Brand & Brilliance Pixel statt Posen: Macht KI die Katalog-Models arbeitslos?

Pixel statt Posen: Macht KI die Katalog-Models arbeitslos?

Transparenz als Schlüssel zur Akzeptanz

Die Mehrheit der Verbraucher wünscht sich Klarheit: 81 Prozent der Befragten fordern laut fashionunited.de eine deutliche Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten.

Inken Paland, KI-Spezialistin für Social Media, unterstützt diese Forderung. Man müsse KI-Modelle erkennen und sehen, dass keine echten Menschen abgebildet sind – denn werde in Zukunft noch öfter passieren. Während Sinervo glaubt, dass eine Kennzeichnungspflicht den KI-Hype in der Modebranche schnell abflauen lassen würde, sieht Paland das anders. Ihrer Ansicht nach würden KI-Avatare mit der Zeit genauso alltäglich werden wie etwas Cookies auf Websites.

Business Punk Check

Der KI-Model-Hype ist ein klassisches Beispiel für Tech-Optimierung, die an der Realität vorbeizielen könnte. Ja, Unternehmen sparen Kosten – aber zu welchem Preis? Die Technologie löst ein Problem, das keines war: Models waren nie der Flaschenhals im E-Commerce. Die wahre Herausforderung liegt in der Produktentwicklung und Logistik. Zudem unterschätzen Marken den Authentizitätsfaktor: In einer Welt voller Fake-Content sehnen sich Konsumenten nach Echtheit.

Marken, die komplett auf KI-Models umsteigen, riskieren einen Vertrauensverlust bei Gen Z – ausgerechnet jener Zielgruppe, die am sensibelsten auf fehlende Transparenz reagiert. Die klügste Strategie? KI für Standardaufnahmen, echte Models für Kampagnen mit Emotionen und Storytelling. Wer das nicht kapiert, optimiert sich ins digitale Niemandsland.

Häufig gestellte Fragen

  • Werden KI-Models tatsächlich menschliche Models ersetzen?
    Teilweise. Für Standard-Produktaufnahmen in Online-Shops ist der Übergang bereits in vollem Gange. Für emotionale Kampagnen, Luxusmarken und alles, was Authentizität erfordert, bleiben echte Models unverzichtbar. Die Zukunft liegt in der hybriden Nutzung beider Welten.
  • Wie erkennt man KI-generierte Models in der Werbung?
    Aktuell gibt es keine Kennzeichnungspflicht, aber achten Sie auf übermäßige Perfektion, unnatürlich gleichmäßige Haut und fehlende Individualität. Viele Marken experimentieren mit subtilen Hinweisen wie „digital created“ in den Bildunterschriften, um Transparenz zu signalisieren.
  • Was bedeutet der KI-Model-Trend für Modelagenturen?
    Agenturen müssen ihr Geschäftsmodell anpassen. Zukunftsfähige Agenturen werden selbst KI-Expertise aufbauen, ihre Models als Lizenzgeber für digitale Zwillinge positionieren und sich auf Bereiche konzentrieren, wo menschliche Präsenz unverzichtbar bleibt – etwa Live-Events, Influencer-Marketing und hochwertige Kampagnen.
  • Wie viel Geld sparen Unternehmen tatsächlich durch KI-Models?
    Die Einsparungen sind weniger dramatisch als oft behauptet. Zwar entfallen Modelgagen (ca. 1.000-5.000 Euro pro Tag), doch die Entwicklung und Wartung der KI-Systeme sowie die rechtliche Absicherung verursachen neue Kosten. Der wahre Vorteil liegt in der Geschwindigkeit und Skalierbarkeit – nicht primär in der Kostenreduktion.
  • Brauchen KI-Models eine Kennzeichnungspflicht?
    Absolut. Transparenz schafft Vertrauen, und die geforderte Kennzeichnung kommt früher oder später ohnehin. Kluge Marken nutzen dies proaktiv als Differenzierungsmerkmal und kommunizieren offen ihren Technologieeinsatz, statt auf Täuschung zu setzen.

Quellen: OTTO, phys.org, fashionunited.de

Seite 2 / 2
Vorherige Seite Zur Startseite

Das könnte dich auch interessieren