Business & Beyond Content trifft Commerce: Amazon-Podcasts werden zur Verkaufsmaschine

Content trifft Commerce: Amazon-Podcasts werden zur Verkaufsmaschine

Der E-Commerce-Riese richtet seine Podcast-Strategie radikal neu aus. Statt klassischer Audioformate steht nun die Verbindung von Content und Commerce im Mittelpunkt. Hinter den Kulissen hat das massive Umstrukturierungen

Kahlschlag bei Wondery

Noch im August 2025 hatte Amazon mehr als 100 Stellen bei seinem Podcast-Studio Wondery gestrichen. Offiziell hieß es damals, Wondery werde nicht geschlossen – formal stimmt das auch weiterhin. Doch laut einem Bericht der The New York Times habe Amazon intern „mit dem Vorschlaghammer“ agiert. Die Folge: Klassische Audio-Podcasts wurden organisatorisch zu Audible verschoben. Gleichzeitig entstand mit „Creator Services“ eine neue Einheit, die sich gezielt um prominente Persönlichkeiten und visuelle Inhalte kümmert.

Stars statt Studiofokus

Im Zentrum der neuen Strategie stehen bekannte Gesichter wie Dax Shepard, Keke Palmer sowie Jason Kelce und Travis Kelce. Ihre Inhalte sind nicht mehr nur Podcasts – sie werden zu umfassenden Markenwelten ausgebaut. Ein Beispiel ist der Podcast „New Heights“ der Kelce-Brüder: Amazon plant hier ein „wachsendes Universum“, das weit über klassische Werbung hinausgeht. Fans finden im „Kelce Clubhouse“ nicht nur Episoden, sondern auch Merchandise, exklusive Videos und Produktempfehlungen für den perfekten Football-Abend.

Content trifft Commerce

Die strategische Stoßrichtung ist klar: Inhalte sollen direkt in Kaufanreize übersetzt werden. Matt Sandler, Chef von Creator Services, beschreibt das Ziel als Verschmelzung von „Content und Commerce“. Damit folgt Amazon zwar einem Trend, den auch andere Creator und Plattformen verfolgen. Doch laut der New York Times geht kein anderes Unternehmen so weit – Amazon habe praktisch eine bestehende Podcast-Struktur zerlegt, um dieses Modell konsequent umzusetzen.

Eine neue Ära für Podcasts?

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich das Podcast-Geschäft verändert. Was einst als reines Audioformat begann, wird zunehmend zu einem integrierten Ökosystem aus Unterhaltung, Markenbildung und direktem Verkauf. Für Hörer bedeutet das mehr Inhalte und Erlebnisse – aber auch eine klare Verschiebung: Podcasts sind bei Amazon längst nicht mehr nur zum Zuhören da, sondern vor allem zum Konsumieren im umfassenden Sinne.

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