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Bitcoin unter 82.000 Dollar: Milliarde an Wetten ausradiert

Bitcoin-Crash: Warum die 82.000 Dollar-Marke gerissen ist.
BP | KI-generiert mit ChatGPT Bitcoin-Crash: Warum die 82.000 Dollar-Marke gerissen ist.
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Lesezeit3 Min · 619 Wörter

Öl, Zinsangst und ETF-Abflüsse drückten Bitcoin unter 82.000 Dollar. Gehebelte Positionen im Wert von rund einer Milliarde Dollar werden liquidiert, die 80.000er-Marke rückt in den Fokus.

Bitcoin ist unter die Marke von 82.000 Dollar gefallen und notierte demnach bei rund 81.750 Dollar, ein Minus von etwa 2 Prozent binnen 24 Stunden. Im Tagestief gestern ging es sogar bis auf rund 80.400 Dollar hinunter.

Noch zu Wochenbeginn lag der Kurs bei 86.000 Dollar, am Vortag war die Marke von 84.000 Dollar gerissen. Der Rutsch trifft europäische Anlegerinnen und Anleger in ETF-Sparplänen und Direktinvestments gleichermaßen, da Preisbewegungen in US-Handelsstunden europäische Depots über Nacht neu bewerten.

Öl und Fed treiben die Angst

Den Ausschlag gab demnach erneut der Ölpreis: Nach einem nächtlichen Angriff auf einen Tanker vor Katar stieg Brent zwischenzeitlich auf mehr als 105 Dollar je Barrel. US-Präsident Donald Trump erklärte, es gebe vor den Midterm-Wahlen keine Angriffspläne auf den Iran, die Blockade bleibe jedoch bestehen.

Dazu kommt die US-Notenbank: Laut dem Protokoll der Septembersitzung hält eine Mehrheit der Mitglieder eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich. Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen weiter an, was riskante Anlagen wie Kryptowährungen unattraktiver macht. Für zusätzliche Nervosität sorgten laut der Analysefirma Arkham bewegte Wallets der US-Regierung: 12.267 Bitcoin im Wert von rund einer Milliarde Dollar aus beschlagnahmten Beständen des Bitfinex-Hacks wurden auf neue Adressen verschoben.

Milliarde an Wetten liquidiert

Der Derivatemarkt verstärkte den Abwärtstrend zusätzlich. Laut CoinGlass, zitiert von Trending Topics, wurden binnen 24 Stunden Positionen im Wert von rund einer Milliarde Dollar zwangsweise geschlossen, mehr als 90 Prozent davon Wetten auf steigende Kurse. Am stärksten traf es Ether-Positionen. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut SoSoValue am Mittwoch Abflüsse von rund 487 Mio. Dollar, den größten Tagesabfluss seit Wochen.

Für Sparplan-Anlegerinnen und -Anleger in Europa bedeutet das: Wer regelmäßig in ETFs investiert, kauft aktuell zu niedrigeren Kursen ein, während kurzfristig orientierte Trader die stärksten Verluste tragen. Altcoins fielen deutlich stärker als Bitcoin: Ethereum verlor rund 4 Prozent, Solana knapp 6 Prozent, Cardano rund 9 Prozent, Zcash brach um 12 Prozent ein.

Die Marke 80.000 im Visier

Die Zone zwischen 82.000 und 83.000 Dollar galt laut Jeff Ko, Chefanalyst der Mining-Plattform ViaBTC, als wichtige Unterstützung. Diese Marke ist nun gefallen. Lacie Zhang, Research-Leiterin bei Bitget Wallet, hatte für diesen Fall vor einem schnelleren Rutsch Richtung 80.000 Dollar gewarnt.

Auf der Prognoseplattform Kalshi setzen Trader bereits auf einen Rückgang bis 78.000 Dollar in diesem Monat. Damit wackelt auch der traditionell starke Oktober: Laut CoinGlass legte Bitcoin seit 2013 im Oktober im Schnitt über 18 Prozent zu, aktuell liegt der Monat rund 3 Prozent im Minus. „Saisonalität allein ist keine Investment-These“, sagte Zhang demnach.

Business Punk Check

Der Fear-and-Greed-Index steht demnach bei neutralen 53 Punkten, von Panik ist der Markt also weit entfernt. Das trennt diesen Rutsch von echten Crash-Szenarien: Die Liquidationswelle hat viel Hebel aus dem System gespült, was kurzfristig stabilisierend wirken kann.

Offen bleibt, ob der Ölpreis über 100 Dollar bleibt und damit die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Fed-Zinserhöhung Ende Oktober erhöht. Für ETF-Sparpläne in Europa ändert sich strategisch wenig: Wer langfristig anlegt, kauft in die Schwäche hinein. Wer gehebelt spekuliert hat, zahlt gerade den Preis für diese Wette.

Auf einen Blick

  • Bitcoin fiel unter 82.000 Dollar und notierte bei rund 81.750 Dollar, im Tagestief bei etwa 80.400 Dollar.
  • Gehebelte Positionen im Wert von rund einer Milliarde Dollar wurden binnen 24 Stunden liquidiert, mehr als 90 Prozent davon Wetten auf steigende Kurse.
  • US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Abflüsse von rund 487 Mio. Dollar, den größten Tagesabfluss seit Wochen.
  • Analystin Lacie Zhang warnte vor einem möglichen weiteren Rutsch Richtung 80.000 Dollar, sollte diese Marke nachhaltig brechen.
  • Der Fear-and-Greed-Index liegt bei neutralen 53 Punkten, der Markt zeigt bislang keine Panikreaktion.

Quellen: Trendingtopics, KI-unterstützt

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