalen Autohersteller mit Tech-Ambitionen. Die Bewertung als Tech-Gigant wird immer schwerer zu rechtfertigen, da Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren zum Standard werden und die Margen unter Druck geraten. Investoren sollten Tesla primär an Autoherstellerkennzahlen messen.
  • Lohnt sich der Einstieg in die Tesla-Aktie bei Kurskorrekturen?
    Kurskorrekturen machen die Aktie nicht automatisch attraktiv. Entscheidend ist, ob Tesla seine Marktposition verteidigen kann. Aktuell deuten sinkende Auslieferungszahlen und schwindende Technologievorsprünge auf strukturelle Probleme hin. Besser: Diversifizieren und auch auf etablierte Hersteller mit überzeugender E-Strategie setzen.
  • Welche Alternativen gibt es für Investoren, die auf E-Mobilität setzen wollen?
    Statt einzelne Hersteller zu wählen, bieten sich E-Mobility-ETFs oder Investments in die Ladeinfrastruktur an. Auch Batterietechnologie-Spezialisten oder Halbleiterhersteller für autonomes Fahren könnten langfristig profitabler sein als die Fahrzeughersteller selbst.
  • Kann Teslas Energy-Sparte das schwächelnde Autogeschäft ausgleichen?
    Trotz beeindruckender Wachstumsraten von 12,1% und Margen über 30% macht der Energy-Bereich nur 14% des Umsatzes aus. Um das Autogeschäft auszugleichen, müsste dieser Bereich massiv skalieren – ein Szenario, das kurzfristig unrealistisch erscheint.
  • Wie realistisch ist Teslas Vision vom autonomen Fahren noch?
    Während Tesla bei der Datensammlung Vorteile hat, holen Konkurrenten technologisch auf. Die Vision des vollautonomen Fahrens bleibt für alle Marktteilnehmer eine Herausforderung – regulatorisch wie technisch. Teslas Alleinstellungsmerkmal schwindet, während spezialisierte Tech-Unternehmen und etablierte Autobauer aufholen.

Quellen: „Focus“, „Stock3“, „Finanzen.net“

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