Business & Beyond „Krypto ist keine Währung“

„Krypto ist keine Währung“

3000 Euro sind wenig. Ein Auto kann ich mir mit dem digitalen Euro also nicht kaufen.

Die Menschen können unbegrenzt mit dem digitalen Euro zahlen, wenn sie ihre Wallet, also die digitale Geldbörse auf dem Handy, mit einem Bankkonto verknüpfen. Dann funktioniert das sogenannte Wasserfall-System. Höhere Beträge als das Haltelimit werden damit automatisch vom hinterlegten Konto abgebucht. Für uns Zentralbanken ist dieses Haltelimit deswegen kein entscheidender Punkt. Ich könnte auch mit einem Haltelimit von 500 Euro leben, denn für den Kunden entscheidend ist die Deckung seines hinterlegten Bankkontos.

Gibt es Zinsen auf den digitalen Euro?

Auf Bargeld in der Hosentasche gibt es keine Zinsen und auch nicht auf den digitalen Euro. Er ist der digitale Zwilling des Bargelds. Er soll keine Geldanlage sein, sondern ein Zahlungsmittel.

Wird es eine Offline-Funktion geben?

Ja, das ist eine wichtige Funktion des digitalen Euro. Man wird ihn auch dann nutzen können, wenn das Internet nicht funktioniert oder der Strom ausfällt. Die Privatsphäre wäre dabei ähnlich gut geschützt wie bei Bargeldzahlungen: Die Transaktionsdaten von Offline-Zahlungen in digitalen Euro wären nur dem Zahler und dem Empfänger des Geldes bekannt.

Wer zahlt eigentlich für das System? Das muss ja installiert und betreut werden. Sind das am Ende wir alle?

Die Infrastruktur und der Betrieb müssen von den Zentralbanken des Eurosystems bezahlt werden. Es wird drei Betriebsstandorte in Deutschland, Frankreich und Italien geben, wo der digitale Euro geschaffen und verrechnet wird. Drei Standorte sind nötig, falls ein Standort ausfällt. Die Entwicklungskosten für das Eurosystem liegen nach jetziger Schätzung bei 1,3 Milliarden Euro. Dazu kommen dieBetriebskosten. Die Investitionskosten der Banken über vier Jahre hinweg dürften nach Schätzungen der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission jährlich bei mehr als einer Milliarde Euro liegen. Die Banken müssten den digitalen Euro zum Beispiel in die Bank-Apps integrieren. Und es muss möglich sein, die Wallet an Geldautomaten mit digitalem Euro aufzufüllen.

Bezahlt aus dem Eurosystem? Sie schöpfen dieses Geld?

Das Eurosystem wird die Kosten für die Infrastruktur tragen und diese den Banken und anderen Zahlungsdienstleistern gebührenfrei zur Verfügung stellen. Ähnlich wie beim Bargeld.

Wo sind denn noch die größten Widerstände?

Bei Teilen der Kreditwirtschaft.

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