Brand & Brilliance Wenn Rollen enden, und Obsession beginnt.

Wenn Rollen enden, und Obsession beginnt.

Ein Gedankenspiel: Die Coppola Agentur.

Würde Francis Ford Coppola eine Agentur führen, sähe sie wohl weniger nach Prozess und PowerPoint aus und mehr nach Chaos, Staub und Leidenschaft. Auf seinem Set eine Dynamik, bei der jede:r eine Rolle spielt, aber niemand nur diese Rolle ist. Der Kameramann redet ins Drehbuch rein, die Schauspielerin hinterfragt das Licht, die Produzentin berät die Maske. Und aus diesem scheinbaren Durcheinander entsteht Klarheit. Nicht durch Regeln, sondern durch geteilte Obsession.

Genau hier liegt ein interessantes Spannungsfeld zwischen Struktur und Chaos, indem sich auch Strategie und Beratung immer wieder finden. Beide arbeiten ineinandergreifend an einem „Set“. Beide orchestrieren gemeinsam entlang des Projektes. Und beide eint ein Auftrag, der weit über Effizienz hinausgeht: Wirkung erzeugen. Auch sie sind nie nur ihre Rolle, und dennoch ist es wichtig die jeweilige Rolle klar zu haben. 

Strategie – Drehbuchautor:innen der Markenwelt.

Sie erschaffen Welten, keine Word-Dokumente. Sie liefern keine fertigen Antworten, sondern eröffnen Räume. Ihr Job ist es, Spannung zu erzeugen – intellektuell, emotional, kulturell.

Komplexität wird dabei nicht ausgestellt, sondern verständlich gemacht. Wissen wird zum Hebel, um Austausch zu schaffen und Entscheidungen zu lenken. In einer Welt voller Chancen, werden Strateg:innen zu wachen Beobachter:innen und agieren dabei klar, menschlich und wirksam.

Beratung – Produzent:innen der Möglichkeiten.

Berater:innnen sind die Produzent:innen im Coppola-Konstrukt. Sie halten die Vision am Leben. Gerade dann, wenn Budgets brennen, Timings wackeln, Ressourcen rar sind und Realitäten zwicken. Sie sind nicht die Bremse, sondern Beat und Steuerung. 

Die besten Berater:innnen erkennen: Projekte sind keine Prozesse, sondern Organismen. Man kann sie nicht managen, man muss sie ermöglichen. Zwischen Kund:innen, Strategie, Kreation, Social und Tech sind sie die, die die Spannung aushalten und leiten. Den Raum lesen und übersetzen. 

Der Glaube an die gemeinsame Sache.

Ja, Strateg:innen stellen vermutlich häufiger die Frage „Was, wenn?“, Berater:innen: „Wie genau?“ Aber, am Ende müssen wir gemeinsam vermitteln oder gar verteidigen – und vor allem: wir müssen gemeinsam glauben. An die Idee. An das Team. An das, was noch nicht sichtbar ist.

Und, während die KI Prozesse optimiert und Systeme orchestriert, wird ihre Rolle paradoxerweise menschlicher und feinfühliger denn je: Empathie, Urteilskraft, Vertrauen, People Business – das sind ihre Werkzeuge. Kein Tool kann das ersetzen. 

Strateg:in und Berater:innen sind zwei Pole desselben Magnetfeldes. Beide schaffen Bedeutung im Chaos. Beide brauchen die Fähigkeit, Muster zu erkennen und gleichzeitig den Mut, sie zu brechen. Beide sind Brückenbauer:innen zwischen Kund:in und Agentur, zwischen Mensch und Marke, zwischen Vision und Wirklichkeit. Ihre Unterschiede sind nicht Gegensätze, sondern komplementäre Kräfte. Sie sind heterogen, aber arbeiten homogen zusammen.

Die Kraft des Unplanbaren

Wir leben in einer Zeit, in der vieles messbar, planbar und skalierbar scheint. Doch vieles, was wirklich Resonanz erzeugt – im Markt wie im Menschen – entsteht im Unplanbaren.
Oder, wie Coppola sagen würde: „Alles, was du in großem Maßstab oder mit intensiver Leidenschaft erschaffst, lädt das Chaos ein.“

Um dies zu ermöglichen, sollte KI nie der Entscheidung, sondern wenn der Beschleunigung dienen. Sowohl Strategie als auch Beratungsteams nach Talenten, nicht nach Hierarchien orchestriert werden. Und ein offener Austausch von Köpfen stattfinden, die ringen dürfen, weil sie dasselbe antreibt.

Letztlich sind Strateg:innen und Berater:innen zwei Perspektiven auf dieselben Sehnsüchte: die besten Lösungen, effektive Ideen und ideale Prozesse, um dorthin zu gelangen. Damit uns das gelingt, dürfen wir uns bewusst gestatten, wie Drehbuchautor:in und Produzent:in, aus unseren Rollen auszubrechen und Projekte als „Set“ zu begreifen: als Möglichkeitsraum, den wir zusammen formen, verwerfen, neu denken und in dem wir schließlich gemeinsam wirksam werden.



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