Brand & Brilliance Von Klicks zu Cash: Die 40 mächtigsten Creator im DACH-Raum laut Forbes

Von Klicks zu Cash: Die 40 mächtigsten Creator im DACH-Raum laut Forbes

Forbes kürt die Top-Creator 2025: Nicht mehr nur Reichweite zählt, sondern unternehmerische Power. Erstmals entschied auch die Community mit – ein Paradigmenwechsel im Influencer-Business.

Forbes hat die Karten im Creator-Business neu gemischt. Beim Top Creators Summit am 21.

September im Tiroler Stanglwirt wurden 40 Social-Media-Größen aus dem deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Die Liste markiert einen entscheidenden Wandel in der Bewertung von Influencern: Nicht mehr reine Followerzahlen entscheiden über Relevanz, sondern zunehmend unternehmerisches Geschick und wirtschaftliche Schlagkraft.

Von Influencern zu Unternehmern

Die Transformation ist unübersehbar. Während Influencer früher primär für Produktplatzierungen bezahlt wurden, entwickeln sich die erfolgreichsten Creator zu eigenständigen Wirtschaftskräften. „Bei den Top Creators geht es schon lange nicht mehr nur um bezahlte Posts und Partnerschaften“, erklärt Klaus Fiala, Chefredakteur von „Forbes Swiss“ und Herausgeber von „Forbes Austria“.

Stattdessen bauen sie eigene Marken auf und wandeln sich von Content-Produzenten zu Unternehmern. Die Auswahl der 40 einflussreichsten Social-Media-Persönlichkeiten basiert laut „new-business.de“ auf einer komplexen Methodik. Neben klassischen Metriken wie Reichweite und Engagement Rate floss erstmals ein spezieller Entrepreneurship Score in die Bewertung ein. Dieser bewertet, wie erfolgreich Creator ihre Reichweite in eigene Geschäftsmodelle umsetzen.

Community-Power als Erfolgsfaktor

Eine wesentliche Neuerung: Die Fans durften dieses Jahr erstmals mitentscheiden. „Daten liefern die Fakten – das Voting bringt die Relevanz“, erklärt Branko Markovic, Co-CEO von influence.vision, wie „horizont.net“ berichtet. Diese Kombination aus harten Zahlen und Community-Feedback liefert ein deutlich differenzierteres Bild der tatsächlichen Marktrelevanz.

Die finale Entscheidung traf eine hochkarätig besetzte Jury, darunter Musikerin Shirin David, Volkswagen-Markenchefin Christine Wolburg und Banijay-CEO Marcus Wolter. Die Expertise dieser Branchenkenner aus Medien, Marketing und Wirtschaft unterstreicht den Anspruch, nicht nur Reichweite, sondern echten wirtschaftlichen Impact zu bewerten.

Vom Content-Creator zum Markenmacher

Paradebeispiel für den neuen Creator-Typus ist Lisa-Marie Schiffner. Die 24-jährige Österreicherin erreicht plattformübergreifend fast 3,9 Millionen Follower und überzeugt auf TikTok mit einer Engagement Rate von 8,54 Prozent, wie „onlinemarketing.de“ dokumentiert.

Beeindruckender als diese Zahlen ist jedoch ihr unternehmerischer Werdegang: Bereits 2023 schaffte sie es auf die Forbes Under 30-Liste, gründete das Modelabel Six Ways To Sunday und 2024 das Tech-Startup Lmwy. Dieser Weg vom Content-Creator zur Unternehmerin ist kein Einzelfall. Immer mehr Influencer nutzen ihre Reichweite, um eigene Produkte zu entwickeln und zu vermarkten – von Beauty-Brands über Fashion-Labels bis hin zu Tech-Startups. Sie verstehen ihre Communities nicht mehr nur als Publikum, sondern als potenzielle Kunden und Markenbotschafter.

Ebenfalls als starke Frau in den Top 40 ist Mai Thi Nguyen-Kim. Sie vereint Wissenschaft und Medien wie kaum jemand sonst. Mit über 2,2 Millionen Followern gehört sie zu den reichweitenstärksten Wissenschafts-Influencerinnen im deutschsprachigen Raum. Die promovierte Chemikerin startete ihren ersten YouTube-Kanal bereits während ihrer Doktorarbeit und betreibt seit 2016 den erfolgreichen Kanal „MaiThink X“. Neben ihrer Arbeit als Autorin von zwei Spiegel-Bestsellern moderierte sie die WDR-Sendung Quarks und ist seit 2021 mit einer eigenen Show bei ZDFneo präsent. Für ihre Beiträge zur Wissenschaftskommunikation wurde sie mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Bundesverdienstkreuz.

Business Punk Check

Der Forbes-Hype um Creator-Unternehmer verschleiert ein zentrales Problem: 54 Prozent der Top-Influencer-Brands scheitern innerhalb von zwei Jahren. Während Reichweite und Engagement messbar sind, bleibt die langfristige Wirtschaftlichkeit der Creator-Unternehmen oft fragwürdig. Viele Produkte leben primär von der Strahlkraft ihrer Gründer, nicht von echter Marktrelevanz.

Die echte Herausforderung liegt nicht im Launch, sondern in der Skalierung jenseits der eigenen Community. Erfolgreiche Creator-Unternehmer wie Lisa-Marie Schiffner sind die Ausnahme, nicht die Regel. Wer als Marke mit Influencern kooperiert, sollte daher weniger auf Follower-Millionen schauen, sondern auf nachhaltige Business-Modelle und echte Conversion-Rates. Die Zukunft gehört nicht den lautesten Stimmen, sondern den strategisch klügsten Köpfen.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie nachhaltig sind Creator-Businesses wirklich?
    Die meisten Creator-Unternehmen überleben die kritische Zweijahresphase nicht. Erfolgreiche Ausnahmen zeichnen sich durch klare Marktpositionierung jenseits der Gründerpersönlichkeit, professionelles Management und echten Produktmehrwert aus.
  • Welche Kennzahlen sind aussagekräftiger als Follower-Zahlen?
    Statt reiner Reichweite sollten Conversion-Rates, Customer Lifetime Value und Repeat-Purchase-Raten im Fokus stehen. Diese Metriken zeigen, ob ein Creator echte Kaufimpulse auslöst oder nur Aufmerksamkeit generiert.
  • Wie können Marken das Potenzial von Creators besser nutzen?
    Statt kurzfristiger Kampagnen lohnen sich langfristige Entwicklungspartnerschaften. Gemeinsame Produktentwicklung, Co-Creation und tiefe Integration in Innovationsprozesse schaffen nachhaltigeren Wert als klassische Influencer-Deals.
  • Welche Creator-Branchen haben die besten Zukunftsaussichten?
    Besonders vielversprechend sind spezialisierte Nischen mit hoher Fachexpertise: Finanz-Creator mit eigenen Investment-Tools, Tech-Influencer mit Software-Lösungen und Health-Experten mit evidenzbasierten Produkten zeigen überdurchschnittliche Erfolgsraten.

Quellen: „new-business.de“, „onlinemarketing.de“, „horizont.net“

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