Business & Beyond Gut Holz – Südtirol, wo aus Wald weltweite Architektur entsteht

Gut Holz – Südtirol, wo aus Wald weltweite Architektur entsteht

Holz ist mehr als ein Werkstoff – es ist Verantwortung, Haltung und Zukunft. In Südtirol, wo rund die Hälfte der Fläche von Wald bedeckt ist, hat sich eine Holzbranche entwickelt, die Tradition mit Innovationskraft verbindet und weltweit Maßstäbe setzt. Vom edlen Innenausbau bis zu visionären Großprojekten zeigt sich hier, wie aus regionalen Wurzeln globale Erfolgsgeschichten entstehen.

Egal, was sein Kunde auch will, Ivo Barth liefert. Pünktlich auf die Minute. Die Verzögerung einer Lieferung könnte sich der Mann, der seit 1991 und in vierter Generation das edle Innenausbau-Unternehmen Barth leitet, auch nicht verzeihen. Probleme kennt der leidenschaftliche Kunstsammler und Geschäftsführer der Brixener Holzmanufaktur nicht.

„Wir machen grundsätzlich alles möglich. Und mit grundsätzlich meine ich auch grundsätzlich“, sagt der Mann lächelnd. Ohnehin ist er einer, dem die Kunden vertrauen. Sein Spitzname: Ivo, der Möglichmacher. Damit das auch in den nächsten Jahrzehnten so bleibt, steht ein weiterer Möglichmacher in den Startlöchern. Max Barth, sein Sohn. Max, Generation V. Besonderen Spaß hat Ivo Barth, wenn man ihm im Gespräch einen Stadtnamen zuruft.

Berlin? Dort habe er, unter anderem im besten Kaufhaus der Stadt, dem KaDeWe, schon einiges gemacht. Irgendwann gehen dem Autor die Metropolen aus. Schließlich hat Barth überall Uhren-Boutiquen und Luxus-Shops aufgemacht. Darüber hinaus: Villen von Kitzbühel bis nach St. Moritz, Headquarter für Global Player sowie Museen auf dem ganzen Planeten.

Einziger Trost: Irgendwann hat selbst Ivo Barth, der in seinem Headquarter eine eigene Kunstausstellung unterhält, aufgehört zu zählen. „Es müssten aktuell mehr als 260 Museen sein“, schätzt der Chef von 100 Mitarbeitern. Nicht schlecht für eine Firma, die einst als Ein-Mann-Betrieb in Gröden anfing. Heute zählt sie zu den besten Innenausbau-Betrieben auf dieser Welt gehört: Barth hat bis heute mehr als 9000 Projekte realisiert und arbeitet mit knapp 500 Architekten auf diesem Planeten zusammen. Barth hat stets immer rund 100 Aufträge gleichzeitig am Start. Immer? Immer!

Bild: Ivo Barth (rechtes Bild) führt in vierter Generation das Innenausbau-Unternehmen Barth. Mit Sohn Max steht sein Nachfolger auch schon bereit.

Volle Auftragsbücher und Millionen-Umsätze

In der Holzbranche gibt es unzählige kleine und mittelständische Unternehmen, die für ihre hohe Kompetenz bekannt sind. Gut geht es auch der Rubner-Gruppe. Der Holzkonzern hat im vergangenen Jahr in vier Ländern – Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Italien – einen Umsatz von 417 Millionen Euro erzielt.

Kein Wunder, gehört die Holzbranche laut Standortentwickler IDM doch zu den „wichtigsten Stärkefeldern“ Südtirols. Mehr als 2200 Unternehmen und 25000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind in der Region im Holzbau tätig. Unterm Strich steht ein „geschätzter“ Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro (Quelle: IDM). Genug „Material“ haben sie dort, schließlich sind gut 50 Prozent Südtirols mit Wald bedeckt.

Stefan Rubner, Chef der Rubner Holzindustrie, hat daher im Wesentlichen nur ein einziges Ziel: „Wir wollen den Menschen mit dem nachhaltigsten Werkstoff der Welt verbinden – und das erreichen wir durch unsere einzigartige Wertschöpfungskette.“ Es dreht sich bei Rubner wirklich den ganzen Tag immer nur um eines: Holz! Was macht das Unternehmen aber eigentlich ganz genau? Das erklärt der Präsident der Gruppe. Ein Rubner. Wer sonst?

Konsequent für eine klimaresiliente Welt

Seit nahezu einem Jahrhundert baue Rubner konsequent mit gesunden, langlebigen Materialien und stellen damit wichtige Weichen für eine klimaresiliente Lebens- und Arbeitswelt. In dieser sind Mensch und Natur im Einklang, so Peter Rubner, der Präsident der Holz-Holding. Peter ist der „Presidente“ und stolz auf sein Know-how. Das geht von der Bearbeitung des geschlagenen Rundholzes bis hin zur erfolgreichen Abwicklung von Großprojekten auf der ganzen Welt.

Ein Beispiel: Mit „Roots” hat Rubner in der Hafencity Hamburg Deutschlands bislang höchstes Holzhaus aufgestellt: ein Turm mit 20 Geschossen, in denen sich Ausstellungsräume, Verwaltung und die Büros der Dt. Wildtier-Stiftung sowie private Wohnungen befinden. Noch Fragen?

Nein, die hat auch nicht die renommierte NZZ aus der Schweiz. Die Redakteure (die heißen im eidgenössischen Land wirklich so) waren ganz hin und weg von der „Innovationsfreude, die auf Tradition beruht“. Gemeint ist die Holzbranche. Südtirol sei beliebt als Tourismusregion und bekannt für seine Weine und Äpfel. Dabei nimmt die nördlichste Provinz Italiens europaweit in nahezu allen Bereichen – in Wachstum, Beschäftigung und insbesondere in Innovation – eine Spitzenstellung ein. „Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist die Holzbranche“, jubeln die Redakteure und Redakteurinnen. 

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