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Ben Affleck und das Rennen um KI in Hollywood

Ben Affleck
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Hollywood-Star Ben Affleck sorgt für Schlagzeilen – diesmal nicht mit einem Film, sondern mit einem Tech-Deal. Netflix übernimmt sein KI-Startup InterPositive, das Tools für die Film-Postproduktion entwickelt. Der mögliche Kaufpreis: bis zu 600 Millionen Dollar. Der Deal zeigt, wie stark künstliche Intelligenz inzwischen in Hollywoods Produktionsprozesse einzieht.

Netflix kauft Afflecks KI-Startup

Netflix hat die Übernahme des KI-Unternehmens InterPositive angekündigt, das unter anderem von Hollywood-Star Ben Affleck mitgegründet wurde. Die Software des Startups hilft Filmemachern in der Postproduktion – etwa beim Schneiden von Szenen, beim Angleichen von Lichtverhältnissen oder beim Beheben von Kontinuitätsfehlern. Laut Bloomberg könnte der Deal bis zu 600 Millionen US-Dollar wert sein, abhängig von bestimmten Leistungszielen. Netflix selbst äußert sich bisher nicht zu den genauen Details.

Affleck setzt auf Film-Tech

Affleck gründete InterPositive im Jahr 2021 zusammen mit einem kleinen Team aus ehemaligen Technikern von Warner Bros. und Google. Die Idee: KI-Tools entwickeln, die Filmemacher unterstützen und Produktionsprozesse effizienter machen, ohne die kreative Arbeit zu ersetzen. Das Startup soll bereits im Hintergrund bei mehreren Studioproduktionen eingesetzt worden sein – unter anderem angeblich auch bei einem Regieprojekt von Affleck selbst.

Netflix baut KI-Offensive aus

Für Netflix passt der Zukauf in eine größere Strategie. Der Streamingdienst arbeitet daran, künstliche Intelligenz entlang der gesamten Produktionskette einzusetzen – von der Drehbuchanalyse bis zur automatisierten Lokalisierung. Intern testet das Unternehmen bereits Tools für Drehbuchauswertung, visuelle Konsistenzchecks und KI-gestützte Synchronisation. Ziel ist es, Produktionszeiten zu verkürzen und Kosten bei Originalproduktionen zu senken.

Rennen um KI in Hollywood

Der Markt für KI-Technologien in Film und Fernsehen wächst schnell. Auch Amazon MGM Studios und Disney investieren massiv in entsprechende Systeme. Gleichzeitig treiben Startups wie Runway, Pika Labs oder Flawless AI neue Tools für Schnitt, Übersetzung und digitale Effekte voran. Analysten erwarten, dass der Markt für KI in Medien und Entertainment bis 2030 auf mehr als 40 Milliarden US-Dollar anwächst.

Skepsis in der Branche

In Hollywood wird die Entwicklung allerdings kritisch beobachtet. Nach den großen Streiks von Drehbuchautor und Schauspieler im Jahr 2023 sind viele Gewerkschaften besonders sensibel beim Thema KI. Die Writers Guild of America fordert klare Regeln und Transparenz bei der Nutzung von Trainingsdaten. InterPositive betont, seine Modelle würden ausschließlich mit genehmigtem Material trainiert und seien nicht darauf ausgelegt, kreative Leistungen zu ersetzen.

Günther Suchy

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist er Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Der promovierte Volkswirt kennt den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: Er leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder in die Welt hinaus: Nach China, Chile, Marokko oder Bhutan, wo er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College lehrte und das Nationale Olympische Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“ beriet. An der Universität Durban in Südafrika gibt er Seminare zum Thema "Green Startups". Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.