Business & Beyond Februar 2026: Das verändert sich in diesem Monat

Februar 2026: Das verändert sich in diesem Monat

Der kürzeste Monat des Jahres bringt die heftigsten Einschnitte: Solarstrom wird unrentabler, Microsoft killt beliebte Tools, und eine europäische Währung verschwindet für immer. Was sich jetzt ändert.

Der Februar 2026 wird zum Stresstest für alle, die auf Stabilität setzen. Innerhalb von 28 Tagen verschwinden etablierte Dienste, eine Währung wird Geschichte, und die Energiewende verliert an Attraktivität. Die Änderungen treffen Unternehmer, Reisende und Tech-Nutzer gleichermaßen – und zeigen, wie schnell sich wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen verschieben können.

Energiepolitik bremst Solarinvestments aus

Februar sinkt die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen um ein Prozent. Kleine Anlagen bis 10 Kilowatt-Peak erhalten bei Volleinspeisung nur noch 12,34 Cent pro Kilowattstunde, bei Teileinspeisung 7,78 Cent. Größere Anlagen zwischen 40 und 100 Kilowatt-Peak fallen auf 10,35 Cent bei Volleinspeisung und 5,50 Cent bei Teileinspeisung. Die nächste Kürzung folgt bereits am 1. August 2026.

Die halbjährliche Absenkung trifft ausschließlich Neuanlagen. Wer bereits eine PV-Anlage betreibt, behält die ursprüngliche Vergütung für den gesamten Förderzeitraum. Doch für Investoren wird die Rechnung zunehmend schwieriger: Bei sinkenden Vergütungssätzen und steigenden Installationskosten verlängert sich die Amortisationszeit. Besonders Gewerbetreibende mit größeren Dachflächen müssen ihre Kalkulation überdenken.

Microsoft räumt auf – ohne Rücksicht auf Nutzer

Im Februar entfernt Microsoft die Scanner-App Lens aus allen App-Stores. Im März können Nutzer noch Dokumente scannen, danach ist die Funktion komplett deaktiviert. Eine Nachfolge-App gibt es nicht. Bereits installierte Versionen funktionieren nur noch zum Anzeigen alter Scans – vorausgesetzt, das richtige Microsoft-Konto ist angemeldet. Parallel dazu verschwindet die Funktion „An Kindle senden“ aus Word.

Die direkte Übertragung von Dokumenten auf Kindle-Geräte wird weder in den Desktop-Versionen noch in Word im Web verfügbar sein. Microsoft nennt keinen offiziellen Grund, Branchenbeobachter vermuten mangelnde Nutzung. Für alle, die auf einen nahtlosen Workflow zwischen Word und Kindle gesetzt haben, bedeutet das: Umstellung auf manuelle Transfers oder Drittanbieter-Tools.

Bulgarien vollzieht Euro-Übergang – endgültig

Der Februar markiert das Ende des bulgarischen Währung Lew. Nach einer einmonatigen Übergangsphase wird der Euro zum alleinigen Zahlungsmittel. Der feste Wechselkurs von 1,95583 Lew pro Euro entspricht dem historischen Kurs bei der D-Mark-Ablösung. Für Reisende entfallen Umtauschgebühren und Wechselkursverluste, Kartenzahlungen werden vereinfacht. Die Währungsumstellung ist mehr als ein technischer Vorgang.

Sie zeigt, wie die EU ihre Wirtschaftsintegration vorantreibt – auch in Zeiten geopolitischer Spannungen. Bulgarien reiht sich in die Euro-Zone ein, während andere Länder ihre nationale Währung als Schutzschild gegen Brüsseler Einfluss verteidigen. Die wirtschaftspolitische Botschaft ist klar: Wer zur Euro-Zone gehört, gibt Souveränität ab, gewinnt aber Planungssicherheit.

Tech-Konzerne ziehen sich zurück

ChatGPT führt ab Februar Werbung ein. Anzeigen erscheinen in der Gratisversion und im günstigsten Abo „ChatGPT Go“, während teurere Tarife werbefrei bleiben. Eine feste Preisstruktur existiert nicht, laut Techbook setzt OpenAI vorerst auf direkte Partnerschaften statt einer eigenen Buchungsplattform. Das Modell orientiert sich an Social Media – Monetarisierung über Impressionen statt Abos.

Im Februar stellt Macpaw den alternativen iOS-App-Marktplatz Setapp Mobile ein. Der 2024 gestartete Dienst sollte eine Alternative zum App Store bieten, scheiterte aber an Apples Geschäftsbedingungen. Alle Apps werden entfernt, Inhalte sind danach nicht mehr zugänglich. Ob Abonnenten entschädigt werden, bleibt offen. Das Aus für Setapp Mobile zeigt: Selbst EU-Regulierung kann Apples Marktmacht kaum brechen.

Sky zwingt Kunden ins Internet

In diesem Monat stellt außerdem Sky Deutschland im Vodafone-Kabelnetz von klassischem Kabelempfang auf IPTV um. Zahlreiche Sender sind dann nur noch über das Internet empfangbar. Betroffene Kunden benötigen einen internetfähigen Sky-Q- oder Sky-Stream-Receiver. Wer bereits kompatible Hardware nutzt, merkt nichts von der Umstellung.

Alle anderen müssen auf neue Empfangsboxen wechseln – Sky bietet den Gerätetausch an. Die Umstellung ist wirtschaftlich motiviert: Internetbasiertes Fernsehen ist für Anbieter günstiger als klassische Kabelinfrastruktur. Für Kunden bedeutet das: mehr Abhängigkeit von stabilen Internetverbindungen und weniger Flexibilität bei der Hardware-Wahl.

Business Punk Check

Der Februar 2026 entlarvt eine unbequeme Wahrheit: Wirtschaftspolitische Entscheidungen und Tech-Konzern-Strategien werden nicht für Nutzer gemacht, sondern für Bilanzen. Die Solarförderung schrumpft, obwohl die Energiewende Investitionen braucht. Microsoft killt beliebte Tools ohne Ersatz, weil sie nicht genug Umsatz bringen. Apple würgt alternative App-Stores ab, obwohl die EU Wettbewerb fordert.

Für Unternehmer bedeutet das: Wer auf staatliche Förderung oder Tech-Plattformen setzt, muss mit abrupten Kurswechseln rechnen. Die Energiewende bleibt attraktiv, aber nur mit realistischen Amortisationszeiten. Wer Microsoft-Tools nutzt, braucht Backup-Strategien. Und wer auf alternative App-Stores hofft, sollte sich auf Apples Dominanz einstellen. Die einzige Konstante ist Veränderung – und die wird härter, nicht sanfter. Wer jetzt nicht diversifiziert, steht morgen ohne Plan da.

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Solaranlage im Februar 2026 noch?

Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Eigenverbrauch ab. Bei hohem Selbstnutzungsanteil amortisieren sich Anlagen trotz gesunkener Einspeisevergütung innerhalb von 10 bis 15 Jahren. Wer primär auf Einspeisung setzt, sollte die Kalkulation mit aktuellen Vergütungssätzen neu durchrechnen. Gewerbliche Investoren mit großen Dachflächen müssen längere Amortisationszeiten einplanen.

Was bedeutet Bulgariens Euro-Einführung für deutsche Unternehmen?

Firmen mit Geschäftsbeziehungen nach Bulgarien sparen Währungsrisiken und Umtauschkosten. Die Preiskalkulation wird einfacher, Zahlungsabwicklungen schneller. Besonders Mittelständler im Export profitieren von der Planungssicherheit. Allerdings steigt auch der Wettbewerbsdruck, da andere EU-Unternehmen dieselben Vorteile nutzen.

Welche Alternativen gibt es zu Microsoft Lens?

Adobe Scan, Google Drive und spezialisierte Scanner-Apps wie CamScanner bieten ähnliche Funktionen. Für Unternehmen empfiehlt sich die Prüfung von Dokumentenmanagement-Systemen mit integrierter OCR-Technologie. Wer auf Microsoft-Ökosystem setzt, kann auf OneDrive-Integration in Office-Apps ausweichen – allerdings ohne dedizierte Scan-Optimierung.

Wie wirkt sich die Sky-IPTV-Umstellung auf Unternehmen aus?

Gastronomiebetriebe und Hotels mit Sky-Abo benötigen stabile Internetverbindungen für alle Empfangsgeräte. Die Umstellung erfordert Hardware-Checks und gegebenenfalls Netzwerk-Upgrades. Wer bislang auf klassisches Kabel gesetzt hat, muss Bandbreiten-Kapazitäten prüfen – besonders bei mehreren parallelen Streams.

Welche Branchen profitieren von Bulgariens Euro-Einführung?

Tourismus, Logistik und E-Commerce gewinnen durch wegfallende Währungsbarrieren. Deutsche Reiseanbieter können Bulgarien-Pakete einfacher kalkulieren, Spediteure sparen Umrechnungskosten. Online-Händler profitieren von vereinfachten Zahlungsabwicklungen. Besonders der Mittelstand mit Osteuropa-Fokus sollte die Chance für Marktexpansion nutzen.

Quellen: Bild, Chip, Techbook

Das könnte dich auch interessieren