Business & Beyond Kanzler greift durch: Merz startet Dreiklang gegen den Wirtschaftsabsturz

Kanzler greift durch: Merz startet Dreiklang gegen den Wirtschaftsabsturz

Friedrich Merz erklärt die Wirtschaft zur Chefsache und holt sich Mittelstandskompetenz ins Kanzleramt. Sein Dreiklang aus Bürokratieabbau, Steuersenkungen und Rentenreform soll Deutschland aus der Krise führen.

Der Kanzler schaltet in den Wirtschafts-Modus. Friedrich Merz macht die Rettung des Standorts Deutschland zur absoluten Priorität seiner Regierung und verpflichtet Union und SPD per Brief auf dieses Ziel. Mit seinem neuen Büroleiter Philipp Birkenmaier – bisher CDU-Bundesgeschäftsführer – holt er gezielt Wirtschaftskompetenz ins Kanzleramt. Ein klares Signal: Die wirtschaftliche Krise hat jetzt Chefsache-Status.

Der Merz-Plan gegen den Wirtschafts-Absturz

Der Kanzler setzt auf einen Dreiklang aus Bürokratieabbau, Steuersenkungen und Rentenreform. Laut „Bild“ hat Merz die Fraktionen von Union und SPD bereits darauf eingeschworen, die Standortbedingungen durchgreifend zu verbessern. Nur so könne die deutsche Wirtschaft wieder wachsen und aus der Krise kommen.

Digitalminister Karsten Wildberger konkretisiert den ersten Pfeiler: Weniger Berichtspflichten, schnellere Genehmigungen und eine KI-gestützte Verwaltung sollen Deutschland bis 2026 wirtschaftlich wieder nach vorn bringen, wie „Bild“ berichtet. In einem internen Schreiben an seine Mitarbeiter betont Wildberger, dass Staatsmodernisierung und Digitalisierung das Fundament des Landes darstellen.

Mittelstand fordert radikalere Maßnahmen

Christoph Ahlhaus, Bundesgeschäftsführer des Mittelstands-Verbands BVMW, begrüßt zwar die Personalie Birkenmaier als „Mittelstandskompetenz“ im Kanzleramt, fordert aber deutlich mehr Tempo.

„Jetzt muss es krachen“, zitiert „Bild“ den Ex-Bürgermeister Hamburgs. Seine Forderungen: Abschaffung des Solidaritätszuschlags, günstigere Energie für alle und ein „Frontalangriff auf Bürokratie-Gaga“.

Steuerreform als Wirtschaftsmotor

Für 2026 plant die Regierung eine große Steuerreform. CSU-Chef Markus Söder drängt laut „Bild“ jedoch auf ein Vorziehen der Unternehmenssteuerreform. Der gesamte Koalitionsvertrag müsse sich an zwei Fragen messen lassen: Was nützt der Wirtschaft? Was bringt Arbeitsplätze? Während das Wirtschaftsministerium und die Fraktion den Plan unterstützen, zögert Merz – wohl aus Sorge vor Widerstand aus der SPD.

CSU-Generalsekretär Martin Huber erhöht dennoch den Druck: Deutschland brauche jetzt schnelle und konkrete Maßnahmen, so Huber gegenüber „Bild“. Auch die Automobilbranche schaltet sich ein. VDA-Präsidentin Hildegard Müller stellte klar, dass nur niedrigere Steuern und Abgaben, günstigere Energiepreise und echter Bürokratieabbau Arbeitsplätze in Deutschland sichern könnten.

Rentenreform mit Sprengkraft

Der dritte Baustein des Merz-Plans betrifft die Altersvorsorge. Mit einer neuen Rentenkommission unter Leitung der Sozial-Expertin Prof. Constanze Janda will der Kanzler das System reformieren. Janda fordert, wie „Bild“ berichtet, den Renteneintritt automatisch an den Anstieg der Lebenserwartung zu koppeln – eine politisch heikle, aber ökonomisch notwendige Maßnahme. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann betont die Dringlichkeit: Es müsse vor allem darum gehen, den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge zu stoppen und die Bürokratie zurückzubauen. Nur so könne Deutschland auf den Wachstumskurs zurückkehren.

Business Punk Check

Die Wirtschaftsoffensive von Merz klingt nach großem Wurf, bleibt aber im politischen Standardrepertoire. Bürokratieabbau ist seit Jahrzehnten das Mantra jeder Regierung – ohne durchschlagenden Erfolg. Die Steuerreform 2026 kommt für viele Unternehmen zu spät, die jetzt in Liquiditätsprobleme rutschen. Der eigentliche Elefant im Raum bleibt unerwähnt: Deutschlands Innovationsschwäche und die fehlende Startup-Dynamik.

Während Merz über Rentenreformen diskutiert, investiert die Welt in KI und Zukunftstechnologien. Der Plan adressiert die Symptome, nicht die Ursachen der deutschen Wirtschaftsmisere: mangelnde Digitalkompetenz, Risikoaversion und ein bildungspolitischer Notstand.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Maßnahmen des Merz-Plans könnten dem Mittelstand tatsächlich helfen?
    Der Bürokratieabbau und die Senkung der Energiekosten hätten den unmittelbarsten Effekt. Besonders KI-gestützte Verwaltungsprozesse könnten die Compliance-Kosten für kleine und mittlere Unternehmen deutlich reduzieren – vorausgesetzt, die Digitalisierung wird konsequent umgesetzt und nicht nur angekündigt.
  • Warum reicht der Merz-Plan nicht für eine echte Wirtschaftswende?
    Der Plan adressiert hauptsächlich Kostenfaktoren, vernachlässigt aber Innovationstreiber. Fehlende Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung, keine Strategie für Venture Capital und Startup-Förderung sowie mangelnde Investitionsanreize für Zukunftstechnologien sind die größten Lücken.
  • Welche Branchen profitieren am meisten von den geplanten Reformen?
    Energieintensive Industrien und administrativ belastete Sektoren wie Handwerk und produzierendes Gewerbe würden am stärksten profitieren. Tech-Unternehmen und innovative Startups hingegen finden im Merz-Plan kaum spezifische Unterstützung.
  • Was bedeutet die Rentenreform für junge Unternehmer und Selbstständige?
    Die Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung bedeutet faktisch längeres Arbeiten. Für Selbstständige und Unternehmer steigt der Druck, private Altersvorsorge aufzubauen. Gleichzeitig könnten stabilere Sozialbeiträge die Planungssicherheit erhöhen.

Quellen: „bild.de“

Das könnte dich auch interessieren