Brand & Brilliance Chiara Ferragni & Co. im Visier: Italien zieht Influencer zur Rechenschaft

Chiara Ferragni & Co. im Visier: Italien zieht Influencer zur Rechenschaft

Die Gleichstellung mit traditionellen Medienunternehmen bedeutet für Influencer nicht nur mehr Pflichten, sondern potenziell auch mehr Rechte – etwa beim Informantenschutz oder bei Auskunftsansprüchen. Branchenexperten sehen in der Entwicklung einen Professionalisierungsschub für die Creator Economy. Die klare Abgrenzung zwischen Hobby-Influencern und professionellen Content-Unternehmen könnte langfristig das Vertrauen in die Branche stärken und die Qualitätsstandards anheben.

Business Punk Check

Der italienische Vorstoß entlarvt die Selbstregulierungsmythen der Influencer-Branche. Während die Szene jahrelang beteuerte, transparente Werbekennzeichnung sei ausreichend, zeigt die 370-Millionen-Marktgröße, dass es längst um industrielle Strukturen geht. Die Wahrheit: Influencer agieren als vollwertige Medienunternehmen – ohne deren redaktionelle Standards.

Die Gleichstellung mit TV-Sendern ist überfällig, wird aber viele unprofessionelle Creator vom Markt fegen. Für Brands bedeutet das: Weniger, aber qualifiziertere Kooperationspartner mit klarer rechtlicher Stellung. Die Tage des wilden Westens im Influencer-Marketing sind gezählt – und das ist gut so.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Influencer sind von der italienischen Regulierung betroffen?
    Die Regelung gilt für Content Creator mit mindestens 500.000 Followern oder einer Million Videoaufrufen. Kleinere Accounts bleiben vorerst unberührt, sollten aber die Entwicklung beobachten, da ähnliche Regelungen in abgestufter Form folgen könnten.
  • Was bedeutet „redaktionelle Verantwortung“ konkret für Influencer?
    Redaktionelle Verantwortung umfasst die Pflicht zur Faktenprüfung, transparente Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt sowie die Einhaltung journalistischer Grundsätze. Praktisch heißt das: Content-Planung dokumentieren, Quellen prüfen und bei strittigen Themen Gegenpositionen darstellen.
  • Wie wirkt sich die Regulierung auf Markenkooperationen aus?
    Brands müssen ihre Influencer-Verträge anpassen und klare Verantwortlichkeiten definieren. Die Gleichstellung mit TV-Sendern bedeutet strengere Werberichtlinien, aber auch mehr Rechtssicherheit. Smarte Unternehmen nutzen dies als Qualitätsmerkmal und arbeiten bevorzugt mit registrierten Influencern zusammen.
  • Könnten ähnliche Regulierungen in Deutschland kommen?
    Deutschland wird wahrscheinlich innerhalb der nächsten zwei Jahre nachziehen, allerdings mit einem abgestuften Modell. Die Medienanstalten arbeiten bereits an Konzepten, die zwischen verschiedenen Influencer-Kategorien unterscheiden und entsprechend differenzierte Pflichten vorsehen.
  • Wie können Influencer sich auf strengere Regulierungen vorbereiten?
    Proaktive Content Creator sollten jetzt in Compliance-Strukturen investieren: Dokumentationssysteme für Kooperationen aufbauen, redaktionelle Prozesse etablieren und rechtliche Beratung einholen. Wer seine Marke als professionelles Medienunternehmen positioniert, wird von der Regulierungswelle profitieren statt unterzugehen.

Quellen: Handelszeitung, AGCOM

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