Brand & Brilliance Die Selbstvermessung der Eitelkeiten: Was die Rankings 2025 über Agenturen verraten – und was nicht

Die Selbstvermessung der Eitelkeiten: Was die Rankings 2025 über Agenturen verraten – und was nicht

Effizienz ist das neue „Wir kündigen keine Leute“

Was wirklich wächst, sind nicht immer nur die Umsätze – sondern die Einsparquoten. Die Rendite pro Kopf steigt oft, weil’s schlicht weniger Köpfe gibt. Besonders spannend: Der Klassiker „KI ersetzt keine Jobs, sie unterstützt nur“ wird durch aktuelle Entwicklungen leise widerlegt. Jung von Matt schließt die 30-köpfige Produktions-Unit JvM Creators – betroffen ist „vor allem die automatisierte Content-Erstellung“.

Das ist keine Revolution, das ist nüchterne Realität: Wenn die Tools besser werden, wird es die Umsetzungsteams härter treffen als die Strateg:innen. Jens Grüner von GUD Berlin bringt es trocken auf den Punkt: „Natürlich wird durch KI die Nachfrage nach sogenannten Umsetzungsjobs immer geringer werden.“ Und er hat recht. Gut, dass GUD Berlin 24 Prozent Wachstum einfahren konnte – aber das kam eben nicht von TikTok-Automation.

Was Rankings selten zeigen: Die stille Erosion

Zwischen all den Lobgesängen auf Popkulturkompetenz, Retail-Exzellenz und internationales Neugeschäft verschwinden andere Geschichten: Die Agenturen, die unter den Budgetkürzungen der Kunden ächzen. Die Wettbewerber, die mit Stundensätzen operieren, bei denen man eigentlich nur noch von „strategischem Selbstausverkauf“ sprechen kann. Die New-Business-Pitches, bei denen weniger um Ideen als um Effizienz und „Deckelungen“ gerungen wird. Oder die Aussage eines Agenturchefs, dass strategische Pitches „kaum noch vorkommen“, weil die Marken selbst „auf Sicht“ fahren. Das klingt nicht nach Boom – das klingt nach Branchen-Ermüdung.

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