Brand & Brilliance Südtirol: Schnee von morgen

Südtirol: Schnee von morgen

Technoalpin ist Weltmarktführer bei Beschneiungsanlagen. Damit das auch so bleibt, expandierte das Bozner Unternehmen in die ganze Welt. Eine Erfolgsgeschichte die aus der Kälte kommt.

Die Männer waren ihrer Zeit schon immer voraus: Walter Rieder und Georg Eisath.

Zusammen hatten die beiden die technische Leitung des Eggentaler Skigebietes „Obereggen“ inne. Doch schon 1983 war den Ski-Freaks klar: So wird es nicht weitergehen. Die Südseite der Alpen war auch damals schon oft von schneearmen Wintern geprägt. Also überlegten die beiden, was sie dagegen unternehmen konnten. Internet gab es damals nicht. Also kauften sie einfach in den USA eine Schneekanone – ohne zu wissen, was diese konnte. Ein Fehler.

Wie zwei kleine Jungen an Weihnachten packten sie das Monstrum voller Vorfreude aus. Dann passierte: nichts. Es passierte einfach nichts. Die Luftfeuchtigkeit, das Klima war im Eggental einfach anders als in den USA.

Nicht meckern, machen!

Südtiroler sind aber keine die meckern, sondern machen. Also machten sie, bauten kurzerhand selbst eine Kanone – und gründeten die Firma Technoalpin. Die Kanone funktionierte, das Unternehmen funktionierte. Und wie! Im vergangenen Geschäftsjahr setzte der Konzern 270 Millionen Euro um. Und wann knackt er die magische 500-Millionen-Euro-Marke? Technoalpin-Geschäftsführer Erich Gummerer sagt: „Solche Zahlen sind nicht unsere Priorität. Wir denken nicht in Rekorden, unser Fokus liegt auf der technologischen Entwicklung.“

Mit dieser Strategie baut der Mann, der seit 1990 die Geschicke bei Technoalpin leitet, neben dem Umsatz auch seinen Marktanteil aus. Aktuell liegt dieser bei stolzen 60 Prozent. Doch damit ist er nicht zufrieden. Gummerers Anspruch: das beste Produkt am Markt zu haben – überall dort, wo Ski gefahren wird. Unter anderem deswegen hat Technoalpin bereits 2022 alle Beschneiungsanlagen für die Olympischen Winterspielen in Peking gebaut. Nun fast alle für die Spiele 2026 in Milano/Cortina. „Ausschlaggebend für die Zuschläge war nicht der Preis, sondern die überlegene Technologie, hohe Energieeffizienz, langjährige Erfahrung und höchste Zuverlässigkeit in der Umsetzung komplexer Beschneiungslösungen“, so Gummerer.

Was viele nicht wissen: Technoalpin macht mit seinen über 700 Leuten alles. Sie bauen Schneilanzen, aus deren Düsen und Nukleatoren frischer Powder auf die Piste gesprüht wird. Ebenso Schneekanonen. Darüber hinaus: Speicherteiche und Pumpstationen, die das Wasser zu den Schneeerzeugern bringen. Ein Rundum-Sorglos-Pakete für die Skigebiete.

Nachhaltigkeit wird bei Technoalpin großgeschrieben

Über allem steht jedoch die Nachhaltigkeit. Technoalpin hat eigens eine Software entwickelt, bei dem die Liftbetreiber genau sehen können, auf welcher Piste wieviel Schnee liegt. Somit wird nicht ein Liter Wasser umsonst eingesetzt. Ohnehin ist die Diskussion überflüssig. Beispiel Alta Badia: 95 Prozent des Strombedarfs werden in den Dolomiten mit erneuerbaren Quellen abgedeckt. Und in Deutschland? Dort liegt der Anteil des Stromverbrauchs der Skigebiete im Vergleich zu allem anderen bei läppischen 0,01 Prozent. Gummerer mag deshalb solche Diskussion nicht. Überhaupt nicht.

Allein der Flug nach Mallorca verbrauche so viel Energie wie 30 Tage am Stück Ski zu fahren, rechnet Mr. Snow persönlich vor. Und eine Kreuzfahrt von Hamburg nach New York entspreche exakt 351 Skitagen. 351 Skitagen! Diese wären aber fast nirgendwo am Stück möglich. Wobei: Vielleicht haben Walter Rieder und Georg Eisath bald mal wieder eine Idee …

Mehr Infos zu Südtirol unter www.suedtirol.biz

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