Business & Beyond KI wird zum Top-Risiko: Allianz warnt vor neuer Business-Bedrohung

KI wird zum Top-Risiko: Allianz warnt vor neuer Business-Bedrohung

Künstliche Intelligenz klettert auf Platz 2 der größten Geschäftsrisiken weltweit. Nur Cyberkriminalität bereitet Unternehmen noch mehr Sorgen – und beide Risiken verstärken sich gegenseitig.

Der Hype um Künstliche Intelligenz bekommt einen ernsten Dämpfer. Was als revolutionäre Technologie gefeiert wird, entwickelt sich gleichzeitig zu einer der größten Bedrohungen für Unternehmen weltweit.

Im aktuellen „Risikobarometer“ des Versicherers Allianz Commercial schießt KI vom zehnten auf den zweiten Platz der globalen Geschäftsrisiken – der stärkste Anstieg in der gesamten Rangliste. Für 32 Prozent der befragten Experten aus 97 Ländern stellt KI inzwischen ein ernsthaftes Unternehmensrisiko dar, wie „tagesschau.de“ berichtet.

Cyberkriminalität bleibt Risiko Nummer eins

Nur die Cyberkriminalität bereitet den Unternehmen noch mehr Kopfzerbrechen. Mit 42 Prozent stufen so viele Befragte wie nie zuvor Cyberangriffe als Top-Risiko ein, laut „Handelsblatt“ in Deutschland sogar 52 Prozent.

Besonders Ransomware-Attacken, bei denen Hacker Unternehmenssysteme verschlüsseln und Lösegeld fordern, landen zum fünften Mal in Folge auf dem Spitzenplatz der Bedrohungen. Das Brisante: Beide Risiken verstärken sich gegenseitig. Kriminelle nutzen KI-Tools zunehmend für ihre Angriffe, was die Bedrohungslage verschärft und die Angriffsfläche vergrößert. Gleichzeitig macht die immer tiefere Integration von KI in Kerngeschäftsprozesse Unternehmen anfälliger für neue Risiken.

Wenn KI-Systeme falsche Entscheidungen treffen

Nicht nur externe Angriffe, sondern auch die eigene Nutzung von KI-Systemen birgt erhebliche Risiken. „Die KI arbeitet per Definition mit einem gewissen Grad an Autonomie und deswegen können die Ergebnisse falsch oder frei erfunden sein“, erklärt Alexandra Braun von Allianz Commercial laut „tagesschau.de“. Wenn Führungskräfte auf Basis fehlerhafter KI-Outputs Entscheidungen treffen, drohen Rechtsstreitigkeiten, Reputationsschäden und finanzielle Verluste.

Besonders problematisch: Die Technologie entwickelt sich schneller als die Rahmenbedingungen für ihren sicheren Einsatz. „In vielen Fällen schreitet die Einführung schneller voran, als Governance, Regulierung und Unternehmenskultur mithalten können“, so Allianz-Chefökonom Ludovic Subran.. Dies schafft Unsicherheit darüber, wer haftet, wenn KI-generierte Ergebnisse Schäden verursachen.

Betriebsunterbrechungen und regulatorische Risiken

Auf dem dritten Platz der Geschäftsrisiken landen Betriebsunterbrechungen, wie „Handelsblatt“ berichtet. Häufig werden diese durch Cyberangriffe verursacht, bei denen Hacker Unternehmenssysteme lahmlegen und hohe Lösegeldsummen fordern.

Platz vier belegen regulatorische Risiken – von US-Zollpolitik bis zur wachsenden Bürokratie in vielen Märkten. Trotz aller Risiken sehen die Unternehmen KI nicht ausschließlich negativ: Fast die Hälfte der Befragten glaubt, dass die Technologie ihrer Branche mehr Vorteile als Risiken bringt. Nur ein Fünftel ist gegenteiliger Meinung.

Business Punk Check

Die KI-Revolution frisst ihre Kinder – zumindest teilweise. Während Tech-Evangelisten den nächsten Produktivitätssprung feiern, wächst parallel die Bedrohungslage exponentiell. Die Wahrheit liegt in der Balance: Unternehmen, die KI einsetzen, ohne robuste Sicherheitskonzepte und klare Governance-Strukturen zu etablieren, spielen russisches Roulette mit ihrer Existenz.

Besonders mittelständische Unternehmen stecken in der Zwickmühle: Ohne KI droht der Wettbewerbsnachteil, mit schlecht implementierter KI das Sicherheitsdesaster. Die Gewinner werden jene sein, die nicht blind dem Hype folgen, sondern parallel zur KI-Einführung in Cyber-Resilience investieren und klare Verantwortlichkeiten für KI-generierte Outputs definieren. Entscheidend ist nicht die Frage, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie abgesichert wird.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie können Unternehmen KI-Risiken effektiv managen?
    Unternehmen sollten eine dedizierte KI-Governance-Struktur etablieren, die klare Verantwortlichkeiten definiert. Entscheidend ist ein mehrstufiger Validierungsprozess für KI-generierte Outputs, regelmäßige Sicherheitsaudits und kontinuierliches Training der Mitarbeiter im kritischen Umgang mit KI-Tools.
  • Welche Versicherungen decken KI-spezifische Risiken ab?
    Klassische Cyber-Policen decken meist nur einen Teil der KI-Risiken. Spezielle KI-Haftpflichtversicherungen kommen auf den Markt, die auch Schäden durch fehlerhafte KI-Entscheidungen, Datenschutzverletzungen durch KI-Systeme und Reputationsschäden durch KI-Halluzinationen abdecken. Unternehmen sollten ihre Versicherungspolicen dringend auf KI-Risiken prüfen lassen.
  • Wie erkennt man vertrauenswürdige KI-Systeme für geschäftskritische Prozesse?
    Vertrauenswürdige KI-Systeme zeichnen sich durch Transparenz bei Trainingsdaten und Entscheidungsprozessen aus. Achten Sie auf Zertifizierungen, Explainability-Features und die Möglichkeit, Entscheidungen nachzuvollziehen. Kritisch sind auch regelmäßige Updates, Bias-Kontrollen und die Möglichkeit, bei kritischen Entscheidungen einen menschlichen Prüfer einzuschalten.
  • Welche Branchen sind besonders von KI-Risiken betroffen?
    Am stärksten exponiert sind Finanzdienstleister, Gesundheitswesen und kritische Infrastrukturen, wo KI-Fehlentscheidungen massive Konsequenzen haben können. Aber auch produzierendes Gewerbe mit KI-gesteuerten Prozessen und Einzelhandel mit KI-basierten Kundensystemen tragen erhebliche Risiken.

Quellen: „Handelsblatt“, „tagesschau.de“

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